{"id":484,"date":"2010-10-05T23:26:08","date_gmt":"2010-10-05T22:26:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=484"},"modified":"2016-01-12T16:25:08","modified_gmt":"2016-01-12T15:25:08","slug":"pflaumenbluten-winterchrysanthemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/pflaumenbluten-winterchrysanthemen\/","title":{"rendered":"Pflaumenbl\u00fcten &#8211; Winterchrysanthemen"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Riky\u016b&#8217;s Lehrgedicht Nr 99:<\/h1>\n<\/blockquote>\n<table cellspacing=\"20\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u8336\u306e\u6e6f\u306b\u306f<br \/>\n\u6885\u5bd2\u83ca\u306b<br \/>\n\u9ec4\u8449\u307f\u843d\u3061<br \/>\n\u9752\u7af9\u67af\u6728<br \/>\n\u3042\u304b\u3064\u304d\u306e\u971c<\/td>\n<td>chanoyu ni wa:<br \/>\nume &#8211; kangiku ni<br \/>\nmomiji miochi<br \/>\naodake &#8211; kare ki<br \/>\naotsuki ni shimo.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das Gedicht beginnt mit der Zeile: chanoyu ni wa. Chanoyu, w\u00f6rtlich &#8222;hei\u00dfes Wasser f\u00fcr den Tee&#8220; meint den Weg des Tee, den Teemenschen versuchen zu gehen. Der Partikel ni &#8211; \u306b bezeichnet Etwas in Raum oder Zeit. Es handelt sich also nicht eigentlich um eine Bestimmung dessen, was Chanoyu ist. Dann w\u00fcrde das Gedicht beginnen mit chaoyu to wa &#8211; was Chanoyu anbelangt&#8230;! Es ist eine Zeit genannt, in der Chanoyu geschieht.<br \/>\nJETZT kommt die Zeit der Winterchrysanthemen, w\u00f6rtlich im Japanischen der &#8222;Chrysanthemen der K\u00e4lte&#8220;,  Kan-Kiku. Die Nebel steigen auf und der Winter k\u00fcndigt sich an. Wenn sich in der K\u00e4lte der N\u00e4chte die wei\u00dfe Bl\u00fcte der Winterchrysantheme zu f\u00e4rben beginnt, dann ist es die Zeit, die Winterfeuerstelle im Teeraum zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Das Herbstlaub, das sich jetzt bunt f\u00e4rbt, wird bald im Wintersturm fallen (momiji miochi).  Es ist bemerkenswert, dass im Gedicht nicht das rote Herbstlaub genannt wird, sondern das Auseinanderstieben und Fallen der Bl\u00e4tter.  Es ist eine Stimmung des Abschiedes.<\/p>\n<p>H\u00f6lderlin schildert im &#8222;Winkel von Hardt&#8220; eine \u00e4hnliche Zeit und den abgeschiedenen &#8222;Winkel&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p>Hinunter sinket der Wald,<br \/>\nUnd, Knospen \u00e4hnlich, h\u00e4ngen<br \/>\nEinw\u00e4rts die Bl\u00e4tter, denen<br \/>\nBl\u00fcht unten auf ein Grund,<\/p><\/blockquote>\n<p>Das bunte Herbstlaub &#8222;h\u00e4ngt einw\u00e4rts wie Knospen&#8220;. Das Laub, das sich f\u00e4rbt, beginnt schon sich zur\u00fcckzuziehen, und beim Welken sich &#8222;einw\u00e4rts&#8220; zu ziehen. Es ist ein Bild, in dem das sterbende Laub wieder wie Knospen wird. Der Tod und das Vergehen wird wie ein verhei\u00dfungsvoller neuer Anfang. Wenn die Bl\u00e4tter gefallen sind, &#8222;bl\u00fcht unten auf ein Grund&#8220;. Vom Bild her wohl einfach der Boden unter den B\u00e4umen, der jetzt in den bunten Herbstfarben des abgefallenen Laubs &#8222;aufbl\u00fcht&#8220;. Im Sterben ist es wie ein Aufbl\u00fchen und ein neues, bisher nie da gewesenes Leuchten.<br \/>\nH\u00f6lderlins Gedicht hat einen zweiten Teil, in dem der aufbl\u00fchende &#8222;Grund&#8220; zu einer geschichtlichen Erinnerung wird:<\/p>\n<blockquote><p>Hinunter sinket der Wald,<br \/>\nUnd Knospen \u00e4hnlich, h\u00e4ngen<br \/>\nEinw\u00e4rts die Bl\u00e4tter, denen<br \/>\nBl\u00fcht unten auf ein Grund,<\/p>\n<p>Nicht gar unm\u00fcndig<br \/>\nDa n\u00e4mlich ist Ulrich<br \/>\nGegangen; oft sinnt, \u00fcber den Fu\u00dftritt,<br \/>\nEin gro\u00df Schicksal<br \/>\nBereit, an \u00fcbrigem Orte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der &#8222;Grund&#8220; bl\u00fcht auf, &#8222;nicht gar unm\u00fcndig&#8220;. Der Grund wird unversehens zur Usache, dem Beginn, der nicht unm\u00fcndig ist, das hei\u00dft, er ist &#8222;m\u00fcndig&#8220; und beginnt zu sprechen. Er erz\u00e4hlt von Herzog Ulrich,  der sich auf seiner Flucht 1519 hier im Winkel verborgen hatte, und von den Bauern der Umgebung mit Nahrung versorgt worden war. Sp\u00e4ter hat er diesen Bauern als Dank die Abgabe von Steuern erlassen. Das gro\u00dfe Schicksal wurde am &#8222;\u00fcbrigen Ort&#8220; &#8211; in einem Entwurf hei\u00dft es am &#8222;gesparten Ort&#8220; &#8211; bereitet und in Sagen und Legenden aufbewahrt, gespart. Damit begr\u00fcndet der Grund die Sage und Historie, die an diesem gesparten Ort immer im Herbst, wenn das bunte Laub zu Boden f\u00e4llt, besonders lebendig wird.<\/p>\n<p>In dem japanischen Gedicht, das Riky\u016b zugeschrieben wird, aber wohl viel \u00e4lter ist, werden ebenfalls Gegens\u00e4tze aufgez\u00e4hlt:<\/p>\n<blockquote><p>Pflaumenbl\u00fcte, &#8211; Winterchrysanthemen<br \/>\ngr\u00fcner Bambus &#8211; kahle B\u00e4ume<\/p><\/blockquote>\n<p>Ume, die kleine &#8222;Pflaume&#8220; Japans, ist in Wahrheit eine Aprikosenart. Die Fr\u00fcchte werden niemals vollkommen reif. In ihrer Reifezeit, dem Juni, regnet es h\u00e4ufig so stark, dass die kleinen, unreifen Pflaumen, die nur noch ganz locker an den Stielen h\u00e4ngen, vom Regen auf den Boden geschlagen werden. Nennt man die Ume in einem poetischen Zusammenhang, so ist aber niemals die Frucht, sondern die Bl\u00fcte gemeint. Die japanische Pflaume bl\u00fcht fr\u00fch im Jahr, wenn oft noch Schnee f\u00e4llt. Ja, voller Sehnsucht kann man oft kaum das kommende Fr\u00fchjahr mit seinen Pflaumenbl\u00fcten erwarten:<\/p>\n<blockquote><p>kokorosashi\/ fukaku somete shi \/ orikereba\/kieaenu yuki no \/ hana to miyuramaru<\/p>\n<p>Da mein Herz \/ von Sehnsucht tief gef\u00e4rbt,\/<br \/>\nhielt lange Zeit \/ f\u00fcr Bl\u00fcten ich den Schnee, \/der nicht vergehen will.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Pflaumenbl\u00fcten stehen f\u00fcr die tiefe Sehnsucht nach dem Ende der K\u00e4lte und dem Neubeginn.<\/p>\n<p>Der Dichter Michizane, der Minister am Hofe des Tenn\u014d war, und der wegen einer Intrige nach Kyushu verbannt wurde, liebte einen Pflaumenbaum an seinem Haus so sehr, dass er dichtete:<\/p>\n<blockquote><p>\u6771\u98a8\u5439\u304b\u3070 \u306b\u307b\u3072\u304a\u3053\u305b\u3088 \u6885\u306e\u82b1 \u4e3b\u306a\u3057\u3068\u3066 \u6625\u3092\u5fd8\u308b\u306a<br \/>\nKochi Fuka ba \/\u00a0Nioi koyoseyo \/\u00a0Ume no Hana \/ Hariji nashi tote \/ Haruna Warure so.<\/p>\n<p>Wenn  der Wind aus dem Osten weht, dann schicke\u00a0 Deinen Duft,<br \/>\nmeine  liebe Pflaumebl\u00fcte, an Deinem Herrn, damit ich nicht vergesse,<br \/>\ndass schon Fr\u00fchling ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Legende will, dass der Pflaumenbaum der Bitte entsprach und sofort nach Kyushu zu seinem ehemaligen Besitzer flog. Heute noch kann man in Kyushu am Dazaifu Tenmangu Schrein, dem Gedenkschrein f\u00fcr Michizane die Tobiume, den &#8222;Fliegenden Pflaumenbaum&#8220; sehen, der nach Kyushu geflogen kam.<\/p>\n<p>Das Gegenst\u00fcck zur Ume ist Kan-Kiku, die &#8222;Kalte Chrysantheme&#8220;, die Winterchrysantheme. Noch ist der Winter nicht da, aber es wird kalt. Die wei\u00df bl\u00fchende Chrysantheme beginnt, sich in den  kalten N\u00e4chten rot zu verf\u00e4rben. Das ist dann die Zeit, in der man fr\u00fcher die Winterfeuerstelle im Teeraum \u00f6ffnete. Es war also kein Datum im Kalender, sondern die Farbver\u00e4nderung der wei\u00dfen Chrysantheme, die den Winter im Teeraum vermeldete.<\/p>\n<p>Ume steht f\u00fcr die tiefe Sehnsucht nach dem Neuanfang, die Kan-Kiku f\u00fcr den Einkehr in die Stille. Beide Zeiten sind Zwischenzeiten: es ist nicht mehr Winter und es ist noch nicht Winter.<\/p>\n<p>Das fallende Herbstaub bezeichnet nicht die Pracht der Herbstf\u00e4rbung des Ahorn, der Tausende von Japanern in die Berge lockt, um die Pracht der Herbstfarben zu genie\u00dfen. Es ist die Zeit der Stille und des Abschiedes vom aller Pracht. Das fallende Herbstlaub ist die Stimmung des <em>wabi<\/em>, der schlichten Einkehr und der Abwendung von der Pracht des Lebens im Palast. Darum ist auch nicht die Kirschbl\u00fcte genannt. Die ist viel zu pr\u00e4chtig und aufdringlich. F\u00fcr Rikyu war das ber\u00fchmte Gedicht aus dem Shin-Kokinwakashu der perfekte Ausdruck des <em>wabi<\/em>:<\/p>\n<blockquote>\n<table align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"150\">miwataseba<\/td>\n<td>So weit man schaut:<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>hana mo momiji mo<\/td>\n<td>weder Kirschbl\u00fcten noch roten Ahorn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>nakarikeri<\/td>\n<td>gibt es da<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ura no tomaya no<\/td>\n<td>bei der Schilfh\u00fctte an der Bucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>aki no y\u00fbgure<\/td>\n<td>in herbstlicher Abendd\u00e4mmerung<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<p>Die Pflaumenbl\u00fcte ist viel bescheidener als die Kirschbl\u00fcte. Zwar ist in dem ber\u00fchmten Gedicht nur &#8222;hana&#8220; &#8211;  Bl\u00fcte genannt, aber das meint immer die Kirschbl\u00fcte. Wer einmal die explosive Pracht der Kirschbl\u00fcte in der alten Kaiserstadt Ky\u014dto erlebt hat, wei\u00df, dass es ein berauschendes, die Sinne v\u00f6llig bet\u00f6rendes Erlebnis ist, wenn die Kirschen bl\u00fchen. Das ist nicht die Stimmung f\u00fcr Chanoyu, die durch das Fehlen von Kirschbl\u00fcten und den strahlenden Farben des leuchtenden Herbstlaubes gepr\u00e4gt ist. Die schlichte H\u00fctte am Strand ist auch nicht eine &#8222;strohgedeckte H\u00fctte&#8220; sondern die toma-ya, die H\u00fctte f\u00fcr einen Tag, also gerade eine Unterkunft f\u00fcr den fl\u00fcchtigen Verbleib, die gerade gegen Wind und Wetter sch\u00fctzt. Genau dieser Stimmung entspricht der Teeraum, der ein Toma-ya, eine H\u00fctte eben gerade f\u00fcr einen Tag ist. Im Namboroku hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Sich an der gro\u00dfartigen Konstruktion eines Hauses und an dem Geschmack  erlesener Speisen zu freuen, ist eine sehr weltliche Angelegenheit.<br \/>\nUns gen\u00fcgt ein Haus, durch dessen Dach es nicht regnet, und ein Mahl, bei dem gerade der Hunger gestillt ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nur die bescheidene, kleine wei\u00dfe Pflaumenbl\u00fcte, die wie leichte Schneeflocken auf den Zweigen sitzt, und mit ihrem Duft die Sehnsucht erweckt, kann f\u00fcr den Tee stehen. So ist es auch nicht zuf\u00e4llig, dass Riky\u016b sich die Pflaumenbl\u00fcte als Wappen erw\u00e4hlt hat.<\/p>\n<p>Das zweite Gedicht, das f\u00fcr Riky\u016b der Ausdruck des <em>wabi<\/em> ist, zeigt eine \u00e4hnliche Stimmung:<\/p>\n<table cellspacing=\"20\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><em>hana wo nomi<br \/>\nmatsubaran hito ni<br \/>\nyamazato no<br \/>\nyuki ma no kusa no<br \/>\nharu wo miseba ya. <\/em><\/td>\n<td>Zeigte man doch den nur die Kirschbl\u00fcten<br \/>\nerwartenden Menschen<br \/>\nden Fr\u00fchling<br \/>\nder Gr\u00e4ser im tauenden Schnee<br \/>\ndes Bergdorfes!<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Es geht nicht darum, sich nach der Pracht der Kirschbl\u00fcte zu sehnen. Das Bild, das hier gezeichnet ist, ist ein v\u00f6llig vom Schnee bedecktes einsames Bergdorf. Die Farbe ist: WEISS. Es ist die Farblosigkeit des erwachten Menschen. Im Gedicht wird das neue Gras erwartet, das im &#8222;Yuki ma&#8220; sich verbirgt. Yuki ma ist der Zwischenraum zwischen dem Schnee. Es ist also eine Zeit, in der der Schnee langsam zu schmelzen beginnt. Die Luft ist erf\u00fcllt vom kaum wahnehmbaren Duft von schmelzendem Schnee. Vielleicht ist der Zwischenraum auch noch nicht einmal, weil der Schnee schwindet und nur noch vereinzelte Stellen bedeckt, vielleicht ist es auch einfach nur der Zwischenraum UNTER dem Schnee, den das Schmelzwasser erzeugt. Die Gr\u00e4ser sind auch nocht nicht erschienen: man sp\u00fcrt und erahnt eher das beginnende Wachstum, als dass man es sehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Aodake &#8211; karaki<\/strong> ist der Gegensatz von &#8222;blauem&#8220; (frisch gr\u00fcnem) Bambus, der im Fr\u00fchjahr vom Lebenssaft strotzt und dem trockenen Baum, der leer von Laub im Herbst- und Winterabend steht. Bash\u014d dichtet:<\/p>\n<blockquote><p><span>Auf dem d\u00fcrren Ast<br \/>\nhockt eine Kr\u00e4he<br \/>\nHerbstabend.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Der trockene Baum &#8211; kara Ki ist nicht nur die Zeit des Todes, sondern die Zeit der Einkehr und Stille. Wenn die Pracht des Herbstlaubes verschwunden ist, dann kommt das &#8222;reine Wesen&#8220;, das NICHT zum Vorschein, das zuvor von den 10.000 Dingen mit all ihrer Pracht und Sch\u00f6nheit verdeckt war. Im Daodejing hei\u00dft es, &#8222;W\u00fcnsche habend sieht man die Begrenzung, die Au\u00dfenseite der Dinge, Wunschlos sieht man das NICHT. Das NICHT ist nicht die nichtige Leere, sondern der Urgrund, aus dem alles her-kommt und in den alles hin-geht.<\/p>\n<p>Die Zeit des \u00dcberganges wird auch durch die letzte Zeile deutlich: aotsuki ni shimo &#8211; Raureif im fr\u00fchen Morgen. Diese Zeile bildet den Abschlu\u00df des Gedichtes und ist damit eine Art H\u00f6hepunkt des Gedankenganges. Der Rauhreif erscheint im sp\u00e4ten Herbst, wenn die Feuchtigkeit der Nacht in der K\u00e4lte des fr\u00fchen Morgens friert und das Gras und die Bl\u00e4tter mit einem wei\u00dfen, kalten Belag \u00fcberzieht. Wei\u00df ist die Farbe des Alters, das die Haare wei\u00df f\u00e4rbt. Wenn aber der wei\u00dfe Raureif auf den Bl\u00e4ttern erscheint, bringt er die Vielfalt der Herbstfarben hervor:<\/p>\n<blockquote><p>Wei\u00dfer Tau \/ hat nur eine Farbe &#8211;<br \/>\nwie kann er denn \/ das Herbstlaub \/ in tausend Farben tauchen?<\/p><\/blockquote>\n<p>Der wei\u00dfe Raureif erscheint in einer Zeit, wenn es noch nicht Winter ist. Er liegt nur in der Morgenfr\u00fche, wenn der Mond fahl und r\u00f6tlich am Himmel steht (ao-tsuki) \u00fcber den Wiesen und B\u00e4umen. Sofort, wenn die Sonne hervorkommt, verschwindet er, aber er hinterl\u00e4\u00dft die tausendf\u00e4ltigen Farben des Herbstes. Wie kann die Farblosigkeit die 10.000 Farben hervorbringen?<br \/>\nHier ist nicht das Ph\u00e4nomen gemeint, dass die erste K\u00e4lte der Herbstnacht ds Laub f\u00e4rbt, es ist der Wechsel zwischen der Farblosigkeit des NICHT und den 10.000 Farben der Dinge der Welt gemeint. Dieser Wechsel ist das hin und Her gehen zwischen den Bereichen der W\u00fcnsche und der Wunschlosigkeit, wie es im Daodejing beschrieben ist. Es ist nicht der Mensch, der alt und m\u00fcde und dessen Haare wei\u00df geworden sind. Die Einkehr in die Stille des Teeraumes l\u00e4\u00dft uns die Leere sehen. Zur\u00fcckgekehrt in den Alltag erscheint uns die Welt wieder in den 10.000 Farben.<br \/>\nWieder? Nein, vor der Erfahrung der Stille im Teeraum war die Welt nicht farbig, eher grau und trostlos, eben &#8222;allt\u00e4glich&#8220; und nicht lebenswert. Erst die Erfahrung der Stille bringt die Farbigkeit der Welt hervor, so wie der wei\u00dfe und farblose Rauhreif die leuchtende Farbigkeit des Herbstlaubes hervor bringt, die uns in ihrer Sch\u00f6nheit f\u00f6rmlich den Atem rauben kann. Wer die Stille nie erfahren hat, f\u00fcr den ist die Welt leicht grau und farblos, aber dann eben sinnlos und leer. Die Sch\u00f6nheit der Dinge kommt erst zum Leuchten, wenn man die Farblosigkeit, die Stille und die LEERE des NICHT erfahren hat.<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_484_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_484_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_484_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_484_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(484, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 0\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_484_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_484_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/pflaumenbluten-winterchrysanthemen\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Riky\u016b&#8217;s Lehrgedicht Nr 99: \u8336\u306e\u6e6f\u306b\u306f \u6885\u5bd2\u83ca\u306b \u9ec4\u8449\u307f\u843d\u3061 \u9752\u7af9\u67af\u6728 \u3042\u304b\u3064\u304d\u306e\u971c chanoyu ni wa: ume &#8211; kangiku ni momiji miochi aodake &#8211; kare ki aotsuki ni shimo. Das Gedicht beginnt mit der Zeile: chanoyu ni wa. Chanoyu, w\u00f6rtlich &#8222;hei\u00dfes Wasser f\u00fcr den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/pflaumenbluten-winterchrysanthemen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":278,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,6,8,2],"tags":[],"class_list":["post-484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-dichtung-und-philosophie","category-jahreszeiten","category-teeweg"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/278"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=484"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3070,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions\/3070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}