Haiku am Benediktushof

Am letzten Wochenende haben wir wieder ein Seminar über Haiku und Zen am Benediktushof gehabt. Dabei sind viele neue Haiku entstanden.

Am Benediktushof führt eine alte Steinbrücke über den Bach zum Klosterhof. In der Mitte der Brücke, über dem eilig murmelnden Bach wacht still die steinerne Figur des Heiligen Nepomuk, der schon seit Jahrhunderten die Wege der Mönche zum Gebet geleitet hat.
Ich gehe den Bach entlang und steige die Stiege zum uralten Fachwerkbau empor.
Drinnen führt eine moderne Treppe bis zum Seminarraum unterm Dach, direkt unterhalb des Glockenturms. Die Glocke wird nur noch selten geläutet, etwa zu Hochzeiten oder Taufen in dem barocken Kirchenbau von Balthasar Neumann, der auch die Würzburger Residenz erbaut hat.
Schon als ich das Treppenhaus betrete, duftet es nach japanischen Räucherstäbchen, die eine ganz fremde Welt in diesem christlichen Klosterbau wachrufen. Gespannt steige ich die moderne Stiege empor, die den Wandel der Zeiten anzeigt.
Da, in der Mitte des Treppenhauses auf einem Tischen steht ein Blumengesteck, davor ein einziges Räucherstäbchen. Die duftenden Wolken steigen empor und begrüßen die wuchtigen Pinselstriche eines chinesischen Meisters auf der Hängerolle an der Wand darüber:
Buddha!
Ich folge dem Duft nach oben bis in den Seminarraum: Haiku und Zen!

Buddha

Buddha


Duftende Wolken
Unter der Hängerolle
Künden von Budda.
Steile Treppenstufen
Bis hinauf zum Glockenturm.

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