Ein Teekessel entsteht

Das Internet ist schon toll, heute kann man sogar auf Youtube zuschauen, wie ein Teekessel in alter Handwerkstradition hergestellt wird. Früher konnten nur ganz wenige Menschen so etwas sehen. Hier kann man den gesamten Prozess vom Entwurf bis zum fertigen Kama sehen.

Keiten Takahashi

Keiten Takahashi ist ein „lebender Nationalschatz“.

Alte Erinnerungen

Heute habe ich meine Laute wieder einmal von der Wand genommen und alte Stücke gespielt.
Oh weh, erst schien sooo viel vergessen, schließlich habe ich in den letzten Jahren nur noch die Zen Shakuhachi gespielt, aber auf einmal ging es wieder überraschen gut. Der Körper lernt halt und erinnert sich wieder an das Gelernte!

Eine Laute von Andreas von Holst


Und dann habe ich ein weinig im Internet gesucht, Mein Lautenbauer Andreas Holst hat inzwischen eine schöne Seite und dort sind auch einpaar Beispiele von meinem alten Lautenlehrer Hubert Hoffmann.
Na, soo schön hab ich es nie geschaftt, schließlich war er ja mein Lehrer.
Wie oft habe ich von ihm das Tombeau sur la mort de Mr.Cte de Losy, also den „Grabstein zum Tode des Grafen Losy“ von Sylvius Leopold Weiss von ihm gehört. Unbedingt mal reinhören, lohnt sich: Tombeau.
Man hört förmlich die Totenglocken läuten. Das war Huberts Paradestück!
Der Graf Losy von Losintal war ein fürstlicher Amateutr, der den ganzen Tag im Bett lag und Laute spilete, wobe er eine große Virtuosität erlangte. Ein Beispiel von Losy spielt Hubert hier: Losy Overture.
Ganz andere Musik spielt Hubert hier auf einer Theorbe, das ist eine Laute mit einem riesigen langen Hals mit Musik von J.H.Schmelzer.

Morgen werde ich meine Barocklaute wieder nehmen, sie neu stimmen und mal versuchen, ob ich den Silvius Weiß noch spielen kann. Es ist einfach schöne Musik!

Tee in Königsberg

Demnächst sind wir in Königsberg und führen dort Teezeremonie vor.
Ziemlich weite Reise von Oberrüsselbach, wo das Myoshinan liegt bis Königsberg, aber so weit ist es auch wieder nicht, so knappe eineinhalb Stunde. Na, das Königsberg liegt ja auch nicht dort, wo man vielleicht beim Lesen des Titels vermutet, sondern in Bayern, mitten in den schönen Hassbergen.

regiomontanushaus

Geburtshaus von Regiomontanus in Königsberg

In diesem Königsberg wurde am 6. Juni 1436 Camillus Johann(es) Müller geboren, sein Geburtshaus ist heute noch zu besichtigen.
Wie bitte, wer war Johannes Müller? Gelebt hat er unter dem Namen Johannes Molitor(is). Später, nach seinem Tod, nannte man ihn nach seiner Heimatstadt Königsberg „Regiomontanus“. Er war einer der bekanntesten Mathematiker und Astronomen seiner Zeit. Seine verbesserten Sternentafeln haben überhaupt erst die Reisen von Christopher Columbus und Vasco da Gama ermöglicht.

Johannes Molitor ist ziemlich viel herumgekommen. Er hat in Leipzig und Wien studiert. Eine Zeit lang lebte Regiomontanus in Nürnberg, weil man dort die besten Instrumente baute, mit denen er die Sterne beobachten und berechnen konnte. Gestorben ist er in Rom. Manche Leute munkeln, er sei dort ermordet worden, weil er mit seinen Berechnungen und Überlegungen über die Sterne ziemlich nahe an die Idenn eines späteren Johannes Kepler kam. Das war sicher unbequem, aber diese Geschichte von seinem Tod ist nicht gesichert.

Aber eigentlich wollte ich nicht über Regiomontanus schreiben, sondern über Königsberg.
Es ist ein wunderschönes Städtchen mit herrlichen alten Fachwerkhäusern, unbedingt eine Reise wert. Dort werden wir im Kunsthandwerkerhof, einem wunderschönen Viertel mit alten Handwerkerhäusern unsere Vorführung machen. Noch ein Grund mehr, einmal Königsberg zu besuchen!
Der Termin ist am Samstag den 28. Januar, Beginn 19.00 Uhr.
Am nächsten Tag lädt dann die wunderschöne Stadt und die umliegende Landschaft zu einem Besuch ein.

Aber man kann den Handwerkerhof auch im Internet besuchen unter Kunsthandwerkerhof

Kleb dir einen Drachen

Briefmarke Drachen

In China ist eine bunte Briefmarke mit einem Drachen als Sondermarke zum Jahr des Drachen erschienen. Dazu gibt es einen Bericht in der Tagesschau vom 7. Januar 2012.
„Schon seit den frühen Morgenstunden stehen hunderte von Menschen vor den Pekinger Postämtern geduldig an. Denn seit kurzem wird die Drachen-Sondermarke verkauft, die die chinesische Post zum Jahr des Drachen herausgibt. Das Jahr des Drachen beginnt am 23. Januar.

In China gilt der Drache eigentlich als Glücksbringer, doch die bunte Marke zeigt ein furchteinflößendes, klauen-schwingendes Untier. „Das Bild symbolisiert Chinas Aufstieg“, sagt ein 50-jähriger Mann, der gerade einige Marken gekauft hat. „China steigt in der Welt auf wie ein gigantischer Drache.“

Das ist genau die Angst der chinesischen Regierung, dass der chinesische Drache in der Welt als bedrohlich empfunden wird. Außer in China und Japan sind Drachen nun einmal kleine (oder große) Bösewichte. Darum sieht man lieber den knuddeligen Panda Bär als Symbol Chinas.

Aber der Drache ist nun einmal im chinesischen Horoskop das mächtigste und zugleich glücklichste Wesen: es verheißt Neuanfang und Erfolg.

Glück haben auf jeden Fall diejenigen, die eine solche Sondermarke ergattern konnten, denn schon ist der Wert auf dem Schwarzmarkt beträchtlich gestiegen.

Eigentlich toll, aber irgendwie ist mir die japanische Kiefer am Strand von Kesennuma-shi sympathischer!

Drachenkiefer – Symbol des Überlebens

Drachenkiefer

Drachenkiefer am Strand von Kesennuma-shi, Miyagi-ken,nördlich von Sendai

Heute habe ich eine mail bekommen mit einem Bild, das mich sehr erschüttert hat.
Es zeigt das Bild einer alten Kiefer mit der Form eines Drachens. Diese Kiefer steht am Strand von Kesennuma-shi, Miyagi-ken,nördlich von Sendai, am Pazifischen Ozean. Sie wurde, wie die gesamte Region bei dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami schwer beschädigt.
Aber sie steht fest und unerschütterlich, so wie die Japaner, die nach jeder leidvollen Erfahrung wieder aufstehen und in die Zukunft schauen.
Das Bild stammt vom 5. Januar aus der Yomiuri Shinbun, einer der größten Tageszeitungen Japans. Dort heißt es:

龍の形をした松の木。復興のシンボルとして期待されている。
Drachenförmige Kiefer. Ein Symbol der Erneuerung

Heute, am 6. Januar wird von Gegenmaßnahmen nach der Tsunami Katatstrophe in der Präfektur Saitama berichtet. Hier der Link zum englischsprachigen Artikel:
Yomiuri Shinbun über Saitama / 6. Januar 2012

Welch unglaubliche Kraft liegt in einem solchen Bild!
Mögen wir alle wie die Drachenkiefer jedes Unglück überstehen.