{"id":769,"date":"2011-07-18T14:04:09","date_gmt":"2011-07-18T13:04:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=769"},"modified":"2016-01-12T16:25:07","modified_gmt":"2016-01-12T15:25:07","slug":"769","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/769\/","title":{"rendered":"Griechenland und das Meer \u2013 Zenmeister Dogen und die Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Ein alter Buddha sagt:<br \/>\nZu einer Zeit auf dem hohen hohen Gipfel des Berges stehen<br \/>\nZu einer Zeit auf dem tiefen, tiefen Grund des Meeres gehen<\/p>\n<p>So beginnt ein Gedicht, das der japanische Zenmeister Dogen im 13. Jahrhundert niedergeschrieben hat. Aber eigentlich m\u00fcsste es hei\u00dfen:<\/p>\n<p>Zu einer Zeit am Berg im Frankenland Kirschen essen,<br \/>\nZu einer Zeit das Gl\u00fcck des Schwimmers im Griechenmeer genie\u00dfen<br \/>\n <div id=\"attachment_776\" style=\"width: 514px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/gallery_big_9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-776\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/gallery_big_9.jpg\" alt=\"Taverne Platanos \/Lachania\" title=\"gallery_big_9\" width=\"504\" height=\"335\" class=\"size-full wp-image-776\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-776\" class=\"wp-caption-text\">Taverne Platanos in Lachania<\/p><\/div><br \/>\nDenn nun sind wir wieder einmal in Griechenland gelandet, wo wir auf der Insel Rhodos in dem kleinen Ort Lachania in einem vielleicht vielleicht 300 Jahre alten Haus leben und die Hitze und das Meer genie\u00dfen. Zugleich aber ist hier der neue Monatsbrief \u00fcber den Zenmeister Dogen und sein Gedicht \u00fcber die Zeit entstanden.<br \/>\nSchon viele Texte auf dieser website sind in diesem Haus entstanden, so der Text \u00fcber Rilke: Klang und Stille und einige Seminare mit Philosophie, Teezeremonie und Keramik haben hier statt gefunden. .<br \/>\nDas besondere an diesem Ort ist die Stille, die noch verst\u00e4rkt wird durch das stetige Wehen des Windes, der aber anders als der Wind in Deutschland warm und erfrischend weht. Damals hatte ich mit einem Zitat Rilkes geschrieben: das Wehende h\u00f6re, die stetige Nachricht, die aus Stille sich bildet. http:\/\/teeweg.de\/de\/varia\/rilke\/klang_stille.html<br \/>\nLachania wird entweder von seinen Bewohnern und G\u00e4sten geliebt oder gef\u00fcrchtet. Viele halten die Stille und den Wind keine zwei Tage aus, dann verlassen sie den Ort wieder fluchtartig, andere kommen immer wieder oder bleiben letztlich sogar f\u00fcr immer hier.. <\/p>\n<p>Lachania \u2013 der Name bedeutet \u201eGem\u00fcse\u201c und zeigt das reichhaltige Wasservorkommen, das eine gute Landwirtschaft erm\u00f6glicht \u2013 ist ein alter Ort. Viele H\u00e4user sind um 1700 entstanden, nachdem ein starkes Erdbeben alle Ortschaften ringsum zerst\u00f6rt hatte. Die meisten H\u00e4user haben einen Innenhof mit einem prachtvollen Eingangstor, das noch an die Architektur der Kreuzritter erinnert. Um den Innenhof verteilt liegen die Wohn- und Wirtschaftsr\u00e4ume. Die Sala \u2013 der gro\u00dfe Wohnraum wird durch einen Spitzbogen unterteilt, weil man keine Baumst\u00e4mme hatte, die lang genug waren, um die Decke in der gesamten Weite zu tragen. In der Sala ist auch die Panka, eine Art Hochbett. Das Bett liegt auf einem Podest von der H\u00f6he von etwas mehr als 1 \u2013 1,20 m. Dadurch entsteht unter dem Bett ein Stauraum, in dem man die Reicht\u00fcmer verstauen konnte.<\/p>\n<p>Lachania wurde allm\u00e4hlich immer mehr verlassen, weil die Lebensumst\u00e4nde zu hart geworden waren. Nach dem zweiten Weltkrieg wanderten viele Bewohner entweder nach Australien oder nach Kanada aus. Aber jeder ehemalige Bewohner von Lachania wollte wenigstens in seinem Heimatort begraben sein. So gibt es auf dem Friedhof eine gro\u00dfe \u201eAustralien Abteilung\u201c. Heute noch spenden die \u201eAustralier\u201c mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr die Entwicklung des Ortes. Von ihnen stammt ein \u201ePark\u201c, ein Kinderspielplatz, ein neuer Brunnen usw.<br \/>\nIn den 60er Jahren wurde der nahezu vollkommen verlassene Ort mit vielen verfallenen H\u00e4usern von deutschen Rucksacktouristen wieder entdeckt.  Es war schwierig, hierher zu kommen, weil niemand ein Auto besa\u00df. So fuhr man mit dem Bus, der zweimal die Woche nach Genadi fuhr und wanderte in der gl\u00fchenden Hitze die etwa 15 km bis Lachania. Viele Deutsch machten die Besitzer eines halb verfallenen Hauses in Australien ausfindig und begannen, die H\u00e4user wieder herzurichten. Vereinzelt kamen nun Griechen aus dem Exil wieder zur\u00fcck, um sich wieder hier in Lachania anzusiedeln. Inzwischen leben einige Deutsche und auch etwa 15 Engl\u00e4nder st\u00e4ndig in Lachania, wohin sie sich im Alter  zur\u00fcckgezogen haben. Unseren Nachbarn Tom habe ich vor etwa 8 Jahren kennen gelernt, als er sich hier ein kleines H\u00e4uschen kaufte. Seit letztem Mai lebt er f\u00fcr immer hier.  Inzwischen hat er sich ein Grundst\u00fcck gekauft und im alten Stil ein neues Haus gebaut. Wenn es ganz fertig ist, will er sein kleines altes Haus wieder verkaufen, vermutlich wieder an Engl\u00e4nder. So ist eine eigenartige Mischung von Griechen, Engl\u00e4ndern, Deutschen und anderen Nationalit\u00e4ten entstanden, die den Ort \u201ebev\u00f6lkern\u201c. Jeder kennt jeden und wei\u00df alles vom Anderen. Tom hatte einen Tag vor unserer Ankunft im Restaurant erz\u00e4hlt, dass da mal ein Deutscher war, der Shakuhachi gespielt hat, sich dann aber die Hand gebrochen hatte und schon stand ich wieder vor ihm.<br \/>\nImmer noch stehen die meisten alten H\u00e4user leer und verfallen vor sich hin. Aber dennoch hat die moderne Zeit hat hier Einzug gehalten. In der Taverne an der alten Platane, dem Platanos, gibt es einen kostenlosen wireless Internetzugang f\u00fcr jedermann. Oft trifft man fr\u00fch morgens im Platanos, noch lange bevor das Lokal ge\u00f6ffnet hat Leute, die mit dem Laptop im Internet surfen oder ihre mails abrufen. Die beiden jungen S\u00f6hne der alten Wirtsleute mit ihren jungen Frauen haben das Lokal sehr sch\u00f6n ausgebaut und es gibt jetzt dort wirklich gutes Essen. Und hier ist auch der einzige Ort, an dem man Touristen trifft, die hier zum Essen kommen. Ansonsten \u201egeh\u00f6rt\u201c Lachania dem bunten Volk von Hausbesitzern oder regelm\u00e4\u00dfigen G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Jetzt muss ich aufh\u00f6ren zu schreiben, weil ich gleich wieder runter fahre ans Meer mit einem langen Sand- und Kiesstrand, der fast vollkommen menschenleer ist. Nur am Sonntag wird er von Griechen aus der Stadt bev\u00f6lkert. Das Wasser ist klar und warm. Aber leider ist es, wie fast das gesamte Mittelmeer nahezu fischlos. Nur hin und wieder sieht man einmal ein oder zwei Fische, wo fr\u00fcher einmal ganze Schw\u00e4rme zu sehen waren. <\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_769_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_769_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_769_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_769_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(769, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 0\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_769_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_769_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/769\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein alter Buddha sagt: Zu einer Zeit auf dem hohen hohen Gipfel des Berges stehen Zu einer Zeit auf dem tiefen, tiefen Grund des Meeres gehen So beginnt ein Gedicht, das der japanische Zenmeister Dogen im 13. 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