Tsuki-mi: Mondschau des Septembermondes

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Der verregnete August verabschiedet sich noch einmal mit heftigen Regenschauern. Aber schon bald wird das Wetter besser werden und dann steht der volle Septembermond am Himmel. Was kann es schöneres geben, als unter dem Septembermond den Tee bereiten und den vollen Mond mit einem Konzert zu ehren?
Am Samstag den 6. September laden wir alle ein, gemeinsam das Monbetrachtungsfest zu begehen und unsere neue Halle einzuweihen.
Einlass ins Myoshinan ist ab 18.00 Uhr. Gegen 18.30 werden wir ein einen Tee in einer feierlichen Zeremonie opfern. Gemeinsam rezitieren wir dann das Hannya Shin gyou, das ‚Herzsutra1. Wer den Text nicht kennt, hört einfach zu. Das Herzsutra endet mit dem Ruf „Gya tei Gya tei, hara gya tei, hara so gya tei“ – „laßt uns hinüber gehen, gemeinsam hinübergehen“ – in die Große Stille und Gelassenheit des Herzens, in der wir mit uns selbst und der Welt im Frieden sind.

Dann beginnt ein wohl ungewöhnliches Konzert, in dem abwechselnd Trommeln, Klangschalen und die Shakuhachi zu hören sein wird. Aber zwischendrin wird es immer wieder Zeiten der Stille geben, die wir gemeinsam genießen. Es ist die Stille und die Klarheit des Herzens, die strahlt wie der volle Mond am Himmel.
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Hotei zeigt mit dem Finger auf den Mond (Zenmeister Zengai Shibayama)

Am Sonntag feiern wir dann ab 14.00 Uhr ein buntes Fest mit unterschiedlichen Vorführungen und japanischem Essen. So ist das Mondbetrachtungsfest, das Tsukimi schon seit der Narazeit in Japan gefeiert worden. Natürlich kommt es, wie das Meiste in Japan, ursprünglich aus China.

Einladung zum Konzert und zur Eröffnung der Halle

Lied unter dem Septembermond
Hier im Myōshinan warten wir voller Spannung auf den Septembermond, denn dann werden wir unsere neue Meditations- und Veranstaltungshalle feierlich eröffnen.
Am Samstag, den 6. September – ein klein wenig zu früh für den Septembervollmond am 9. September – eröffnen wir die Halle mit einer Feier und einem Konzert: `Lied unter dem Septembermond`. In Anlehnung an ein Haiku von Bashō habe ich dazu ein kleines Haiku verfasst. Bashō hatte den Mangetsuji, den Tempel des vollen Mondes am Biwasee besucht. Dort gibt es eine ‚schwimmende Halle‘, den Ukimido, von der aus man den Mond betrachten konnte, wie er sich im Wasser spiegelte. Im Namen der Halle liegt ein witziges Wortspiel. Ukimi heißt ‚schwimmend‘, das Betrachten des Mondes ist Tsuki-mi.

kagi akete | tsuki sashiire yo | Ukimido
öffne den Riegel / lass das Mondlicht hinein in / den Ukimidō

Das Haiku für das Konzert unter dem Septembermond:

Offene Türen.
Das Mondlicht strahlt hell hinein
Segnet die Menschen.

Rainer Rabus, ein Musiker, der hier im Dorf ein paar Häuser weiter lebt, spielt japanische Trommeln, Klangschalen, Gongs und andere Instrumente, ich werde auf der Shakuhachi spielen. Gemeinsam mit dem Publikum werden wir auch einige Rezitationen machen und auch das Sitzen in Stille genießen. Wir werden um ein Dana ab 10 € bitten. Damit wird dann der weitere Ausbau der Halle finanziert.

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Trommeln und Shakuhachi

Es war schon sehr viel Arbeit in den letzten Wochen. Das Schwimmbadbecken wurde mit einem Bretterboden geschlossen, die blinden Fenster wurden mit Shoji verkleidet, die Wände werden in den nächsten Tagen mit einem Lehmputz versehen, die Wasserleitung für die Toilette und die Dusche muss noch angeschlossen werden und und und …
Aber wir nutzen die Halle schon regelmäßig für unsere Meditationen. Im Teeraum war es schon recht beengt. Hier können wir jetzt Kinhin, die Meditation im Gehen üben. Der Blick aus den geöffneten Shoji auf die Landschaft ist atemberaubend. Aber bei der Meditation schaut man ja eh nicht nach außen. Dafür wird sich die Landschaft aber am Konzertabend hoffentlich in voller Schönheit zeigen. Einlass ab 17.00 Uhr. Konzertbeginn 19.00 Uhr.

Am Sonntag, den 7. September ist dann hier ab 14.00 Uhr ein Tag der offenen Tür. Jeder kann kommen, bei unterschiedlichen Vorführungen wie Schwertkampf, einem Taiko Workshop oder bei der Teezeremonie mitmachen. Dazu wird es dann leckeres japanisches Essen geben. Ein Dana ist selbstverständlich willkommen, denn das Ganze muss ja finanziert werden.

Termin:

Konzert: Samstag 6. September, Einlass ab 18.00 Uhr
Getränke werden gereicht, Besichtigung der Räumlichkeiten und es Gartens

Feierliche Teezeremonie ab 18.30 Uhr
Konzertbeginn gegen 19.00

Bitte möglichst Sitzkissen und Decken mitbringen. Es gibt nur eine beschränkte Anzahl von Stühlen.

Eröffnungsfeier:
Sonntag 7. September
, Einlass ab 14.00 Uhr
Es gibt ein wechselndes buntes Programm (Teezeremonie, Musik, Schwertweg, etc.)
Gäste, die gern selbst etwas vorführen möchten (Tai Chi oder Musik oder ganz nach Belieben) sind herzlich eingeladen. Bitte vorher Bescheid geben, welche Vorführungen geplant sind.

Japanisches Essen und Getränke werden hier vorbereitet.

Gäste von außerhalb können mit Schlafsack in der Halle übernachten.
Toilette ist vorhanden.
Natürlich ist der Veranstaltungsort das
Myoshinan Chadojo
Am Rosenberg 5
91338 Igensdorf / Oberrüsselbach

Mein Dank an alle, die mitgeholfen haben und noch werden, zum Beispiel:
Anica, Christina, Dustin, Florian, Horst, Jasmin, Jörg, Klaus, Lisa, Michael & Michael, Patricia, Rainer, Rike, Susanne, Ulrike, Winfried ….

Besonders gefreut habe ich mich über ein Dana aus China, aus Kanada und aus München und anderen Orten in Deutschland.

 

Gesang der Drachen

Drachen singen?

Ja, sehr schön sogar, aber nur wenigen Menschen ist es vergönnt, den Drachengesang zu hören. So schreibt jedenfalls Michael Ende in seiner Unendlichen Geschichte:

Glücksdrachen  sind Geschöpfe der Luft und Wärme, Geschöpfe unbändiger Freude, und trotz ihrer gewaltigen Körpergröße so leicht wie eine Sommerwolke. Darum brauchen sie keine Flügel zum Fliegen. Sie schwimmen in den Lüften des Himmels wie Fische im Wasser. Von der Erde aus gesehen gleichen sie langsamen Blitzen.

Das Wunderbarste an ihnen ist ihr Gesang. Ihre Stimme klingt wie das goldene Dröhnen einer großen Glocke, und wenn sie leise sprechen, so ist es, als ob man diesen Glockenklang von fern hört. Wer je solchen Gesang vernehmen durfte, vergisst es sein Lebtag nicht mehr und erzählt noch seinen Enkelkindern davon.

Man kann Drachen sehr selten singen hören, aber am Sonntag, den 7. Oktober 2012 kann man sie in der Nürnberger Norishalle hören. Dann wird am Nachmittag um 15.00 Uhr ein kleines Konzert mit Drachengesängen sein.Ich weiß nicht, ob die Drachen dieses Mal so schön singen werden, denn ich spiele selbst die japanische Shakuhachi, also wird es wohl doch eher ein wenig irdischer klingen als die echten Drachen.

Aber Huanhuan Wang wird ein altes chinesisches Instrument spielen und das wird dann doch wohl etwas himmlischer. Huanhuan ist professionelle Musikerin. Sie spielt die alte chinesische Gu Zheng, die ‚Alte Zither‘ und die europäische Konzertharfe.

Beim Konzert wird nur die Gu Zheng mit klassischen chinesischen Stücken zu hören sein.
Die Gu Zheng ist eine große, liegende Zitter oder Harfe. Ihr Name bedeutet Gu – alt, Zheng – Zitter. Sie ist das Vorbild für die japanische Koto, aber die Gu Zheng ist noch viel reicher im Klang als die Koto. Und Huanhuan beherrscht ihr Instrument wirklich meisterhaft.

Zwischen den Stücken werden kleine Geschichten aus dem Drachenbuch gelesen.

Veranstaltungsort:

Museum der Naturhistorischen Gesellschaft, Norishalle in Nürnberg.

Das Konzert beginnt um 15.00 Uhr.

Platzreservierung bei der NHG kann nicht schaden, denn das KOnzert findet in der aktuellen Drachenausstellung statt. Deshalb gibt es nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen.

Anmeldung unter Tel.: (0911) 22 79 70
oder per mail: kontakta@nhg-nuernberg.de

Wenn der schwarze Drache trommelt – …

Gestern war die Eröffnung der Drachenausstellung in der Norishalle Nürnberg.

Es waren überraschend viele Gäste gekommen und das Wetter schien gut zu bleiben, zumal die Trommelgruppe Koku-Ryu Wadaiko draussen im Innenhof unter freiem Himmel spielen sollte.

Mari Ohara aus Japan stellte die Truppe vor. Früher wurden die Trommeln unter anderem geschlagen, um bei Dürre Regen zu erbitten. So hieß denn auch eines der Stücke: „Shinotsuku Ame“ – Strömender Regen. Wir sind ja nicht mehr abergläubische und mit Trommeln Regen machen? – Niemals, jedenfalls nicht in unserer aufgeklärten Zeit. Aber was soll ich sagen: Kaum schwiegen die Trommeln, als sich auch schon dichte Wolken zusammen zogen und wir fluchtartig vor dem plötzlichen Regn ins Trockene flüchten müssen. Also scheint doch ein ganzes Stück Wahrheit in den alten Geschichten geborgen zu sein.

Als Stellvertreter von OB Maly  war der aus Griechenland stammende Stadtrat Theodoros Agathagelidis gekommen. Auf dem Heimweg erzählte er einer Teilnehmerin der Eröffnungsveranstaltung von den Drachen in Griechenland. Da wollte ich aber schon mehr von ihm wissen. Heute früh habe ich ihn angerufen, weil ich dachte, er hätte über Drachen im neugriechischen Volkstum gesprochen. Aber Herr Agathagelidis ist klassisch gebildet. Er hatte von den Drachen im Mythos erzählt. Da kenne ich mich ja dann doch sehr gut aus, denn ich habe in einem früheren Leben jahrelang über den griechischen Mythos geforscht. Ich hoffe, es wird noch eine Reihe von guten Gesprächen mit ihm über die Drachen in Griechenland geben. Aber dann muss ich wohl doch das Kapitel über die abendländischen Drachen erheblich erweitern.

Zum Beispiel wird zu erzählen sein, wie der Drache Ladon die goldenen Äpfel am Baum der Hera im Garten der Hesperiden beschützt. Eigentlich ein guter Drache!
Oder ist er nicht etwa doch mit der Drachenschlange verwand, die Adams zweiter Frau Eva den Apfel gibt? Adams zweiter Frau? Ja, da sind schon noch eine ganze Menge von Überraschungen zu erwarten!

Schon wieder wird das Buch noch dicker werden!

Nihon-Matsuri und der Schwarze Drache Koku-Ryu

Gerade ist wieder einmal ein Japanfest vorüber. Es war das dritte Japanfest in Eschenau, das die Bonsaifreunde, das Myoshinan und viele Vereine und Helfer gestaltet haben. Und kein Matsuri in Japan ohne Trommeln!
In diesem Jahr hatten wir die große Freude, eine Gruppe Japanischer Trommler begrüßen zu dürfen. Die Trommelgruppe, die den Namen Scharzer Drache – Kuku Ryu führt, war aus München zu uns gekommen.

Kokuryu Daiko

Kokuryu Daiko


Kokuryu Daiko

Kokuryu Daiko

Die Gruppe ist zwar noch recht neu, aber ihre Darbietung war auf dem höchsten Niveau. Die gesamte Halle dröhnte und begeistert meinte jemand aus dem Publikum: Da spürt man noch die schmanistischen Wurzeln der Trommel!“
In Japan sagte man früher, dass die Ortsgrenzen so weit reichen, wie man den Klang der Trommeln hören kann. Aber man hört sie nicht nur, man spürt sie in jeder Zelle des Körpers. Die Erde dröhnt wie ein Trommelfell und man schwingt mit im Rhythus der Musik.
Nach ihrem kleinen Konzert, immerhin sind die Trommeln zweimal aufgetreten – wenn es nach den Zuhörern gegangen wäre, hätten sie den ganzen Tag spielen können – gab es sogar noch einen Workshop. Eigentlich dachte ich, das kann nicht gehen, weil ja die Neulinge noch keine Erfahrungen mit Trommeln hatten. Aber nach einer kurzen Erklärung über die Körperhaltung und wie man die Schlägel hält ging es schon los. Einer der Trommler schlug die große Trommel, andere zeigten den Rhythmus mit ihren Schlägeln in der Luft. Und schon nach ein parr Augenblicken klang es fast professionell. Sogar schwierigere Rhythmen wurden geübt und gelangen fast auf Anhieb.
Schweißgebadet und freudestrahlend kamen die Teilnehmer vom Spielen zurück: „Das macht so richtig Spass!“

Im nächsten Monat veranstaltet die Gruppe einen Workshop in München. Teilnahme ist auch für Anfänger möglich. Anfragen an das Myōshinan.

Wer weiß, möglicherweise gibt es bald eine Trommelgruppe auch in Oberrüsselbach?!
Interessenten gibt es schon. Wer auch mitmachen möchte, meldet sich bitte.