Shakuhachi in China

Wir waren einige Tage zu Gast im Yaoshan Tempel in der Provinz Hunan. Dort haben wir mit Meister Mingying diskutiert, Gedanken ausgetauscht und sind mit ihm in den Bergen gewandert.
Der Yaoshan Tempel ist sehr alt und wird ausführlich in der alten Zenschrift von der smaragdenen Felswand, dem Bi-Yän-Li oder japanisch Hekiganroku erwähnt. Während der Kulturrevolution wurde er vollkommen zerstört. Nur noch ein einziger Stein mit einer Inschrift erinnert an die alten Zeiten des Tempels. Meister Mingying und seine Mönche sammeln Geld und werden den Tempel in den nächsten Jahren wieder so aufbauen wie er einmal gewesen ist. Schon im April 2016 wird in den Bergen in einem Bambuswald ein neues Meditationszentrum fertig werden.
Dort gibt es bereits jetzt einen modernen Saal, in dem ich einen Vortrag gehalten und ein wenig Shakuhachi gespielt habe. Zusammen mit Michael haben wir dann auch eine Teezeremonie vorgeführt. Es waren Besucher aus der Stadt aber sogar auch aus dem weiten Peking angereist.

Ein junger Mönch war ganz besonders von der Shakuhachi begeistert. Er spielt sehr schön eine chinesische Flöte

Flöte im Yaoshan

Im Yaoshan Tempel / Hunan – China

.

Beim Tee saßen wir zusammen und Michael tauschte seine Shakuhachi mit der Flöte des jungen Mönches und beide versuchten dem fremden Instrument Töne zu entlocken.

Flötenkonzert im Yaoshan Tempel - Hunan - China

Flötenkonzert im Yaoshan Tempel – Hunan – China

Aber die Shakuhachi kommt zwar ursprünglich aus China, aber vermutlich kann sie sich daran nicht mehr erinnern. Denn so sehr sich der junge Mönch auch bemühte, es kam kein Ton!

Die Shakuhachi schweigt!

Die Shakuhachi schweigt!

Nach vielen Versuchen kam dann doch noch der eine oder andere Ton. Der junge Mönch ist so fasziniert von der Shakuhachi, dass er unbedingt das Instrument erlernen will. Ich werde ihm eine Shakuhachi bauen müssen und als Geschenk nach China schicken. Unterricht kann man dann ja mit modernen Mitteln machen. So gibt es in China das Portal „WeChat“ (Facebook oder WhatsApp sind dort zensiert und nicht zugänglich!).
Mal sehen was daraus wird. Vielleicht übernimmt ja jemand die ‚Patenschaft‘ für den jungen Mönch und seine neue Shakuhachi?

Bildquellen

  • Yaoshan-floete: Gerhardt Staufenbiel
  • Shaku Yaoshan: Gerhardt Staufenbiel
  • Shakuhachi am Yaoshan: Gerhardt Staufenbiel
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Begegnungen, China veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*