Dao De Jing Nr 5

DAO - Trommeln und Pfeiffen

天地不仁,
以萬物為芻狗。
聖人不仁,
以百姓為芻狗。

天地之間
其猶橐籥乎
虚而不屈,
動而愈出。

多言數窮,
不如守中。
tiān dì bù rén
yǐ wàn wù wéi chú gǒu
shèng rén bù rén
yǐ bái xìng wéi chú gǒu

tiān dì zhī jiān
qí yóu tuó yuè hū?
xū ér bù qū
dòng ér yù chū

duō yán shù qióng
bù rú shǒu zhōng
Himmel und Erde sind unparteiisch
Strohhunde sind ihnen alle Dinge.
Der Edle ist unparteiisch;
Strohhunde sind ihm alle Menschen

Zwischen Himmel und Erde gleicht der Raum Trommeln und Flöten.
Leer aber unerschöpflich,
Je stärker bewegt, desto mehr kommt hervor.

Zuviel Reden, einiges ergründen -
das ist nicht so gut, wie die Mitte bewahren.


Im mittleren Abschnitt ist die Rede vom Raum zwischen Himmel und Erde, dem "Ten chi no ma" 天地之間 .
MA: Zwischenraum Das Schriftzeichen für Raum bzw. Zwischenraum zeigt ein Tor, durch das die Sonne hindurch scheint. Der "Raum" ist eine Lichtung in einem Tor oder einer Tür. Dieser Raum von Himmel und Erde wird oben vom Himmel, unten von der Erde begrenzt. Der Himmel ist oben und das Höchste. Es gibt nichts, was höher wäre als der Himmel. Das Schriftzeichen Ten - zeigt einen Menschen mit ausgebreiteten Armen. Über seinem Kopf weitet sich der Himmel. Das Schriftzeichen für Erde ist zusammengesetzt aus zwei Teilen. Der erste Teil zeigt einen senkrechten Pfahl auf einer weiten Ebene, das Bild für die weite und tragende Erde. Der zweite Teil des Zeichens ist eine Relation. Die Erde ist was sie ist nur in Relation zum Himmel. Beide zusammen bilden das Ganze des Alls. Der Zwischenraum ist die Lichtung der zehntausend Dinge.

Von diesem Zwischenraum wird gesagt, er gleiche einem Blasebalg. aber ist im Text wirklich von einem Blasebalg die Rede? Die beiden Schriftzeichen 橐籥, die gemeinhin als Blasebalg übersetzt werden, kommen im Dao De Jing nur an dieser Stelle vor. In neuen Übersetzungen aus dem Jahr 2005 ist auch nicht mehr vom Blasebalg, sondern von Beuteln und Pfeifen die Rede.
Zwischen Himmel und Erde
tut sich eine große Leere auf;
sie ist wie ein Beutel ohne Naht,
gleicht einer Bambusflöte Loch.
Der Raum zwischen Himmel und Erde
ist er nicht wie Blasebälge und Flöten?
Chao-Hsiu Chen Bradford Hatcher
Das erste Schriftzeichen ist eine Art Sack oder Beutel. Es kann einen beiden Enden offener Sack nennen, es kann den Klang von Schritten oder den Klang von Gießen oder Strömen bedeuten, es kann auch ein Blasebalg, ein Blasrohr, ein Kamel oder ein Stampfgeräusch bezeichnen. Das Zeichen in der alten Siegelschrift zeigt noch deutlich den Beutel oder Sack, der gebunden ist. Das zweite Zeichen zeigt eine Flöte mit drei Löchern oder aufgereihte Bambusröhren wie bei einer Panflöte. In der Zusammensetzung kann es sich eigentlich nicht um einen Blasebalg handeln. Der Blasebalg dient zum Anfachen von Feuer. Aber handelt es sich hier nicht um eine Art von Musikinstrument? Jedenfalls legen die Löcher und die Darstellung der Bambus-Röhren das Bild einer Flöte oder Pfeife nahe. Handelt es sich eher um eine Art Dudelsack und nicht um einen Blasebalg? Dann wäre in diesem Text die Rede von einer Art Musik.

Richard Wilhelm benutzt in seiner Übersetzung, anders als die meisten anderen Übersetzer das Bild der Flöte:

Der Zwischenraum zwischen Himmel und Erde
ist wie eine Flöte,
leer und fällt doch nicht zusammen;
bewegt kommt immer mehr daraus hervor.

Hier wird zwar das musikalische des Textes mit übersetzt, aber der Hohlraum oder Sack des ersten Schriftzeichens verschwindet.

Die Flöten des Himmels

Im zweiten Kapitel des Zhuangzi spricht der Meister Buntgescheckt von den "Flöten des Himmels, den Flöten der Erde und den Flöten des Menschen". Er sitzt in Meditation an seinen niedrigen Tisch gelehnt, als sein "Ich - Begleiter" ihn verläßt und plötzlich ist er ein ganz Anderer als vorher. Herr Wanderer von völliger Gemütsruhe, der ihm aufwartet ist erstaunt, als er den Meister sieht, wie dessen Herz oder Geist "wie tote Asche" wird. Alle Leidenschaften und persönlichen Gefühle, Ängste und Sorgen sind vom Meister Buntgescheckt abgefallen.

Gerade habe ich mich selbst verloren. ... Du magst die Flöten der Menschen gehört haben, aber nicht die Flöten des Himmels.

Herr Wanderer versteht nicht, was die Flöten des Himmels sein sollen. Er kennt nur die Flöten der Menschen, die "aufgereihte Bambusrohre" sind. Je lauter diese Flöten klingen und ihren Lärm verbreiten, desto weniger vermag man die Flöten des Himmels zu vernehmen. Bevor ihm Meister Buntgescheckt die Flöten des Himmels erklärt, schildert er ausführlich eine andere Art von Musik:

Der Große Klumpen ... stößt einen Lebensatem aus, den man Wind nennt. Solange er nicht bläst, geschieht nichts. Hebt er jedoch zu blasen an, dann beginnen Myriaden Löcher zu heulen. Hast du nie sein Seufzen gehört?
Die Spalten und Klüfte der aufsteilenden Berge, die Löcher und Hohlräume der riesigen Bäume von hundert Spannen Umfang: Sie sind wie Nasenlöcher, wie Münder, wie Ohren, wie Sockel, wie Becher, wie Mörser, wie die Kuhlen, in denen sich Pfützen und Teiche bilden.
Der Wind bläst über sie hinweg und macht das Geräusch von sprudelndem Wasser, von sirrenden Pfeilen, schreiend, keuchend, rufend, weinend, lachend, grollend. Die erste Böe singt Ayii, der folgende Windstoß singt Wouuu. Eine leichte Brise ruft eine kleine Antwort hervor, ein heftiger Sturm lässt einen mächtigen Chor erschallen. Verebbt das Stürmen, so sind alle Höhlungen still. Hast du nicht die Blätter gesehen, wie sie in tönendem Nachhall erzittern?

Der große Klumpen könnte die Erde sein, vielleicht aber ist auch ein besonderer Aspekt des Dao gemeint. Im Kapitel 7.7 des Zhuangzi wird vom Urkloß Hundun erzählt, der das 'Reich der Mitte' regierte. Er hat nicht wie alle Lebewesen die sieben Löcher - 2 Augen, 2 Ohren, 2 Nasenlöcher und den Mund. Dadurch ruht er ganz und gar in sich selbst - nichts strömt auf ihn ein, nicht strömt aus ihm heraus. Dadurch verliert er seine Mitte nicht.
Aber der "große Klumpen" strömt einen Lebensatem aus, den man Wind nennt. Dieser Lebensatem ist das Ki , die Lebensenergie, der Lebensatem, 'den man Wind nennt'. Ki, die Lebensenergie strömt in allen Dingen. Hier zeigt sie sich in einer besonderen Form als Wind oder Atem. Wenn der Wind - Atem bläst, dann klingen alle Hohlkörper wie die Löcher, Klüfte, Mörser und Kuhlen, weil sich der Atem in ihnen fängt und die Töne erzeugt. Der 'Sack' aus dem Dao De Jing entspricht dann vielleicht den Hohlkörpern der Erde, die Meister Buntgescheckt aufzählt.
Dieser sehr lebendig geschilderte Text über die verschiedensten Töne, die erzeugt werden, wenn der 'Große Klumpen' atmet läßt aber einige Fragen offen. Wenn der 'Große Klumpen' die Erde ist, dann wäre hier nur von den Tönen der Erde die Rede. Der Herr Wanderer, der dem Meister Buntgescheckt aufwartet fragt denn auch noch einmal nach:

Die Töne der Erde - di lai 地籟 - sind keine anderen als all jene Höhlungen, die ihr beschrieben habt. Die Töne der Menschen - ren lai 人籟 - sind die der aufgereihten Bambusröhren. Darf ich fragen, was die Töne des Himmels - tien lai 天籟 - sind?

Die 'Töne - sind die Geräusche, die der Lebensatem, der Wind erzeugt, wenn er über die Höhlungen fährt. Die Frage ist, welche Höhlungen tönen, wenn es um die Musik des Himmels geht. Die Wendung tien lai 天籟 wird auch für wunderschöne Poesie verwendet. Die Poesie ist wie der Gesang des Lebensatems, des Windes am Himmel. Der Meister Nanguo Ziqi (Meister Buntgescheckt) beantwortet die Frage nach dem Ursprung der Himmels-Töne mit einer entscheidenden Wendung:

Die Töne des Himmels - tien lai 天籟 - blasen auf 10 000 verschiedene Weise und sie bewirken sich selbst - zi ji 自已. All dies ergibt sich selbst - zi qu 自取, wer sollte dies betreiben?

Die Töne des Himmels sind von selbst so! Da ist niemand und nichts, was sie erzeugen oder betreiben würde. Die Töne der Erde sind die Antwort auf den Atem, die Töne des Himmels sind 'von selbst so'. Eigentlich sind die Töne des Himmels auch überhaupt nicht hörbar. Wir hören immer nur die Töne des Menschen, die oft so laut sind, dass sie alles andere übertönen. Verstummen die Töne des Menschen, so fliehen wir oft in das laute Getön des alltäglichen Getriebes, weil wir die Stille, die sich dann auftut, nicht mehr ertragen können. Die Stille spricht nicht mehr zu uns, weil wir durch das tägliche Getöse taub geworden sind.
Töne der Erde
Am ehesten hören wir noch die Töne der Erde, die Meister Buntgescheckt geschildert hat: das Ya-iii und das Ho-uuu des Sturmes. Schwieriger noch wird es, die beginnende Stille zu vernehmen, die nur noch zu sehen ist an den Blättern, die im 'tönenden Nachhall erzittern'. Alle diese Töne entstehen in den Höhlungen und Hohlräumen der Erde. Die beiden Schriftzeichen 橐籥, die meistens als Blasebalg übersetzt werden bezeichnen vielleicht zwei verschieden Bereiche. Das erste Zeichen steht für das Tönen der Erde, das zweite sind die Flöten des Himmels. Das Tönen der Erde entsteht in den Hohlräumen, die durch das Schriftzeichen dargestellt sind. Es ist ein an beiden Seiten offener Sack oder Beutel. Das Zeichen kann aber eben auch den Klang von Schritten oder ein Stampfgeräusch bezeichnen. Dann wäre die Erde wie eine Art Trommel, die durch die Tritte oder Schläge des Menschen dröhnt. Die Töne der Erde sind dann entweder die Antwort auf die Flöten des Himmels oder das dröhnen der Schläge oder Schritte des Menschen.

Hölderlin spricht in seinem Gedichtfragment "Griechenland" von "Stimmen des Geschickes". Diese Stimmen des Geschickes sind ein ganzes Orchester. Am Tosen des Himmels "tönt wie der Amsel Gesang der Wolken heitere Stimmung". Die Wolken decken und verdecken 'Gott', aber sie sind "gut gestimmt vom Dasein Gottes". Die Erde tönt "wie des Kalbs Haut", sie ist wie eine mit einer Kalbshaut bespannte Trommel, die in Kriegszeiten geschlagen wird. Die Menschen tönen indem sie "Rufen". Diese Rufe sind "wie Hinausschauen zur Unsterblichkeit und Helden". Sie rufen die Sehnsucht des Menschen hinaus in das Konzert der Stimmen, die Sehnsucht nach Unsterblichkeit, Heldentum oder Heiligkeit. Aber all diese Rufe bringen die Gefahr der Verwüstungen mit sich. Sie bringen Kriege, Kampf und Streit, von denen die Kalbshaut der Erde erdröhnt. Auch die Heiligkeit, die der Mensch anstrebt erzeugt Kriege. Wurden und werden nicht die meisten Kriege im Namen von Religionen geführt? Erst wenn sich das kriegerische Treiben der Mensch im Kampf um Ruhm und Ehre oder im vermeintlichen heiligen Krieg verwandelt und "Wissenschaft und Zärtlichkeit" erscheinen, dann wandelt sich das Konzert.
Unter Wissenschaft versteht Hölderlin nicht die moderne Naturwissenschaft, die auch nur eine Art des Krieges ist, den der Mensch gegen die Natur und die Erde führt. Wissenschaft ist das Wissen um das wahre Wesen der Natur. Sie muss mit "Zärtlichkeit" verbunden sein, damit sich das kriegerische Beherrschen-Wollen wandelt in ein inniges und freundliches Miteinander. In einem anderen Fragment Hölderlins stellt der Dichter die Frage, ob sich der Mensch mit dem Himmel messen darf. Dieses Messen sind die Rufe wie Hinausschauen: "Darf, wenn lauter Mühe das Leben der Mensch aufschauen zum Himmel und sagen:'So will ich auch sein'?" Die Antwort Hölderlins ist ein klares Ja, das aber sofort eingeschränkt wird: "Ja, solange die Freundlichkeit die Reine am Herzen, misset nicht unglücklich sich der Mensch". Wenn die Freundlichkeit nicht am reinen Herzen ist, so will der Mensch, wenn er aufschaut, selber sein wie Gott. Dann ist dieses Aufschauen voller Neid und Hass, voller Wut darüber, nicht so zu sein wie Gott. Wenn sich die hinausschauenden Rufe des Menschen durch "Wissenschaft und Zärtlichkeit" verwandelt haben, wird das Konzert der Stimmen, die zunächst ein Tosen, ein Rufen und ein Dröhnen waren verwandelt. Dann erscheinen am Himmel "singend Gesangeswolken". Das Lied der Amsel ist dann wie das preisende Lied des Dichters und "an reinen Tagen ist das Licht (und) als Zeichen der Liebe veilchenblau die Erde" und "zu Geringem auch kann kommen Großer Anfang".

Die Töne des Himmels
Die Töne des Himmels vernimmt Meister Buntgescheckt erst, nachdem er 'zum Himmel aufschaute und langsam ausatmete'. Mit dem langsamen Ausatmen lässt er los und wird still. Er schaut zum Himmel auf und jetzt hört er die Flötentöne des Himmels. Diese Erfahrung hat ihn völlig verwandelt. Herr 'Wanderer von völliger Gemütsruh', der offenbar ein Schüler des Meisters ist, schaut fast erschrocken und sieht eine völlige Verwandlung des Meisters, der jetzt wie 'verdorrtes Holz' und dessen Herz ( Geist) wie 'tote Asche' ist.
Menschen, die wie 'abgestorbenes Holz' oder ein toter Baum sind, befinden sich nach der daoistischen Tradition in einem Zustand höchster Weisheit. Als Konfutse einmal Meister Altes Langohr ( Laotse) besuchte, saß der mit zerzaustem Haar unbeweglich wie ein verdorrter Baum da und schien nichts Menschliches mehr zu haben. Auf die Frage von Konfuzius antwortet er: "Ich ließ meinen Geist (mein Herz) in den Ursprung der Dinge wandern!". Wenn jemand wie abgestorbenes Holz ist, so haben die äußeren, sichtbaren Bewegungen des Körpers aufgehört und er verharrt in der Stille des Ursprunges. Das Herz oder der Geist, der wie tote Asche ist, ist frei vom Feuer der Leidenschaften, die heiß brennen und den Menschen umtreiben. Das Herz ist kühl, nüchtern und farblos wie Asche geworden. Der Meister hat sein ICH, sein EGO verloren (今者吾喪我 jetzt Person Ich verloren Selbst). Jetzt kann er den Ursprung der Dinge, die tonlosen Töne des Himmels vernehmen, die "von selbst" sind. Mit dem Selbst hat er aber auch zugleich die Anderen verloren.

Das Selbst und die Anderen - Mitleid

Das dritte Kapitel des zweiten Buches des Zhuangzi, in dessen ersten Kapitel die Geschichte vom Meister Buntgescheckt steht, beginnt denn auch:

"Gäbe es keinen 'Anderen', dann gäbe es kein 'Ich'. Gäbe es kein 'Ich', wäre nichts da, die Anderen wahrzunehmen."

Das kommt der Sache nahe, aber was macht, dass dem so ist, das weiß ich nicht.
Es scheint, als gäbe es einen 'Wahren Herrscher', doch gibt es für ihn keinen besonderen Beweis. Wir dürfen Vertrauen, auf sein Vermögen zu wirken, aber können seine Form nicht erkennen. Zwar hat er Eigenschaften, doch besitzt er keine Form.

Meister Buntgescheckt ist eine Person mit einem Selbst. Sonst könnte er nicht mit dem Herrn Wanderer reden. Aber er kann umschalten in den Zustand, in dem er das Selbst verliert. Hier hört er - WER? Meister Buntgescheckt ist verschwunden! - die tonlosen Töne des Himmels, die von Selbst so sind. Und er - WER? Meister Buntgescheckt ist verschwunden! - kann wieder zurückkommen, um dem Herrn Wanderer seine Fragen zu beantworten. Im Gespräch mit Herrn Wanderer wird er wieder zum Meister Buntgescheckt. Vermutlich wäre er auch ein ganz Anderer, wenn er nicht mit Herrn Wanderer, sondern mit einer anderen Person reden würde. Würde sein Gemüsehändler und nicht der Herr Wanderer vor ihm stehen, so würde er völlig anders reden und handeln. WER wir sind, bestimmt sich auch aus dem Umgang mit den Anderen.
Es scheint so, als gäbe es da noch einen "Wahren Herrscher" über diese beiden Zustände. Dieser wahre Herrscher bewirkt den Übergang von dem einen in den anderen Zustand von Buntgescheckt, aber er ist nicht Meister Buntgescheckt. In dem Augenblick, in dem er die Flötentöne des Himmels hört, ist er nicht Meister Buntgescheckt, in diesem Augenblick ist er ohne Mitleid, wie es im Dao De Jing heißt:

聖人不仁 shèng rén bù rén - (der) 'Weise' Mensch nicht Mitleid.

Jin: Menschlichkeit Es ist allerdings die Frage, ob man in diesem Zusammenhang von "Mitleid" sprechen kann. Das Schriftzeichen nin als Mitleid übersetzt werden, es kann aber auch ganz andere Bedeutungen haben. Der 'Weise Mensch' ist jedenfalls so wie Himmel und Erde, die ebenfalls ohne Mitleid sind. Hans Georg Möller übersetzt:
"Der Heilige ist unmenschlich".
Ganz gegenteilig übersetzt Chao-Hsiu Chen:
"Der Weise behandelt das Volk ... mit großer Güte."
Das Schriftzeichen ist zusammengesetzt ais dem Radikal für 'Mensch' und der Zahl zwei. Es bezeichnet also das Verhalten eines Menschen zu einem anderen. Es kann die Anteilnahme eines Menschen mit einem anderen sein. Aber wie es so schön heißt: Gäbe es keinen Anderen, dann gäbe es kein Ich. Gäbe es kein Ich, so wäre nichts da, die anderen wahrzunehmen. Das Zeichen Nin bezeichnet auf keines Falls ein Mitleid im moralischen Sinn.
Im Daodejing Nr 49 ist vom Weisen Menschen die Rede, dessen Herz sich stets auf das NICHT richtet.
聖人無常心 - Weiser Mensch NICHT stetig Herz
Der Weise ist Vorbild für die Menschen, wörtlich die hundert (Familien-)Namen. Indem sie auf den Weisen schauen, richten sie ihre Herz so wie das des Weisen.
Ihm ist das Gute gut, aber auch das Nicht-Gute ist ihm gut:

善者吾善之
不善者吾亦善之

Dem Einen gilt Regenwetter als Nicht-Gut, weil er vielleicht in die Ferien fahren will, aber dem Anderen, etwa dem Bauern, der dringend auf Regen wartet, ist der Regen Gut. Manchmal erweist sich gerade das, was wir als Nicht-Gut erachten im Nachhinein geradezu als Glücksfall. Weil der Weise nicht auf das Einzelne schaut sondern auf das NICHT, ist ihm das Nicht-Gute auch gut. Denn auch das Nicht-Gute ist Dao, oder - wie es in diesen Versen heißt De:

德善 DE SHAN - Tugend: Güte

De wird meistens als 'Tugend' übersetzt und ist der zweite Bestandteil des Titels vom Dao und vom De. Sein Herz ist frei von den Wertungen und Vorurteilen. Mit dieser Nicht-Wertung von Gut und Nicht - Gut ist der Weise Mensch wie ein Kind. Der letzte Vers von Daodejing Nr 49 sagt genau dieses:

聖人皆孩之 shèng rén jiē hái zhi
Heilige Menschen Alles kindlich

Das letzte Schriftzeichen ist eine grammatische Kennzeichnung des Satzobjektes. ko / tsi: Kind hai: Säugling, Kinderlachen Das Zeichen hai bedeutet eigentlich nicht das Kind, sondern eher das Kleinkind, den Säugling. Das Schriftzeichen für Kind Tsi oder japanisch Ko zeigt eigentlich auch ein Wickelkind. Aber dieses Zeichen ist Bestandteil der Namen der Weisen: Lao-Tsi, Zhuang-Tsi, Kong-Tsi. Die Weisen Menschen sind in ihrer Weisheit wieder wie Kinder. Das Schriftzeichen hai kann auch das unbeschwerte Lachen eines Kleinkindes sein.
In manchen Textausgaben des Daodejing findet sich zum Schluss das Zeichen für das Kind zweimal: 孩子. Das grammatische Zeichen zum Schluss ist ersetzt durch das Zeichen für Kind: ein Kind, unbeschwert wie ein Säugling lachend.
Es ist die Frage, wie das Zeichen - All zu verstehen ist. Sind ALLE Weisen wie die unbeschwert lachenden Kinder oder ist ihnen ALLES wie ein unbeschwertes Kinderlachen?

Manchmal sind die kindlichen Alten Weisen schon recht eigenartig. Im Zhuangzi 6.10 wird von Meister Yu 子輿 und Meister Sang 子桑, Meister Kutsche und Meister Maulbeerbaum berichtet, die Freunde waren. Meister Sang lebte in einem Gebiet, in dem es tagelang geregnet hatte und Meister Yu machte sich auf, um nach seinem Freund zu sehen. als er an dessen Hütte kam, hörte er schon von außen einen merkwürdigen Gesang, habl Weinen, halb Singen:

Vater? Mutter? Himmel? Menschen?
Die Stimme war fast am brechen und der Gesang hastig.
Meister Sang trat ein und fragte:"Warum singt ihr auf diese Weise?"
Ich denke darüber nach, wer mich in eine solche Lage gebracht haben könnte, finde aber keine Antwort. Mein Vater und meine Mutter hätten nicht gewollt, dass ich in solcher Armut ende. Der Himmel zieht unter denen, die er bedeckt, niemanden vor, die Erde zieht niemanden vor, den sie trägt. Sie würden mich nicht so vor-ziehen in die Armut.
Vielleicht war es einfach das 'Schicksal?!'

Das Schicksal ist es, das den Einzelnen vor-zieht. Nun steht er seinem Schicksal als Einzelner gegenüber. Himmel und Erde ziehen niemanden vor, sie sind unparteiisch. So ist es der Vor-Zug eines jeden Einzelnen, ein eigenes Schicksal zu haben.
Auch Meister Sang ist betroffen von dem Unglück, das ihn ereilt. Aber er geht in der Art der Weisen damit um: er gestaltet seine Trauer zu einem Klagegesang, in dem er zunächst fragt wer schuld an seinem Unglück ist. Aber eigentlich weiß er die Antwort schon, bevor er die Frage stellt: Niemand. Wer sollte absichtlich wollen, dass er in Armut fällt? Der Vater nicht, die Mutter nicht, nicht der Himmel, nicht die Erde und nicht die Menschen. So hat er seine Trauer zum kunstvollen Klagegesang gestaltet, heraus gesungen und bewältigt. Wir können davon ausgehen, dass er nun zusammen mit Meister Kutsche die mitgebrachten Speisen unter fröhlichem Kinderlachen verspeisen wird.
Strohhunde
Der Weise ist ähnlich wie Himmel und Erde, denen die 10 000 Dinge wie Strohhunde sind. Ihm sind die Menschen wie Strohhunde. Wörtlich ist aber von den 百姓 bai xing, den hundert Familien-Namen die Rede. Die Namen bezeichnen die Herkunft eines Menschen aus einem Familienclan, einer Sippe. Die Adligen haben einen langen Nachweis ihres Familiennamens und sie beziehen aus der Zugehörigkeit aus der Sippe ihre Vorrechte. In Ostasien ist die Sippe immer wichtiger als das Individuum. Noch heute steht in Japan immer der Familienname an erster Stelle. Der Großmeister der Urasenke Tee-Familie in Japan heißt Sen Sôshitsu, der Sôshitsu aus der Sippe der Sen. Darüber hinaus trägt er nicht einmal einen individuellen Vornamen. Jeder der Großmeister heißt seit vielen Generationen Sôshitsu. Mit seinem Amtsantritt lässt er seinen persönlichen Vornamen zurück und nimmt den alten überlieferten Namen an. Damit wird er automatisch zu einer Autorität, die er aber nicht aus seiner Person sondern aus der Tradition seiner Familie bezieht.
Die "einhundert" Familien sind im Bereich der Menschen das, was die 10 000 Dinge zwischen Himmel und Erde sind. Aber es sind nicht nur einfach "alle Menschen". Die Familien erzeugen Beziehungs- und Machtgeflechte. Sie verlangen Rücksichtnahme nicht auf den Einzelnen sondern auf die gesamte Sippe. Diese Beziehungs- und Machtgeflechte sind dem "heiligen Menschen" wie Strohhunde.

Die Stroh-Hunde oder vielleicht Hunde aus geschnittenem Gras wurden im alten China als Opfertiere genommen. Im Zhuangzi 14.4 wird berichtet, das einmal Meister Kong (Konfuzius) in das Land Wey wandern wollte. Der Musikmeister Jin sagt voraus, dass diese Reise zum Scheitern verurteilt sein wird und er erzählt das Gleichnis von den Strohhunden:

"Ehe die Strohhunde auf dem Altar dargeboten werden", antwortete Musikmeister Jin, "werden sie in Bambuskästen verschlossen gehalten, unter einer Hülle von Brokat. Sie sind so heilig, daß der Totenknabe und der Beschwörer sich erst durch Fasten und Enthaltsamkeit reinigen müssen, ehe sie die Hunde anfassen dürfen. Sind sie aber dargeboten worden, so vernichtet ein Tempeldiener sie und tritt darauf, die Straßenkehrer fegen alles zusammen und verbrennen sie, so sind sie für alle Zeiten dahin. Denn man weiß, daß, wenn sie nach ihrer Weihe in den Kasten zurückgelegt würden, unter die Hülle aus Brokat, so würde jeder, der in ihrer Gegenwart wohnte oder schliefe, fortgesetzt von Dämonen besessen sein, statt die erwünschten Träume zu erlangen. Was sind die alten Könige, denen dein Meister Beifall zollt, anderes als Strohhunde, die ihre Rolle ausgespielt haben?

Noch heute hat sich im modernen China in manchen Gegenden bei Bestattungen der Brauch herausgebildet, dass dem Totem auf seine Reise in die andere Welt alles mitgegeben wird, was er benötigt: Kühlschranke, Fernsehgeräte, Autos usw. Aber natürlich benötigt der Tote keinen wirklichen Kühlschrank. Ihm genügt eine Nachbildung aus Papier, die im Umriss so aussieht wie ein Kühlschrank. Am Grab wird dann dieser Papierkühlschrank verbrannt und die Essenz des Kühlschrankes begleitet den Toten in seine neue Heimat.
Vielleicht sind die Strohhunde von ähnlicher Art: sie sind keine wirklichen, echten Hunde. Sie sind nur so wie, ein Bild, ein Schein. Ebenso sind dem Weisen oder Heiligen die einhundert Familiennamen nur Schein. Der wirkliche, echte Mensch verbirgt sich dahinter, ja er verschwindet sogar völlig, weil er nur noch die Funktion innerhalb der Familie hat. Dies ist in einer konfuzianisch geprägten Welt die eigentliche Bestimmung des Menschen.

Die Strohhunde sind, wenn die Zeit für die Opfer - offenbar Opfer für die Toten - gekommen sind, so heilig und wichtig, dass selbst die Priester und Derjenige, der bei den Riten die Toten repräsentiert - sich reinigen und fasten müssen, um sich ihnen zu nähern. Aber wenn die Zeit der Riten vorbei ist, tritt man achtlos auf die Überreste, kehrt sie zusammen und verbrennt sie. Würde man sie weiterhin hochhalten und verehren, so würden Alpträume entstehen. Der Musikmeister Jin wirf Konfuzius vor, dass er an den alten Bildern der alten Zeiten festhält.

Genauso hat euer Meister die von früheren Königen zur Schau gestellten Strohhunde aufgesammelt und trägt sie ständig bei sich, während er durch fremde Länder wandert, zu Hause bleibt und im Kreise seiner versammelten Schüler schläft.

Die Strohhunde sind die Bilder und Ideale einer Zeit, die längst vorbei ist. Jetzt erzeugen sie nur noch Alpträume. Die 10 000 Dinge haben ebenso wie die Geschlechter der Menschen ihre Zeit. Wenn die Zeit vorbei ist, läßt sie der Weise ziehen, ohne weiter an ihnen festzuhalten. Würde er dies tun, so würden die Dinge der Vergangenheit nur noch schlechte Träume erzeugen.

Der weise Mensch

sheng / sei: heilig, edel Im Text ist nicht die Rede von Jedermann, es ist die Rede vom 'Weisen Mensch', der so ist wie Himmel und Erde. Wer ist der 'Weise' bzw. 'Heilige' oder 'Edle'? Das Schriftzeichen zeigt oben ein Ohr und einen Mund, darunter ist das Zeichen für König. Man kann das Schriftzeichen gewissermaßen äußerlich lesen. Dann zeigt es ein Ohr und einen Mund, das über dem König steht: einer, der vieles hört und vieles sagen kann und damit den König berät. Der 'Edle' wäre dann ein Amtsinhaber, der im Dienst des Herrschers steht. Zunächst muss derjenige, der redet gehört haben, sonst bleibt seine Rede ohne Sinn. Nur wer zuvor gehört hat, kann weise sprechen.
Noch im deutschen Wort 'weise', das verwandt ist mit dem lateinischen videre, klingt dieser Zusammenhang. Weise hat die indogermanische Wurzel *uid, die im altgriechischen Plusquamperfekt οιδα - oida 'ich habe gesehen' vorkommt. Das altgriechische οιδα hatte ein vorgestelltes Digamma, ein Laut, der ähnlich geklungen haben muss wie unser 'w', der aber in der altgriechischen Sprache stummt geworden ist. Im deutschen 'weise' ist der Anlaut stimmhaft geblieben. Wer zuvor gesehen hat, weiß und ist weise. Im Indischen heißt der Arzt Vidia. Er muss einer sein, der gesehen hat, sonst kann er nicht heilen.
Im indogermanischen Raum liegt das Schwergewicht auf dem Sehen und dem Licht, in China und Ostasien auf der Dunkelheit und dem Hören. Das Sehen ist mehr nach außen gerichtet, das Hören ist inniger.

Das eigentliche Hören geschieht auch nicht mit den Ohren. Im Zhuangzi 4.1 diskutiert Meister Kong mit seinem Schüler Yan Hui über das Fasten. Yan Hui erklärt, dass er seit sieben Monaten keinen Wein mehr getrunken und kein Fleisch mehr gegessen hat. Der Meister Kong sagt, dies ist nicht das richtige Fasten. "Das ist ein Fasten, wie es für ein Opferfest genügt, aber es ist nicht das Fasten des Geistes!" Das eigentliche Fasten ist das leer werden. In dieser Leere erscheinen die Dinge, so wie sie sind. Meister Kong erklärt weiter:

Höre nicht mit deinen Ohren, sondern mit deinem Geist (). Höre nicht mit deinem Geist, sondern mit deinem Ursprünglichen Atem (気). Die Ohren können nicht mehr, als hören. Der Geist kann nicht mehr als berechnen. Der Ursprüngliche Atem jedoch wartet leer () auf die Dinge. Dao sammelt in der Leere.

Das eigentliche Hören geschieht nicht mit den Ohren, sondern dem 'ursprünglichen Atem', wie Krüger übersetzt. Der 'Ursprüngliche Atem' ist Qi, die Lebensenergie, die aus der Leere entspringt. Der Weise ist leer von seinen Wünschen und Problemen, nur so kann er den Weg vernehmen. Der Weise ist dann als Person oder as Ego verschwunden.
Yan Hui fragt denn auch noch einmal bei Meister Kong nach:

Bevor ich dies gehört hatte, war ich sicher, dass ich Hui bin. Danach ist kein Hui mehr. Kann man das Leere nennen?

Offenbar hat Yan Hui nicht nur die Worte des Meisters gehört, sondern er hat die Leere eingelassen. Bevor Kongtsi zu ihm gesprochen hatte, war er sich seiner Identität als Hui sicher, danach hat er sich selbst vergessen. Ursprünglich war Yan Hui zu Meister Kong gekommen, weil er in das Land Wey reisen wollte, um den diktatorisch herrschenden Herrn von Wei über die Menschlichkeit zu belehren. Aber Meister Kong hatte ihn von dieser Reise abgehalten, weil die Gefahr bestand, das Yan Hui den Diktator aus Ruhmsucht belehren wollte. Jetzt, wo er leer geworden ist, erlaubt ihm Meister Kong die Reise, weil er keine persönlichen Motive mehr hat. Jetzt kann er die Menschlichkeitslehren.

Der 'Edle' oder 'Heilige' muss auch nicht notwendig einer sein, der im Dienst des Königs steht. Das Schriftzeichen für König zeigt drei parallele Striche, die in der Mitte durch einen senkrechten Strich miteinander verbunden sind. Es zeigt jemanden, der in der Lage ist, die drei Ebenen Himmel - Mensch - Erde in Einklang zu bringen und zu verbinden. Der Heilige ist der, der gehört hat und darum reden kann und der auf diese Weise die drei Ebenen miteinander verbinden kann.

Meister Buntgescheckt ist ein solcher Heiliger. Er schaut auf zum Himmel, atmet langsam aus und - ist verwandelt. Nun hört er die Flöten des Himmels. In diesem Zustand ist die Dualität zwischen Ich und Du, dem Selbst und den Anderen, ja zwischen Meister Buntgescheckt und dem Himmel aufgehoben. Er ist EINS! Darum gibt es nicht die zwei und es gibt nicht ren . Ren ist ja gerade dadurch gekennzeichnet, dass es zwei Menschen gibt, das Ich und das Du.

Kinder sind oft, wenn sie vollkommen im Spiel versunken sind in einem solchen Zustand. Sie erfinden Geschichten und leben sie vollkommen authentisch. Dennoch gibt es eine Instanz, die weiß, dass es ein Spiel ist.
Im Teeweg gibt es das Wort: MU HI SHÛ - NICHT GAST - GASTGEBER. Wenn der Gastgeber ganz bei der Sache ist und den Tee zubereitet, vergisst er sich selbst und die anderen. Je mehr er bei den Dingen ist, die er in diesem Augenblick handhabt, desto mehr vergisst er sich selbst, aber desto wacher und klarer ist er in diesem Augenblick. Er ist ganz und gar da. Die Gäste verschwinden nicht, man nimmt sie deutlicher wahr als im alltäglichen Zustand des oberflächlichen Miteinander. Aber es ist, als wären Gast und Gastgeber EINS. Dennoch ist da Etwas, das diesen Zustand fast von außen beobachtet. Es ist der "Wahre Herrscher", den Zhuangzi nennt, der aber dennoch nirgendwo vorzufinden ist.
Dies ist der Zustand der Leere, die unerschöpflich ist. Der Urquell des Lebens hat sich aufgetan und fließt ohne Erschöpfung - weiter und weiter so wie es von der Lichtung zwischen Himmel und Erde heißt:

虚而不屈
動而愈出

Leer aber unerschöpflich
je stärker bewegt, desto mehr kommt hervor

Der Gelbe Kaiser hatte einst ein Gespräch mit dem Arzt Qi Bo. Der Medizin-Klassiker Huangdi neijing (Des gelben Kaisers Schrift der Medizin) berichtet, wie Qi Bo den Kaiser belehrt:

Gelingt es dir, still und den Dingen gegenüber gleichgültig zu bleiben, bleibst du vollkommen demütig und leer - dann wird der wahre Atem sich einstellen. Bewahrst du die geistigen Kräfte in deinem Inneren, wie könnte sich dann eine Krankheit entwickeln? Atmest du die Essenz des Lebens, dann bist du im Einklang mit Himmel und Erde und wahrst Geist, Muskeln und Sehnen, als wären sie Eins.


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