Tanabata im Teehaus

Das Tanabata Fest im Teehaus

Wie es schon seit vielen Jahren im Myoshinan Tradition ist, feiern wir am 7.7. das
japanische Tanabata Fest.

In China und Japan erzählt man schon seit langem die Geschichte von der Weberin und dem Ochsenhirten. In Japan heißt die Weberin Orihime
– Weber Prinzessin und der Ochsenhirte Kengyu – Rindertreiber oder Hikoboshi, männlicher Stern, der japanische Name für den Stern Altair. Sie wurden, weil sie vor lauter Verliebtheit ihren Aufgaben nicht mehr nachkamen, an den Himmel versetzt und durch den großen Himmelsfluss Amanogawa getrennt – wir nennen den Fluss die Milchstraße.

Orihime und Kengyu auf einem japanischen Obi


So leuchten sie als die beiden Sterne Altair und Wega, die sich an der Gabelung des Himmelsflusses für immer getrennt gegenüberstehen.

Sie sind zwar ein getrenntes Paar, aber einmal im Jahr, am siebten Tag des siebten Monats können sie in der Nacht zusammenkommen. Dieser Tag ist der Tag des Tanabata Festes, das an vielen Orten in Japan und Korea prachtvoll begangen wird. Über
die Geschichte der beiden Liebenden habe ich schon öfter ausführlich berichtet. Nachzulesen auf meiner Webseite unter Tanabata

Tanabata – 七夕 – ist wörtlich `der siebte Abend – man kann hinzusetzen des siebten Monats.
Es gibt drei große Feste, die in Japan wichtig sind, nämlich das Mädchenfest am 3.3. – das Knabenfest am 5.5. und Tanabata, das Fest der Liebenden am siebten Tag des siebten Monats.

Die Schriftzeichen 七夕 – sieben Abend – müssten regulär eigentlich als »shichi Yu«
gelesen werden. Aber das Wort ‚shichi‘ für sieben klingt so ähnlich wie das Wort ‚shi‘ für
‚vier‘ oder ‚Tod‘. Darum gelten diese Worte als unglückverheißend und man vermeidet
es, sie auszusprechen. Stattdessen verwendet man Ersatzworte. Vier wird nicht ‚shi‘,
sondern ‚Yon‘ und shichi, also sieben als ‘nana‘ gesprochen.

Nur zusammen mit dem Zeichen für Abend werden die beiden Zeichen zusammen als ‚tana-bata‘ gelesen. Vermutlich kommt die merkwürdige Lesung der Zeichen von einem alten Shintofest, das früher um dieselbe Zeit gefeiert wurde. Bei diesem Fest
webte die Priesterin so wie die himmlische Weberin einen Stoff auf dem Webstuhl, den ‚Tanabata‘.

Auch in unserer Kultur kennen wir Tabu-Worte. Der Teufel durfte früher niemals ausgesprochen werden. Man benutze Ersatzworte wie ‚der Gott- sei- bei- uns‘ womit schon die Hilfe Gottes angerufen wurde, falls der Teufel tatsächlich erscheinen sollte. Denn:
»Wenn man den Teufel nennt, kommt er gerennt.« Man darf die Tabu-Worte nicht aussprechen, denn ausgesprochen erscheint das Genannte und bringt Unglück.

Tanabata aber hat mit Unglück nichts zu tun. Vielmehr ist es ein glückverheißendes Zeichen, wenn es in der Nacht des Tanabata nicht regnet, denn dann können die beiden Liebenden zusammen kommen.

Tanabata: Bunte Papierstreifen am Bambus

Zwar sind sie fest am Himmel fixiert als die beiden Stern Wega und Altair, aber in dieser Nacht stand früher die Mondsichel wie ein Boot zwischen den Beiden und so konnten sie den Himmelsfluss überqueren. Wenn man in dieser Nacht Wünsche auf buntem Papier aufschreibt, an einen Bambus bindet und auf dem Fluss treiben lässt, so gelangen die Wünsche über den Himmelsfluss zu den Beiden und die Wünsche gehen in Erfüllung. Auch wir werden unsere Wünsche auf
Papier schreiben und dem Feuer übergeben, damit sie zum Himmel getragen werden, denn der Bach ist zu weit entfernt.

Am Feuer werden wir dann gemeinsam das alte Tanabata-Lied singen:

Sasa no ha „sara sara“
nokiba ni yureru
Ohoshi-sama kira kira
kin gin sunago

Go shiki no tanzaku
watashi ga kaita
Ohoshi-sama kira kira
sora kara miteru

Die Bambusblätter tönen „sara – sara“
An der Dachtraufe.
Die ehrwürdigen Sterne blinken
„Kira Kira“

Die fünffarbigen Papierstreifen
Habe ich beschriftet.
Die ehrwürdigen Sterne blinken „Kira kira“
Wenn sie uns vom Himmel her sehen.

Unser Fest mit vielen musikalischen Darbietungen unter anderem von der Gruppe Drachengesang, Nalini und Taron, der Gruppe MittenSturm mit Hilde Körner und Mario Schindler bietet ein buntes und abwechslungsreiches Programm. Über kleine Konzerte, Lieder auch zum Mitsingen,Workshops mit Klangschalen oder der japanischen Taiko, japanische Geschichten im fränkischen Dialekt, Rezitationen zum Mitmachen bis hin zur feierlichen Teezeremonie und zur abendlichen Feuerzeremonie ist alles vertreten.
In den Pausen gibt es japanische Kleinigkeiten und für Getränke ist gesorgt. Der Eintritt ist frei, aber wir bitten um eine Spende für die beteiligten Künstler.

Termin: Samstag 7.7. 2018
Beginn: Ende: mit Einbruch der Dunkelheit nach der Feuerzeremonie
Das Programm ist locker und vielfältig. Man kann gerne jederzeit dazu kommen.

Veranstaltungsort:
Japanisches Teehaus Myoshinan Chadojo
Am Rosenberg 5
91338 Igensdorf

Das Teehaus auf Google maps

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