{"id":5211,"date":"2019-02-23T09:10:20","date_gmt":"2019-02-23T08:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=5211"},"modified":"2019-02-23T12:27:55","modified_gmt":"2019-02-23T11:27:55","slug":"be-dingt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/be-dingt\/","title":{"rendered":"Be-Dingt"},"content":{"rendered":"\n<p>Hier ein kleiner Auszug aus meinem Buch \u00fcber das Daodejing, das gerade im Entstehen ist. In diesem Abschnitt geht es um den Umgang mit den Dingen.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u201aSein und Zeit\u2018 analysiert Martin Heidegger unseren Umgang mit den Dingen. Die Dinge sind keine Gegen-st\u00e4nde, die uns gegen\u00fcber stehen und die wir mit dem Verstand oder dem Denken erfassen. Der allt\u00e4gliche Umgang mit den Dingen hat die Struktur von \u201eZeug\u201c. Wir denken nicht \u00fcber das Wesen der Dinge nach, sondern benutzen sie als Zeug &#8211; Werkzeug, N\u00e4hzeug, Schreibzeug, Flugzeug &#8211; um etwas damit zu tun. Zeug hat immer die Struktur des UM &#8211; ZU. Schreibzeug ist da zum Schreiben. Zeug ist nicht einfach vor-handen, sondern zu-handen. Je mehr das Zeug zu-handen ist, desto unauff\u00e4lliger wird es. Zeug wird erst auff\u00e4llig und bewu\u00dft wahrgenommen, wenn es eben nicht mehr zu-handen ist. \u201eWo ist denn wieder dieser Bleistift? Eben war er doch noch da?!\u201c Erst das Fehlen oder das unhandlich Werden rufen das Zeug ins Bewusstsein. <br \/> Zeug ist niemals als Einzelnes einfach nur da. Es steht immer in einem Gesamtzusammenhang von Zeug, der eine eigene Welt bildet. Schreibzeug geh\u00f6rt in ein B\u00fcro oder die Studierstube. Dort sind B\u00fccher, Tische und Papier. Ein B\u00fcro bildet eine v\u00f6llig andere Welt als die Studierstube des Schriftstellers, obwohl auch hier Schreibzeug da ist. In beiden Welten ist eine Bohrmaschine ein Fremdk\u00f6rper. Die geh\u00f6rt in eine Werkstatt. Dabei ist eine Autowerkstatt eine v\u00f6llig andere Welt als die Schreinerei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zeug ist nicht einfach nur vorhanden, um da zu sein. Es erzeugt aus seiner Welt heraus den Druck, weiter zu handeln. Ein Auto ist unbrauchbar, wenn es keinen Treibstoff, keine Stra\u00dfen und keine Werkst\u00e4tten gibt. Also m\u00fcssen wir handeln und Tankstellen bauen, die wiederum aus Raffinerien mit Treibstoff versorgt werden, der aus Roh\u00f6l gewonnen wird, das in unsicheren L\u00e4ndern gef\u00f6rdert wird, die durch Kriege gesch\u00fctzt oder erobert werden m\u00fcssen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir verstehen das Zeug immer aus der Gesamtheit der Welten, die von der Zeugganzheit gebildet werden. Dabei denken wir nicht das Zeug, wir \u201ahandeln\u2018. Wir handeln, indem wir Zeug zur Hand nehmen und Welt gestalten. Dabei haben wir immer schon den Gesamtzusammenhang der jeweiligen Welt verstanden. Es ist ein Denken der Hand, das meistens nicht bis ins Bewusstsein gelangt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zeug ruft immer wieder laut danach, \u201abesorgt\u2018 zu werden. So geraten wir leicht in ein Getriebensein von zu besorgendem Zeug. Wir besorgen die Dinge, weil wir uns um unser eigenes Sein-k\u00f6nnen sorgen. Diese Sorge ist die Grundstruktur des menschlichen Lebens. Heidegger nennt den Menschen das Da-Sein, nicht weil er IST, sondern weil in unserem Bewusstsein oder auch im unbewussten Handeln das Sein licht wird. Der Mensch ist das DA des SEINS.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Grundangst sorgen wir uns darum, einmal nicht mehr das Da des Seins, sondern das Erscheinen des NICHT zu werden. In der Sorge geht es immer zun\u00e4chst um mich selbst. Auch wenn ich mich um Andere sorge, geschieht dies meist aus Angst, den Anderen zu verlieren, weil er der Garant f\u00fcr mein eigenes Sein &#8211; k\u00f6nnen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heidegger unterscheidet zwei Weisen, wie sich die Sorge vollzieht. Im allt\u00e4glichen Umgang wird die Sorge um mein Sein-k\u00f6nnen zum Be-Sorgen. Ich muss noch in den Supermarkt und Essen besorgen oder zur Post, um Briefmarken zu besorgen. Dabei geraten wir leicht unter Zeitdruck, denn die Dinge fordern, dass sie unbedingt noch heute oder wenigstens schnellstm\u00f6glich erledigt werden m\u00fcssen. Je mehr wir uns beeilen, desto knapper wird die Zeit. In China gibt es ein Sprichwort: Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg. Die Sorge ist immer zeitlich. Wir entwerfen uns immer schon voraus und sorgen uns um das k\u00fcnftige Sein-k\u00f6nnen. Deshalb leben wir oft eher in der Zukunft als in der Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem allt\u00e4glichen rasendem Besorgen sind wir niemals wir selbst. Wir funktionieren und handeln, weil \u201aman\u2018 so handelt. Dieses fremdbestimmte Handeln ist Teil der notwendigen Ordnung. Ohne Regeln und Konventionen funktioniert keine Organisation keine Gruppe und und kein Staat. Wenn wir uns im Verkehr bewegen, ist das Einhalten von Regeln lebensnotwendig. \u201aMan\u2018 kann nicht bei Rot \u00fcber die Ampel fahren! Heidegger nennt diese Seinsweise das \u201aMan\u2018 oder die Un-eigentlichkeit. In der Seinsweise des \u201aMan\u2018 ist jeder in seiner Funktion austauschbar und vertretbar. Es ist gleichg\u00fcltig, ob ich selbst in den Supermarkt gehe zum Einkaufen oder ob ich eine andere Person darum bitte, mich zu vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn wir nur in der Weise des \u201aman\u2018 im rasenden Besorgen verharren, kommt bald eine tiefe Leere und Sinnlosigkeit. Wir sehnen uns nach etwas ganz anderem, danach, ganz wir Selbst sein zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Erst der Schritt zur\u00fcck aus dem rasenden Be-sorgen in ein stilles Betrachten und wahr-nehmen schenkt uns wieder den Frieden, mit uns selbst in Eins zu sein. Das Besorgen der Dinge im allt\u00e4glichen handelnden Umgang mit Zeug wird dann zur sinnspenden Sorge um mein eigentliches Sein-k\u00f6nnen, mir Selbst zu Eigen zu sein. Dies ist die Eigentlichkeit. In der Eigentlichkeit ist niemand vertretbar, es geht immer um mich selbst. ICH muss mein Schicksal laben, meine Krankheiten aushalten und ich bin es, der letztendlich stirbt. Niemand ist hier durch einen anderen vertretbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dinge bekommen eine andere Qualit\u00e4t als das Zeug, das lediglich meist unbewusst benutzt wird. Aber auch, wenn wir uns selbst zu eigen sind, m\u00fcssen wir uns im Alltag in der Weise des Man bewegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zhuangzi gibt es die Geschichte vom Meister Zi Qing, der ber\u00fchmt f\u00fcr seine wunderbaren Glockenst\u00e4nder ist. Sie sind so wunderbar, dass man sie fast f\u00fcr das Werk eines Gottes oder Geistes halten k\u00f6nnte. Verwundert fragt der F\u00fcrst von Lu nach der besonderen Kunst, die Meister Zi Qing anwendet. Zi Qing antwortet, das er nur ein Handwerker ist, der \u00fcber keine besondere Kunst verf\u00fcgt. Aber bevor er sich ans Werk macht, bereitet er sich vor. Er tritt einen Schritt zur\u00fcck aus dem rastlosen handeln in die Stille, um sich auf das werken des Glockenst\u00e4nders vorzubereiten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ich wagte nicht, auch nur die geringste Lebensenergie <em>q\u00ec<\/em> &#8211; \u6c23&nbsp; zu verschwenden und sammelte mich, um mit Fasten meinen Herz Geist \u5fc3 <em>x\u012bn<\/em> zu beruhigen. Nach drei Tagen Fasten h\u00f6rte ich auf, an irgendwelche Anerkennung, Belohnung oder Ehrungen zu denken. Nach f\u00fcnf Tagen Sammlung hatte ich keinen Gedanken mehr an Lob oder Tadel, Rang oder Einkommen. Nach sieben Tagen Fasten hatte ich vergessen, dass ich vier Gleidma\u00dfen und einen K\u00f6rper habe. Zu dieser Zeit habe ich keinen Gedanken mehr an \u00f6ffentliche Angelegenheiten oder den Hof. Meine F\u00e4higkeiten sind gesammelt und alle \u00e4u\u00dferen Ablenkungen verschwunden.&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Handwerker bereitet sich nicht auf sein Werk vor, indem er \u00fcbt oder die Gedanken um das Gelingen des Werkes in seinem Geist hin und her w\u00e4gt. Er geht in die Stille. Solange, bis er sich selbst v\u00f6llig vergessen hat. Erst, wenn er vollkommen leer ist von Erwartungen, \u00c4ngsten oder W\u00fcnschen, geht er ans Werk. Nun erst richtet er sein Augenmerk auf die k\u00fcnftige Form des Glockenst\u00e4nders, um einen geeigneten Baum auszusuchen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Erst dann ging ich in den Bergwald und betrachtete die himmlische Natur&nbsp; der B\u00e4ume.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Handwerker betrachtet nicht einfach nur die B\u00e4ume, er meditiert \u00fcber ihre \u201ahimmlische Natur\u2018 \u89c0\u5929 \u6027&nbsp; <em>gu\u00e0n <\/em><em>ti\u0101n x\u00ecng. <\/em>Die \u201aNatur\u2018 des Baumes ist sein ihm eigenes Leben und seine Eigenart. Das Schriftzeichen f\u00fcr \u201aNatur\u2018 zeigt nicht die Natur im Allgemeinen, es ist die ganz eigene Wesensart dieses besonderen Baumes. Das Zeichen zeigt ein Herz neben einem Planzensch\u00f6\u00dfling mit den ersten drei Triebbl\u00e4ttern. Allein ist dieses Zeichen \u201aLeben\u2018 \u751f.&nbsp; Der Sensei \u5148\u751f (jap.) ist einer, der schon fr\u00fcher gelebt hat als sein Sch\u00fcler<\/p>\n\n\n\n<p>Erst nachdem Meister Zi Qing die vom Himmel vorgegebene eigene Natur und das Wesen des Baumes gefunden hat, der zu seinem geplanten Werk passt, beginnt er mit seiner Arbeit. Weil er die urspr\u00fcngliche, \u201ahimmlische Natur\u2018 gesehen hat, kann er seine nat\u00fcrliche Fertigkeit wirken lassen, die himmlische Natur des Baumes bleibt bewahrt,&nbsp; und sein Werk wirkt, als sei es von G\u00f6ttern oder Geistern gefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in modernen technischen Arbeitsprozessen muss die \u201aNatur\u2018, die Eigenart des Werkstoffes zum Werk passen. Um Bleistifte herzustellen, braucht man riesige alte B\u00e4ume aus dem Regenwald, denn nur diese B\u00e4ume liefern das gleichm\u00e4\u00dfige Holz, das ben\u00f6tigt wird um gute Bleistifte zu fertigen. Bei der Herstellung von Bleistiften gibt es vielleicht noch Spezialisten, die sich mit der Natur der ben\u00f6tigten B\u00e4ume auskennen und sie gezielt im Regenwald aussuchen. Aber B\u00e4ume sind l\u00e4ngst schon zu einem beliebig austauschbaren Werkstoff geworden. Die uralten kanadischen oder finnischen W\u00e4lder werden von riesigen Maschinen gef\u00e4llt und sofort vor Ort zu Spanplatten oder Taschent\u00fcchern und Windeln verarbeitet. Vor der Maschine liegt der Bergwald, hinter der Maschine ist nur noch \u00d6dland. Und die Spanplatten, die keinerlei R\u00fccksicht auf die \u201ahimmlische Natur\u2018 der B\u00e4ume nehmen, die nur in sehr langen Zeiten nachwachsen, sind l\u00e4ngst schon weltweit im Handel. Die B\u00e4ume sind zu reinen Rohstofflieferanten geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umgang von Meister Zi Qing ist von v\u00f6llig anderer Art als das rasende Besorgen der Dinge. Es ist ein meditatives und achtsames Wahr-nehmen der Dinge, sie sich in ihrer eigenen Natur zeigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Sp\u00e4twerk fragt Heidegger nach dem Wesen des \u201aDinges\u2018, das kein Zeug ist. Der allt\u00e4gliche Umgang mit Zeug ist eine Grundstruktur des menschlichen Da-Seins. Aber das Ding ist kein Zeug, es ist die Versammlung von Welt, so wie die alte deutsche Versammlungsst\u00e4tte Thing, von der das hochdeutsche Wort \u201aDing\u2018 hergeleitet ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heidegger denkt das \u201aDing\u2018 aus zwei Traditionen. Zum einen ist er stark angeregt von seiner Auseinandersetzung mit H\u00f6lderlin, zum anderen hat er sich intensiv mit dem Daodejing befasst. Ihm fehlte zwar die Kenntnis der chinesischen Sprache, aber er hatte versucht, mit einem chinesischen Studenten den Originaltext des Daodejing zu lesen. Entt\u00e4uscht musste er aber feststellen, dass dieser Text auch f\u00fcr den normalen Chinesen genau so unverst\u00e4ndlich ist, wie f\u00fcr uns.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Beispiel f\u00fcr ein \u201aDing\u2018 nimmt Heidegger den Krug. Sein Gebrauch bestimmt sich aus der Leere:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Gie\u00dfen wir, wenn wir den Krug mit Wein f\u00fcllen, den Wein in die Wandung und in den Boden? Wir gie\u00dfen den Wein h\u00f6chstens zwischen die Wandung und auf den Boden.&nbsp; &#8230; Wenn wir den Krug vollgie\u00dfen, flie\u00dft der Guss beim F\u00fcllen in den leeren Krug. Die Leere ist das Fassende des Gef\u00e4\u00dfes. Die Leere, dieses Nichts am Krug, ist das, was der Krug als das fassende Gef\u00e4\u00df ist.&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Krug fasst nicht einfach nur den Wein oder das Wasser. Er \u201aversammelt das Geviert von Himmel und Erde, G\u00f6tter und Menschen\u2018. Im Wein oder im Wasser sind Himmel und Erde versammelt. Indem die Menschen sich beim Trunk versammeln und vorher den G\u00f6ttlichen opfern oder wenigstens ihrer gedenken, versammelt sich das Geviert. Alle Vier spiegeln sich jeweils ihr Wesen zu. Indem der Himmel die Erde spiegelt, antwortet die Erde, indem sie bl\u00fcht und fruchtet oder still in sich ruht. Indem die Menschen der G\u00f6ttlichen gedenken, wandelt sich ihr Wesen und sie werden frei.&nbsp; Dieses Spiegeln geschieht nicht unter Gewalt, es ist ein Spiel, indem sich die Vier jeweils ihr Wesen zuspielen. Heidegger nennt dieses Spiel das Spiegelspiel des Gevierts. Dieses Spiel beschreibt er mit Worten, die an die Meditationserfahrung des Meisters Zi Qing erinnern:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Vierung west als das ereignende Spiegel-Spiel der einf\u00e4ltig einander Zugetrauten. Die Vierung west als das Welten von Welt. Das Speigel-Spiel von Welt ist der Reigen des Ereignens. &#8230; Das gesammelte Wesen des also ringenden Spiegel-Spiels ist das Gering.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Ge-ring ist der Reigen, indem sich die Vier in EINS \u201atanzen\u2018, es ist zugleich auch das Geringe im Sinne des Einfachen und Allt\u00e4glichen. Es ist nichts Abgehobenes und \u00dcberweltliches, was da geschieht, die Welt ereignet sich, Himmel und Erde G\u00f6tter und Menschen spiegeln sich je ihr Wesen zu und &#8211; der Handwerker bildet einen Glockenst\u00e4nder. Im ganz einfachen, achtsamen Umgang mit den Dingen wird sich der Mensch zu eigen, er er-eignet sich. Darum wird sein Werk so, als sei es von g\u00f6ttlichen Wesen geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>So gesehen ist Heideggers Konstruktion des Gevierts viel zu kompliziert. Der Sachverhalt ist einfacher und schlichter als das komplizierte Versammeln der Vier. Der Handwerker macht sich leer, er erkennt das himmlische Wesen des Baumes und bildet sein Hand-Werk. Im ganz gew\u00f6hnlichen, wenn auch achtsamen Umgang mit den Dingen geschieht das Er-eignen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im japanischen Teeweg \u00fcben wir den achtsamen Umgang mit den ganz einfachen, fast allt\u00e4glichen Dingen. Mit der Teeschale, dem Teebesen, der Sch\u00f6pfkelle. Es ist ein wunderbares Erlebnis, wenn das hei\u00dfe Wasser aus der Sch\u00f6pfkelle in die Teeschale flie\u00dft. Der Duft des Tee bl\u00fcht auf und die ganze Welt rundet sich in einer einzigen Schale Tee. Das ist das Ge-Ring.<\/p>\n\n\n\n<p>Zenmeister D\u014dgen schreibt: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Sich selbst tragend die zehntausend Dharma (die zehntausend Dinge) \u00fcbend erweisen, das ist irren. Die zehntausend Dharma kommen her und erweisen \u00fcbend mich selbst, das ist Erwachen.<\/p><p>Den Buddhaweg erlernen hei\u00dft, sich selbst erlernen. Sich selbst erlernen hei\u00dft, sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen hei\u00dft, durch die zehntausend Dharma (die zehntausend Dinge) von selbst erwiesen werden.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich hatte einmal eine Teesch\u00fclerin, die an einem Gehirntumor erkrankt war. Ich besuchte sie in ihrem kleinen Teehaus. V\u00f6llig selbstvergessen sch\u00f6pfte sie das hei\u00dfe Wasser mit der Bambuskelle und lie\u00df es in die Teeschale flie\u00dfen. Immer und immer wieder. V\u00f6llig verz\u00fcckt und selbstvergessen sa\u00df sie und lauschte dem Pl\u00e4tschern des Wassers in der Teeschale. Alles andere hatte sie vergessen: \u201eDas ist soo sch\u00f6n!\u201c Ein paar Wochen sp\u00e4ter war sie friedlich in eine andere Welt gegangen.&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_5211_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_5211_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_5211_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_5211_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(5211, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 155\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_5211_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_5211_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/be-dingt\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ein kleiner Auszug aus meinem Buch \u00fcber das Daodejing, das gerade im Entstehen ist. 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