Bei der Vorbereitung für das Seminar in Juni über Hölderlins Gedicht „In lieblicher Bläue“ bin ich auf eine japanische Internetseite gestoßen, die den kompletten Text des Gedichtes in der Japanischen Übersetzung bringt:
明るい青空のなかに・・・
Herudaarin:
akarui aosora no naka ni kyokai no tou ga kinsoku no yana totomo ni hanakai iteiru
Ist es nun wirklich so weit gekommen, dass wir im Internet nachschauen müssen, um unsere eigenen Dichter und Denker wieder neu zu entdecken? Oder kommt endlich Hölderlin wieder heim zu uns?
Verdient hätte es der Denker unter den Dichtern.
Vielleicht liest ja doch der Eine oder der Andere den Text – wenn schon nicht auf Deutsch- dann doch wenigstens auf Japanisch. Darum möchte ich hier den Text in der Japanischen Übersetzung wiedergeben.
Herudaarin:akarui aosora no naka ni kyokai no tou ga kinsoku no yana totomo ni hanakai iteiru
明るい青空のなかに教会の塔が金属の屋根とともに花開いている。
それを燕たちの叫び声が取り巻き、この上もなく心を打つ青空が
取り囲む。その上高くを太陽はゆき、屋根の板金を色染めているが、風の中
上の方ではしかし風見鶏がしずかに音を立てている。もし一人が鐘の下に、
あの階段を、降りてくるならば、それは静かないのちだ、なぜなら、
その形姿がかくも隔たっているなら、そのときには人間の可塑性が
現われ出ているからだ。鐘の音が響いてくる窓は、美への門のような
ものだ。すなわち門はなおも自然に従って存在しているので、
それは森の樹々と似ているのである。純粋さはまことに
美でもあるのだ。異なったものの内部から一個の真剣な精神が成立
してくる。しかし像たちがきわめて単純であるならば、それらはきわめて神聖なのであり、
そのためひとは実際しばしばそれを記述することを畏れるのだ。しかし天上的な者たちは、
いつも善であって、金持ちのように、徳と喜びをまったく同時にもっている
のだ。人間はそれを見習うことが許されている。苦労ばかりが
人生だとしても、ひとりの人間が、上を見上げて、わたしも
そのようでありたいと言うことは許されるのだろうか?
許されるのだ。親愛の思いが、純粋な親愛の思いが、心になおも生きつづけている限り、
人間が不幸にもみずからを神性と対等視するようなことはない。神は知られていない
のだろうか? 神は、天空のように明白だろうか? わたしはむしろそう信じる。
それは人間の節度である。いさおし多く、けれども詩人的に、人間はこの大地の上に
住んでいる。しかし、言ってよければ、星星を伴う夜の暗黒が
神性の似姿だといわれる人間よりもより純粋なわけではない。
Falls doch jemand Schwierigkeiten mit dem japanischen Text haben sollte, hier die deutsche Version (sicher auch nicht einfacher zu lesen und zu verstehen! Erst das gemeinsame Gespräch in einem Seminar kann einen solch gewichtigen Text wenigstens Ansatzweise verständllich machen.)
Hölderlin: In Lieblicher Bläue blühet …
In lieblicher Bläue blühet mit dem metallenen Dache der Kirchthurm.
Den umschwebet Geschrei der Schwalben, den umgiebt die rührendste Bläue.
Die Sonne gehet hoch darüber und färbet das Blech, im
Winde aber oben stille krähet die Fahne. Wenn einer unter der Glocke
dann herabgeht, jene Treppen, ein stilles Leben ist es, weil, wenn
abgesondert so sehr die Gestalt ist, die Bildsamkeit herauskommt
dann des Menschen. Die Fenster, daraus die Glocken tönen, sind wie
Thore an Schönheit. Nemlich, weil noch der Natur nach sind die
Thore, haben diese die Ähnlichkeit von Bäumen des Walds. Reinheit
aber ist auch Schönheit. Innen aus Verschiedenem entsteht ein ernster
Geist. So sehr einfältig aber die Bilder, so sehr heilig sind die, daß
man wirklich oft fürchtet, die zu beschreiben. Die Himmlischen aber,
die immer gut sind, alles zumal, wie Reiche, haben diese, Tugend und
Freude. Der Mensch darf das nachahmen. Darf, wenn lauter Mühe
das Leben, ein Mensch aufschauen und sagen: so will ich auch seyn?
Ja. So lange die Freundlichkeit noch am Herzen, die Reine, dauert,
misset nicht unglücklich der Mensch sich mit der Gottheit. Ist unbe-
kannt Gott? Ist er offenbar wie der Himmel? Dieses glaub‘ ich eher.
Des Menschen Maaß ist’s. Voll Verdienst, doch dichterisch, wohnet
der Mensch auf dieser Erde. Doch reiner ist nicht der Schatten der
Nacht mit den Sternen, wenn ich so sagen könnte, als der Mensch,
der heißet ein Bild der Gottheit.
Ex Oriente Lux – Das Licht kommt aus dem Osten!?
So hat man früher immer gesagt. So hat auch Hölderlin in seiner Auffassung der Geschichte gesagt: die Kultur kam aus dem Osten, erst nach Griechenland, dann nach Rom und später über die Alpen zu uns. Hölderlin meinte, dass nun das Deutsche blühen muß.
Aber was ist geschehen? Wir suchen ( müssen suchen) im fernen Osten, weil uns unsere eignen Wurzeln dürr und trocken geworden sind.
Aber was passiert, wenn wir nach Osten gehen? Wenn wir weit genug gegangen sind, begegnen wir wieder dem Eigenen!
In dem Gedicht sagt Hölderlin am Ende von Oidipus:
Sohn Laios, armer Fremdling in Griechenland!
Oidupus war aber doch Grieche? Aber es ging ihm so wie uns allen, wir müssen erst in die Fremde gehen, um wieder heim zu finden!
Follow




wie der Hase im Mond auf den Hinterbeinen steht. Er hat einen Stößel in den Vorderpfoten und stampft in einem Mörser die wundersamen Kräuter, aus denen er das „Lebenswasser“ bereitet.