Wir bauen eine eigene Shakuhachi – und die Schnellkuriere

Am Wochenende gibt es hier im Myoshinan einen Workshop zum Bau einer japanischen Shakuhachi.
jeder, der ein wenig handwerkliches Geschick hat, mit einer Bohrmaschine und einer Handsäge umgehen kann, ist in der Lage, eine eigene Shakuhachi zu bauen. Man muss natürlich ein wenig Rücksicht nehmen auf die Eigenschaften des Bambus, der splittert gern, aber das bekommt man ganz schnell raus.
Das Hauptproblem ist es, ein geeignetes Bambusrohr zu bekommen. Man sagt, der beste Bambus ist in Japan gewachsener Madake – Tigerbambus. Er sollte oben in den Bergen gewachsen sein damit er kräftig und dicht genug wird. Entweder reist man selbst nach Japan und sammelt seinen Bambus. Aber da muss man sich gut auskennen. Außerdem ist das Ausgraben des Bambus eine Knochenarbeit. Es gibt in Japan Leute, die professionell Bambus für Shakuhachi ernten, aber die verlangen dann bis zu 500 Euro für ein rohes, unbearbeitetes Bambusrohr.
Aber auch in China wächst guter Bambus, der manchmal sogar noch besser sein kann als der japanische. Inzwischen habe ich einen Kontakt nach China, wo ich Bambusrohre für Shakuhachi bekommen kann. Also alle Probleme gelöst? Weit gefehlt!
Der Bambus kam in Deutschland an. Dann lag eine Nachricht von der Gesellschaft der Schnellkuriere im Briefkasten. Der Bambus muss verzollt werden, die Gesellschaft kann das allerdings nicht erledigen. Also dort anrufen: Bitte schickt den Bambus an das zuständige Zollamt in Forchheim. „Nein, wir dürfen den Bambus nicht unverzollt durch Deutschland schicken!“ Also selber verzollen! Muss man nur zum Hauptzollamt nach Frankfurt reisen! Die Gesellschaft kann ja einen „Agenten“ beauftragen, die Ware beim Zollamt anzumelden. das kostet aber etwa 25 Euro. Plus Zoll plus …
Immerhin würde die Post das Paket unverzollt dem zuständigen Zollamt übergeben, aber das hat nun mal die GdSK. Der Zoll betrug dann letztlich genau Null Euro, aber etwa 35 Euro Gebühren waren angefallen für die GdSK. Ist das Abzocke oder was?
Schlussendlich war dann der Bambus doch noch hier, wenn auch nach vielen Streitereien. Nach einer Woche, in der ich die Rechnung nicht bezahlt hatte, kam dann eine Mahnung mit Mahngebühr und Zinsen für die Zwischenfinanzierung. Das waren dann wohl ungefähr 300 % Zinsen. Ist so etwas in Deutschland legal? Dann kauf ich doch lieber wieder in China!

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