{"id":51,"date":"2008-04-29T10:41:15","date_gmt":"2008-04-29T08:41:15","guid":{"rendered":"http:\/\/teeweg.de\/blog\/?p=51"},"modified":"2016-01-12T16:23:23","modified_gmt":"2016-01-12T15:23:23","slug":"in-lieblicher-blaue-bluhet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/in-lieblicher-blaue-bluhet\/","title":{"rendered":"In lieblicher Bl\u00e4ue bl\u00fchet"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/teeweg.de\/nuernberg\/ruessel\/kirche-im-gruen.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"300\" height=\"450\" align=\"left\" \/><\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">In lieblicher Bl\u00e4ue bl\u00fchet mit metallenem Dache der Kirchturm.<br \/>\nDen umschwebet Geschrei der Schwalben, den umgibt die r\u00fchrendste Bl\u00e4ue.<br \/>\nDie Sonne gehet hoch dar\u00fcber und f\u00e4rbet das Blech, im Winde aber oben kr\u00e4het die Fahne.<\/div>\n<p>Mit    diesem &#8222;romantischen&#8220; Bild beginnt ein Gedicht H\u00f6lderlins mit einer merkw\u00fcrdigen \u00dcberlieferungsgeschichte. Die Handschrift H\u00f6lderlins ist verloren. Das Gedicht ist abgedruckt in dem Roman &#8222;Phaeton&#8220; von F.W. Waiblinger.<br \/>\nDer junge Waiblinger hatte den alternden Dichter oft in seinem T\u00fcbinger Turm besucht. Er berichtete, dass der Dichter ihn gern in eine Laube in einem Weinberg begleitete, wo er still sa\u00df und \u00fcber die Weinberge und den Neckar hin schaute. Dabei wiederholte er immer wieder die Worte:<\/p>\n<blockquote><p>Sch\u00f6n Herr, sch\u00f6n!<\/p><\/blockquote>\n<p>In seinem Brief an den Freund B\u00f6hlendorff hatte H\u00f6lderlin geschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>Die heimatliche Natur ergreift mich    auch um so m\u00e4chtiger, je mehr ich sie studiere.Das Gewitter, nicht blo\u00df in seiner h\u00f6chsten Erscheinung, sondern in eben dieser Ansicht, als Macht und als Gestalt, in den \u00fcbrigen Formen des Himmels, <strong>das Licht in seinem Wirken<\/strong>, nationell und als Prinzip und Schicksalsweise <strong>bildend, da\u00df uns etwas heilig ist<\/strong>, sein Drang im Kommen und Gehen, das Charakteristische der W\u00e4lder und das Zusammentreffen in einer Gegend von verschiedenen Charakteren der Natur, da\u00df alle heiligen Orte der Erde zusammen sind um einen Ort, und das philosophische Licht um mein Fenster ist jetzt meine Freude; da\u00df ich behalten m\u00f6ge, wie ich gekommen bin, bis hieher !<\/p>\n<p>Das Licht in seinem Wirken, <em>nationell<\/em> und als Schicksalsweise bildend, da\u00df uns etwas heilig ist &#8230;<\/p>\n<p>Das Licht des Himmels formt das &#8222;nationelle&#8220; der Menschen. Der Dichter war, als er diesen Brief schrieb, gerade aus S\u00fcdfrankreich zur\u00fcckgekehrt. Dort hatte er die s\u00fcdliche Sonne in ihrer Kraft erlebt:Das gewaltige Element, das Feuer<br \/>\ndes Himmels und die Stille der Menschen, ihr Leben in der Natur, und ihre<br \/>\nEingeschr\u00e4nktheit und Zufriedenheit, hat mich best\u00e4ndig ergriffen<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Licht &#8222;bildet&#8220; Schicksalsweise. Die S\u00fcdl\u00e4nder sind in ihrem Temperament feuriger als die &#8222;k\u00fchlen&#8220; Nordl\u00e4nder. Schon Hippokrates hatte beobachtet, dass die Temperamente der Menschen vom Klima abh\u00e4ngig sind, in dem sie leben. Der japanische Philosoph Watsuji Tetsuro (1889-1960) hat ein Buch \u00fcber den Zusammenhang von Kultur und Klima geschrieben mit dem Titel &#8222;Fu-Do&#8220; &#8211; Wind und Erde. Watsuji Tetsuro wollte in Deutschland Philosophie studieren und er reiste mit dem Schiff von Japan nach Deutschland. Dabei besuchte er viele L\u00e4nder mit unterschiedlichen Kulturen wie Indien mit seinem tropische feuchten Klima und der wuchernden G\u00f6tterwelt oder \u00c4gypten mit der trockenen W\u00fcste, dem Entstehungsort des Monotheismus. Watsuji wurde sp\u00e4ter in seinem Heimatland zu einem Wichtigen Interpreten Nietzsches und Kierkegaard und er trug wesentlich dazu bei, die westliche Philosophie in Japan bekannt zu machen.Das Licht &#8222;bildet&#8220;, das uns etwas heilig ist!? Sind unsere Erfahrungen des Heiligen abh\u00e4ngig von dem Klima, in das wir hineingeboren wurden und in dem wir leben? W\u00e4re dann das monotheistische Christentum, das in den trockenen und hei\u00dfen W\u00fcsten entstanden ist in unserem feuchten und k\u00fchlen Klima ein Fremdk\u00f6rper? Tats\u00e4chlich sind unsere Gegenden von Rom aus koloniasiert und missioniert worden. Unsere eigene, in unserem Klima gewachsene Religion ist nur noch in Sagen und M\u00e4rchen enthalten. Dort ist die Rede von Feen und Elfen, von ehemals heiligen und schaurigen Orten, an denen uns heute fremde G\u00f6tter verehrt wurden.<br \/>\nM\u00fcssen wir heute unser eigenes suchen?<\/p>\n<p>Die Religion kam von Osten zu uns: Ex Oriente Lux!<br \/>\nHeute wenden sich immer mehr Menschen in die Richtung nach Osten, um einen neuen Sinn in ihrem Leben zu finden. Man besch\u00e4ftigt sich mit Indien, mit Tibet, China oder Japan. Ja, manchmal hat man den Eindruck, als k\u00e4me uns heute die Aufgabe zu, die Traditionen Japans in den alten WEGEN zu bewahren, weil diese Traditionen in Japan am sterben sind.<br \/>\nEntfernen wir uns dabei nicht immer weiter von unserem Eigenen? Aber die Erde ist bekanntlich rund. Wenn wir nur beharrlich unseren Weg nach Osten weitergehen, kommen wir &#8211; vielleicht &#8211; am Ende wieder nach Hause.<br \/>\nInzwischen k\u00f6nnten wir sogar, wenn wir das wollten, B\u00fccher Japanischer Philosophen lesen, die uns unsere eigene Philosophie erkl\u00e4ren! Und wir k\u00f6nnten beginnen, den Japanern zu zeigen, was der Teeweg ist?<\/p>\n<p>Die Heimatliche Natur ergreift mich umso mehr, je mehr ich sie studiere!<br \/>\nSch\u00f6n Herr, sch\u00f6n!<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_51_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_51_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_51_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_51_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(51, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 1\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_51_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_51_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/in-lieblicher-blaue-bluhet\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In lieblicher Bl\u00e4ue bl\u00fchet mit metallenem Dache der Kirchturm. 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