Termine – Termine

Im Mai gibt es zwei Termine, zu denen ich gerne einlade.
Der erste Termin ist die Vorstellung des Buches „Heilige Drachen“ in der Buchhandlung Thalia Campe in Nürnberg, der zweite ein Teeseminar im Benediktushof von Williges Jäger in Holzkirchen.


Buchpräsentation – Thalia Campe

Donnerstag, 2. Mai, 18.30 Uhr
Musikalische Begleitung: Huanhuang Wang auf der chinesischen Ghuzheng
Signierte und mit japanischen Kalligrafie – Stempeln versehene Bücher können dort erworben werden.
Buchpräsentation Thalia Campe
Der Eintritt ist frei.


Teeweg – Benediktushof

Beginn: Dienstag, den 21. Mai 2013 um 18:00 Uhr
Ende: Sonntag, den 26. Mai 2013 um 13:00 Uhr

Anmeldung im Benediktushof:
Teeweg im Benediktushof


Im Benediktushof sind wir dieses mal zwei Lehrer. Als Assistent im Tee Unterricht ist mein Teeschüler Axel Zeman dabei, der als 2. Dan in Garmisch die erste Sunmudo Schule in Deutschland gegründet hat. Axel wird in den Pausen Übungen der Zen – Kampfkunst Sunmudo aus Korea als Ausgleich für das lange Sitzen anbieten. Außerdem werden wir regelmäßig Zenmeditation üben und Sutrarezitationen im Gehen üben. Abends gibt es dann im Zengarten des Benediktushofes Shakuhachi Konzerte.

Wer mehr über Sunmudo erfahren will, besucht die Seite von Axel Zeman:
Sunmudo in Garmisch

Der Blick zurück

Amithabha

Im Jahr 1082 übte der japanische Priester Yôkan in einer Gehmeditation die Rezitationen der Sûtren, als plötzlich vor ihm der Amida Buddha erschien, und vor ihm her ging. Amida ist der Buddha im Reinen Land im Westen. Dorthin – so denken die Anhänger des Reinen Land Buddhismus – holt Amida die Gläubigen bei ihrem Tod ab, in das Land, in dem es kein Leiden gibt, und in dem alles aus purem Gold besteht.


Noch vor ein paar Tagen waren wir  im Eikando 永観堂, der ‚Halle des Erblickens der Ewigkeit‘, in der Yôkan einst der Amida erschienen war.  Es war der vorletzte Tempel, den wir auf unserer Reise besucht haben. Der Tempel liegt am Hang der Ostberge von Kyôto, umgeben von einem wunderbaren Garten.Ganz oben am Berghang liegt die Halle, in der die bezaubernd schöne Figur des Amida steht.


Gerade war eine Schar von Gläubigen zu einer Zeremonie erschienen, der wir beiwohnen durften. Sûtren wurden rezitiert, vor allem aber auch das ‚namu Amida Butsu‚ – ‚Verehrung dem Amida Buddha‘ – das auch einst wohl Yôkan rezitiert hatte, als ihm der Amida erschienen war.

Yôkan war, als er den Amida erblickte, vor Erstaunen stehen geblieben.  Aber Amida drehte sich zu ihm um und blickte über seine Schulter zurück: „Yokan, du bist zu langsam! Komm!“ rief er Yôkan zu. So enstand die Figur des „zurückschauenden Amida“, des Mikaeri Amida.



Nun sind wir selbst wie der Amida. Zu Hause angekommen schauen wir zurück über die Schulter: War Japan nun das Paradies? Noch gab es späte Kirschblüten. Das frische Laub des japanischen Spitzahorn leuchtete in der Sonne und die Azaleen fingen schon an zu blühen. Sogar die ersten Pfingstrosen hatten sich geöffnet. Wenn das nicht das Paradies war?!

Aber nein, heute sitze ich schon wieder im Teeraum und wir haben schon den ganzen Morgen Tee geübt. Auch der Teeraum ist ein „Reines Land“.

Aber letztlich liegt das Reine Land nirgendwo, wo es auffindbar wäre: Unser eigens Herz ist das reine Land. Und dorthin gelangt man nicht erst nach dem Tod. Wir können dort sein, jederzeit, mit einem einzigen Sprung!

Joruriji

Amida Nyorai

Amida Nyorai im Joruriji

Völlig versteckt in Bambuswäldern liegt in der Nähe von Nara ein winziges Dorf mit drei oder vier Häusern. Aber das eigentliche Ziel ist der Joruriji Tempel. Nur zwei Gebäude haben den Zeitlauf überstanden. Der Tempel wurde vermutlich um 900 von Adligen aus der Hauptstadt Kyoto erbaut, um den Amida Nyorai zu verehren, der im wetlichen Paradies des reinen Landes residiert. Man erwartete den Weltuntergang für das Jahr 1025 und nur Amida konnte in das reine Land hinüber retten.
Klein und unscheinbar liegt das Hauptgebäude an einem kleinen See. Aber wenn man die langgestreckte Halle von der Seite aus betritt, stockt fast der Atem. Acht große Amida Figuren sitzen aufgereiht, in ihrer Mitte als Neunter ein großer Amida. An der Seite im Feuerkranz mit seinen zwei Begleitern Fudô Myô-Ô, der unerschütterliche Geheimnis – König mit dem Drachenschwert, mit dem er jedes Hindernis durchtrennt. Wir hatten Glück und waren ganz allein im Tempel, vermutlich, weil es heute doch ein wenig frisch war.
Zwei aus unserer Gruppe haben das Hannya shin Gyo auf Sanskrit rezitiert und Fudo und sein grimmig schauender Begleiter haben versprochen, jeden Wunsch zu erfüllen und in schwierigen Fällen zu helfen. Man konnte es an seinen leuchtenden Augen erkennen. Wir werden sehen, ob er Wort hält.

Morgen werden wir einen alten Mönch im Jikko – In besuchen, den wir bei früheren Reisen sehr lieb gewonnen haben. Er hat uns freundlich eingeladen, und wir werden dort im Tempel eine Teezeremonie erleben dürfen. Als Geschenk bekommt der Mönch ein Buch mit Bildern aus dem Myoshinan.

Und schon wird sich unser Aufenthalt in Nara dem Ende zuneigen. Nur noch ein Besuch in Yoshino steht bevor. Dort in den Bergen werden die Kirschen gerade jetzt in voller Blüte stehen, in Kyoto sind sie inzwischen schon fast verblüht.

Hanafubuki – Blütenschneesturm

Wie ich im Internet gelesen habe, schneit es in Deutschland. Merkwürdig, hier in Japan schneit es auch, aber nur Blütenblätter der Kirschblüte.
Es ist warm und trocken, nur abends wird es noch etwas kühl. Dieses Wetter sogt dafür, dass die Kirschblüte noch eine ganze Weile dauern wird. Es ist fast unerträglich schön. Aber wir werden es schon noch ein Weile ertragen.
So schneit es sowohl in Deutschland als auch in Japan. Es ist also alles ganz gerecht verteilt. Aber ein ganz klein wenig ziehe ich die Kirschblüten dann doch dem fallenden Schnee vor, zumindest im April!