Waldspaziergang

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Waldbaden in der Rhön

Stille Schritte auf sandigem Pfad
Grenzenlos weit ist der Himmel
Die Bäume stehen still und gelassen
Auf den Blättern tropfende Perlen
Im funkelnden Licht
Die Blumen blühen in reiner Wirre.


Seltsame Wesen im Wald

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Vom kleinen Ort Waldfenster mitten in den Wäldern der Rhön führt ein steiler Weg hinaus in den Wald.
…. aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo Fuchs und Haas sich gute Nacht sagen, so sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie:

„Heute back ich,
Morgen brau ich,
Übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
Ach, wie gut ist, daß niemand weiß, 
daß ich Rumpelstilzchen heiß!“

Heute schlafe ich mal hier 
Morgen Abend mal bei dir 
Und übermorgen schenk ich der Königin ein Kind 
Ach wie gut, dass niemand weiß… 

„Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“

„Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt,“ schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, daß es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riß sich selbst mitten entzwei.

Schatten der Wälder

Wie aber Liebes? Sonnenschein
Am Boden sehen wir und trockenen Staub
Und heimatlich die Schatten der Wälder und es blühet
An Dächern der Rauch, bei alter Krone
Der Türme, friedsam …

Friedrich Hölderlin
Mnemosyne

Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle,
So traulich und so hold!

Matthias Claudius

Waldbaden in der Rhön


Zärtlich, wie vormals, wehn Lüfte der Jugend mich an;
Und das strebende Herz besänftigen mir die vertrauten
Offnen Bäume, die einst mich in den Armen gewiegt,
Und das heilige Grün, der Zeuge des seligen, tiefen
Lebens der Welt, es erfrischt, wandelt zum Jüngling mich um.

Friedrich Hölderlin – Der Wanderer

Heilige Nägel

Gestern haben wir bei den Renovierungsarbeiten unter dem Dach des alten Forsthauses, dort wo der neue Teeraum entstehen soll, handgeschmiedete Nägel gefunden.

Heilige Nägel

Mindestens zeugen sie vom Alter des Forsthauses.
Hat es eine Bedeutung, dass wir genau vier Nägel gefunden haben?
Stammen sie aus den vier Wunden Christi – die fünfte Wunde stammt ja von der Lanze, mit der die Seite geöffnet wurde. Wer weiß, vielleicht finden wir in diesem alten Gemäuer auch noch so etwas wie die heilige Lanze?
Auf jeden Fall werden wir die Nägel aufheben als Zeugnis für die alten Zeiten.
Bald soll hier ein neuer Teeraum erblühen. Dann sind Alt und Neu miteinander verbunden.
Aber auch das Neue – der japanische Zenweg des Tees stammt ja aus uralten Zeiten. Er ist sicher noch viel älter als das alte Forsthaus, das höchsten zweihundert Jahre gesehen hat.
Mögen noch viele Generationen hier den Teeweg erleben und Üben.
Wenn die Nägel wirklich die heiligen Nägel wären, dann zeugten sie von der Wanderung der Ideen aus dem Osten in die Rhön. Ideen wandern immer, so wie wir Menschen auch.