Im Garten der Stille

2Dichter

Zwei Dichter

Endlich ist es geschafft. Nach fast vier Jahren Arbeit – mit Unterbrechungen – ist nun endlich Das Buch über Hölderlin im Gespräch mit Zenmeister Dogen fertig.
Natürlich haben die beiden kein echtes Gespräch geführt, denn Dogen hat im alten Japan gelebt und ist schon 1253 gestorben. Hölderlin dagegen war nie in Japan und er hat sich auch nie wirklich mit dem Buddhismus befasst. Aber sein Freund Hegel hat doch so einiges über den Buddhismus geschrieben, sodass wir davon ausgehen können, dass auch Hölderlin so einiges kannte.
Aber es geht in diesem Buch nicht wirklich darum nachzuweisen, dass Hölderlin Kenntnisse vom Zenbuddhismus hatte. Vielmehr ist mir in den langen Jahren der Beschäftigung mit Hölderlin und mit dem Zen aufgegangen, dass so viele Gemeinsamkeiten der Erfahrungen vorliegen, die aber aus ganz und gar unterschiedlichen Wurzeln entstanden sind.
Es ist also der Versuch, das Eigene aus dem Fremden und das Fremde aus dem Eigenen zu verstehen. Doris Zölls, die Zenmeisterin des Benediktushofes hat in einem Vorwort zu diesem Buch darauf hingewiesen, dass Mahatma Gandhi erst in England auf das alte indische Epos Mahabarata gestossen ist.
So ist es oft: Wie müssen erst in die Fremde gehen um dort plötzlich das Eigene zu entdecken. Und aus dem neuen Verständnis des Eigenen erwächst dann auch ein tieferes Verständnis des Fremden.
Wenn wir uns mit fremden Kulturen und Religionen befassen, so sollte es nicht darum gehen, das Eigene vollständig zu verlassen und das Fremde anzunehmen. Wir nehmen unser Eigenes immer mit, denn wir sind in unserer Kultur aufgewachsen. Das kann aber nicht heißen, dass wir die beiden Welten unkontrolliert miteinander vermischen. Es ist vielmehr wichtig, dass sich beide Welten im positiven Dialog gegenseitig befruchten.
Ich hoffe, dass dieser Versuch wenigstens im Ansatz in diesem Buch gelungen ist.
Der Einband zeigt jedenfalls den Garten des Myoshinan eingebettet in eine schöne fränkische Landschaft. Nur im Vordergrund ist der japanische Zaun und die Steinlaterne im Garten zu sehen. Immerhin geht es auch in dem Text Dogens, der in diesem Buch interpretiert wird um die Laterne im Garten. In unserem Fall also um die japanische Steinlaterne in einem fränkischen Garten. So kommen sich die beiden Welten des Zen und der urdeutschen Kultur in Hölderlins Gedichten ganz nahe. Ich hoffe, dass dieses Buch zum Nachdenken über sich selbst anregen wird.

Ab heute ist das Buch im neuen Buchladen des Myoshinan zu erwerben. Aber natürlich kann es auch im Buchhandel bestellt werden. Ich würde mich freuen, wenn damit ein Beitrag zum Dialog der Kulturen gelungen wäre.

Im neuen Buchladen können nur die Bücher aus dem Myoshinan bestellt werden.
Alle Daten werden verschlüsselt über eine sichere Verbindung übermittelt. Die Bezahlung kann sicher und versichert über Paypal getätigt werden. Aber auch eine Vorausüberweisung ist möglich.
Wer möchte, kann das Buch handsigniert mit Kalligrafiestempeln bestellen.
Gerne schreibe ich auch eine Widmung hinein.
Einfach während der Bestellung als Sonderwunsch vermerken!

Hier geht es zum Buchladen Honya (wörtlich: Bücher-Hütte)
Buchladen: Honya

Der 11. März – ein ganz besonderer Tag!

Der 11. März muss ein ganz besonderer Glückstag sein, denn er ist wohl für immer mit der „Insel des Glücks“ Fuku-shima verbunden.
Es kam alles auf einmal zusammen: Das Erdbeben in Japan, der Tsunami, der dadurch ausgelöst wurde und dann die Atomkatastrophe von Fukushima.
Für viele von uns ist an diesem Tag eine ganze Welt zusammengebrochen. Das Vertrauen in die Beherrschbarkeit der Atomtechnik brach zusammen und das Erbeben zeigte uns allen, dass die Welt nicht so sicher ist, wie wir immer glauben.
Für manchen von uns ist die alte Sicherheit erschüttert worden und wir mussten lernen wieder neues Vertrauen in das Leben zu fassen.
Heute, vier Jahre nach dem Zusammenbruch müssen wir immer noch und immer wieder an die Vorgänge von damals denken, die das Leben so verändert haben.

Heute sitze ich und arbeite an dem Stichwortverzeichnis für mein neues Buch, das in Erinnerung an die Erschütterungen entstanden ist und an dem ich – mit Unterbrechungen – seit jenen Tagen gearbeitet habe:
„Die reissende Zeit und die Stille“

Fuku: Glück

Fuku: Glück

den nächsten Tagen wird das Buch in die Druckerei gehen.
Der Titel stammt aus Hölderlins Gesang ‚Der Archipelagos‘, dem Meer der Griechen. Die Zeit hatte an den Ufern des Griechenmeeres alles hinweggerissen was an die große Zeit der Griechen erinnert. Aber obwohl alles von der glorreichen Kultur und den glücklichen Zeiten verschwunden ist, bleibt immer noch die Erinnerung an das einstige Glück.

Und die Gewissheit, dass die Natur weiter lebt. Die Stille ist die große Ruhe und Gelassenheit, die ganz tief unten unter der Oberfläche ruht und die das Leben immer weiter trägt und die wir in der Meditation direkt erfahren können.

Darum ist am Tag des Zusammenbruches zugleich ein Geburtstag, der Geburtstag des Buches über die Gelassenheit, die aus der Tiefe unseres Wesens entspringen kann.

Darum sollen alle Geburtstagskinder des heutigen Tages gegrüßt werden. Das Leben geht immer weiter. Und Sicherheit ist nur scheinbar: die reissende Zeit bringt immer Veränderungen – jeden Augenblick! Aber tief in uns trägt uns die große Stille.

Zen: Klang und Stille

Kurs im Benediktushof

„Wenn wir lernen, mit dem Herzen zu hören, dann
vernehmen wir die Stille und die Buddha-Natur in uns.“
(Zenmeister Dogen)

Ein Wochenende, um tiefe Entspannung zu genießen:
Stille erfahren, Zeit entschleunigen, sich selbst wahrnehmen,
zur inneren Balance gelangen.

Wir finden dies in der Stille des Sitzens, in der Achtsamkeit
und auch im Hören. Die Klänge der Zen-Shakuhachi
und von obertonreichen Instrumenten, wie Klangschalen
und Gongs, laden ein, eine ganz andere Stille zu erfahren.
Klang schafft Raum in uns.

Übungen zur Wahrnehmung, unterschiedliche Meditationen,
achtsame oder dynamische Bewegungen, Rezitationen
und Obertonsingen führen auf den Weg vom Außen
in die innere Stille. Dazwischen genießen wir immer
wieder, im Sitzen oder Liegen, Phasen der Entspannung
durch die Klanginstrumente.

Es gibt ausreichend Gelegenheit, die Instrumente selbst
auszuprobieren.

Vorträge über Zen, die Instrumente und deren Wirkungsweise liefern interessante Informationen.

Kursdauer: 3 Tage

Kursgebühr: € 270,00 pro Person zzgl. Kosten für Unterk./Verpfl.

Anmeldung Benediktushof