Dämonen im Kopf

Vor langer Zeit lebte im alten Korea ein buddhistischer Mönch Namens Won Hyo.

Er hörte von einer neuen Meditationsmethode in China, mit der man seinen inneren Frieden finden kann. Mit seinem Freund Uisang machte er sich auf den Weg nach China.

Unterwegs wurden die beiden mitten in der Nacht von einem heftigen Unwetter überrascht. Zum Glück fanden sie einen Unterschlupf, den sie für ein Heiligtum hielten.

Won Hyo hatte großen Durst. Da fand er einen Flaschenkürbis und klares Wasser. Er schöpfte aus dem Wasser, das süß und erfrischend schmeckte. Friedlich schlief er ein und träumt, wie himmlische Wesen musizierten und tanzend um ihn schwebten. Die Luft war efüllt von Duft wie im Lande Buddhas.

Erfrischt und getröstet erwachten die Beiden am nächsten Morgen. Aber das Heiligtum schien eine Begräbnisstätte zu sein. Was Won Hyo für einen Flaschenkürbis gehalten hatte, war ein menschlicher Schädel. Im Wasser lagen Teile von menschlichen Skeletten und das Wasser schmeckte faulig.
Das Unwetter hielt an und die beiden mussten noch eine weitere Nacht in ihrem Unterschlupf verweilen. In der Nacht träumte Won Hyo, wie grässliche Dämonen einen fürchterlichen Lärm veranstalteten und ihn stachen und zwickten und ein fürchterlicher Gestank erfüllte die Luft.

Als er am nächsten Morgen erwachte, erkannte er, dass sie in einem einfachen Unterstand genächtigt hatten, der einen guten Schutz vor dem Unwetter geboten hatte. Es war sein Bewusstsein, das ihn Engel oder Dämonen sehen ließ. Real waren nur das hölzerne Gebäude und das Unwetter.

Won Hyo wusste nun, dass er nicht mehr nach China reisen musste, um die neue Meditationsmethode zu erlernen. Er war einfach bei sich selbst angekommen.

So ist es: In Gefahr suchen wir Unterschlupf, auch wenn die noch so schlicht und einfach ist. Natürlich wäre es unsinnig, die Gefahr zu ignorieren und sich nicht zu schützen. Das gehört zu einem klaren und wachen Geist. Nur unser Bewusstsein lässt uns in der Gefahr Engel oder Dämonen sehen. Aber die sind nicht real!

Won Hyo wurde ein berühmter Denker und schrieb viele Bücher. Hätte er damals nicht Unterschlupf gesucht, wäre er möglicherweise vom Blitz erschlagen worden.

Es ist unsinnig, in Zeiten einer Epidemie Coronaparties zu feiern.
Es ist unsinnig, sich nicht zu schützen. Wie bei jeder Grippewelle auch.
Aber die Dämonen der Angst sind nur in unserem Bewusstsein.

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1 Antwort zu Dämonen im Kopf

  1. Muone sagt:

    Sagt gerade ein Virologe im Fernsehen:
    „Die beste Waffe im Krieg gegen den Coronavirus ist der gesunde Menschenverstand!“

    … wir sind verloren! DIe meistens von uns sind unbewaffnet!!!

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