{"id":815,"date":"2011-09-12T09:35:08","date_gmt":"2011-09-12T08:35:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=815"},"modified":"2016-01-12T16:25:57","modified_gmt":"2016-01-12T15:25:57","slug":"ein-monatsbrief-entsteht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/ein-monatsbrief-entsteht\/","title":{"rendered":"Ein Monatsbrief entsteht"},"content":{"rendered":"<p>In dieser Woche kommt ein Fernsehteam und die Kabarettistin Lissi Aumeier ins Myoshinan, um einen Fernsehfilm zu drehen.<br \/>\nEs gibt also viel Vorbereitungen.<br \/>\nIm Garten muss noch Unkraut gej\u00e4tet werden, die Shoji m\u00fcssen repariert werden und und &#8230;<br \/>\nAber dennoch ist es wieder dringend Zeit f\u00fcr den Monatsbrief. Also schnell hinsetzen und schreiben.<br \/>\nSchnell? Da geht gar nichts. Das ist eine langwierige und geduldige Arbeit.<br \/>\nWie entsteht denn so ein Monatsbrief? Da gibt es die verschiedensten Phasen.<\/p>\n<p><strong>Phase 1:<\/strong><br \/>\nWor\u00fcber schreibe ich denn dieses mal?<br \/>\nDa war doch letzte Woche eine Diskussion mit einem Sch\u00fcler \u00fcber &#8230;!<br \/>\nRichtig, das wird das neue Thema: &#8222;Der Geist des Teeweges&#8220;.<br \/>\n<strong>Phase 2:<\/strong><br \/>\nWie fange ich denn da an? Ach richtig, da gibt es doch bei Zen-Meister D\u014dgen<br \/>\neine Stelle \u00fcber ..<br \/>\nUnd die passt doch wunderbar zusammen mit einer Stelle aus dem Namb\u014droku.<br \/>\nWie war doch da die \u00dcbersetzung?<\/p>\n<blockquote><p>Durch all dies formen wir uns selbst nach dem Bild Buddhas und der vergangenen Meister.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie geht das, sich nach dem Bild formen? Das w\u00fcrde ja wunderbar mit der modernen Hirnforschung zusammenstimmen, dass wir ein Bild von uns selbst im Kopf haben. Also formen wir uns nach dem Vorbild Buddhas?<br \/>\nAh, im Text steht: lernen duch Nachahmen. Nicht von Bild oder Vorbild.<br \/>\nUnd wer sind die &#8222;alten Meister? Da stehen Worte, die nicht in Kanji, sondern Kana geschrieben sind. Was bedeuten denn diese Worte?<br \/>\nIm Text steht &#8222;ato&#8220;, aha, das hei\u00dft Nachfolger. Halt, wenn man das mit einem anderen Kanji schreibt, sind das Fu\u00dfspuren. Dann stimmt doch die \u00fcbliche \u00dcbersetzung \u00fcberhaupt nicht.<br \/>\nWir folgen nicht den Nachfolgern Buddhas, indem wir sie nachahmen, sondern wir folgen Buddha selbst, indem wir in seine Fu\u00dfspuren treten und den Buddhaweg gehen. Das macht Sinn!<br \/>\nAber was bedeuted dann &#8222;hi no&#8220;? Purpurrot? Was sind purpurrote Fu\u00dfspuren?<br \/>\nHalt, die \u00fcbliche \u00dcbersetzung stimmt doch so nicht, also wie kann man denn den Text nun wirklich verstehen und \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p><strong>Phase 3:<\/strong><br \/>\nVerwirrung! W\u00fchlen in Grammatiken und Lexika, neue \u00dcbersetzungsm\u00f6glichkeit des Textes, &#8211; ja, kann man das wirklich so \u00fcbersetzen? Das gibt ja ein ganz neues Verst\u00e4ndnis!<br \/>\nZus\u00e4tzliche Literatur suchen, andere Belegstellen und \u00e4hnliche Stellen suchen.<br \/>\nOh jeh, jetzt wird der geschriebene Text f\u00fcr den Leser v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich und ausserdem viel zu lang.<br \/>\nUmschreiben, k\u00fcrzen, neue Gedanken tauchen auf.<\/p>\n<p><strong>Phase 4:<\/strong><br \/>\nSo, endlich ist der Text fertig.<br \/>\nAber beim Durchlesen m\u00fcssen viele Korrekturen angebracht werden und schon wieder ist ein neuer Text entstanden. Vielleicht sollte mal jemand anders den Text lesen?<br \/>\nAber jetzt ist er endlich fertig.<br \/>\n<strong>Phase 5:<\/strong><br \/>\nNun muss der Text nur noch f\u00fcr HTML bearbeitet werden, damit das auch am Computer gut lesbar wird. Ach gott, da stimmen doch wieder die Zeichenkodierungen nicht. Und hier m\u00fcssen wegen der Lesbarkeit noch \u00dcberschriften rein!<br \/>\nSo jetzt muss das nur noch in das mail &#8211; Programm geschrieben werden. Oh, schon wieder abgest\u00fcrzt und der ganze Text ist weg. Warum pass ich denn da auch immer nicht auf! Also nochmal das Ganze. Aber den geschriebenen Text habe ich noch gespeichert.<br \/>\n<strong>Phase 6:<\/strong><br \/>\nSo geschafft, jetzt nur noch verschicken. Oh nein, die Zeichen werden in der mail falsch dargestellt, also nochmal die Programmierung pr\u00fcfen. So nun stimmts.<br \/>\nNur noch zur\u00fccklehnen und warten, bis alle mails verschickt sind. Uff, das wars mal wieder! Hoffentlich liest das \u00fcberhaupt jemand! Wahrscheinlich ist das wieder einmal viel zu schwierig geworden.<br \/>\nNa, H\u00f6lderlin hat einmal auf einen \u00e4hnlichen Vorwurf geschrieben: &#8222;Ich gestehe, ich kann nicht anders!&#8220;<\/p>\n<p>Was, das hat schon wieder drei Wochen gedauert? Naja, man hat ja sonst nichts zu tun!<\/p>\n<p>PS.:<br \/>\nInzwischen ist der Monatsbrief fertig. Wieder zu schwierig und zu lang!<br \/>\nAusschnitte daraus im <a href=\"http:\/\/teeweg.de\/nletter-arch\/2011\/11_09-10.php\">Newsletter<\/a><br \/>\nDen vollst\u00e4ndigen Monatsbrief kann man <a href=\"http:\/\/teeweg.de\/nletter-arch\/start\/index.php\"> abonnieren!<\/a><\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_815_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_815_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_815_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_815_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(815, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 0\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_815_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_815_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/ein-monatsbrief-entsteht\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche kommt ein Fernsehteam und die Kabarettistin Lissi Aumeier ins Myoshinan, um einen Fernsehfilm zu drehen. 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