Seseragi Ken

Langsam wird es Abend und ich sitze im Meditatons-Sitz auf der Terasse.

Der Nachbar fährt den Traktor heim, die Kirchenglocken läuten zum Abendgebet.

Die Vögel haben es ganz wichtig und machen gewaltigen Lärm.
Die Amsel, die oben im Wisteria-Grün ihr Nest hat, sammelt letztes Futter für die Jungen.
Sie stutzt vor meinem Sitz und schaut: „Da ist Nichts!“
Dann sammelt sie eifrig weiter Futter im Gras.

Allmählich verstummt das Geschrei der Vögel und der Bach murmelt: Seseragi.
Ich beschließe, dass der Sitz fortan Seseragi-Ken – Unterschlupf zum murmelnden Bach heißen soll.

Stille!

Da – ein leichtes Geräusch: die scheue Katze des Nachbarn schaut, ob da irgendwo Futter ist.
Vor meinem Sitz verharrt sie: Aber da ist – Nichts!
Gegenüber steht ein kleines Orangenbäumchen mit Früchten.
Die Katze macht sich darüber her.
Noch einen Blick – nein, da ist – Nichts.
Gut sind die Orangen!
Dann trollt sie sich davon.

Langsam beginnt es zu regnen – die Tropfen fallen.

Nacht und Dunkel.

Stille!

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