{"id":46,"date":"2008-01-15T12:13:22","date_gmt":"2008-01-15T10:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/teeweg.de\/blog\/?p=46"},"modified":"2016-01-12T16:22:40","modified_gmt":"2016-01-12T15:22:40","slug":"do-gaku-jitsu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/do-gaku-jitsu\/","title":{"rendered":"D\u014c &#8211; GAKU &#8211; JITSU"},"content":{"rendered":"<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/teeweg.de\/graphik\/blog\/dogakujitsu.png\" alt=\"\" \/><\/div>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><strong>D\u014c &#8211; GAKU &#8211; JITSU<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Heute habe ich in einem blog aus Amerika (<a href=\"http:\/\/sweetpersimmon1.blogspot.com\/\">sweetpersimmon.com<\/a> ) einen sch\u00f6nen Beitrag gelesen \u00fcber die drei Worte D\u014c &#8211; GAKU &#8211; JITSU.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Fr\u00fcher hingen diese drei Schriftzeichen \u00fcber dem Eingang zu den \u00dcbungsr\u00e4umen bei der Urasenke. Mori\u00a0 Sensei,\u00a0 die eine wunderbare Teelehrerin und ein herzlicher Mensch ist, der viele Midorikai Studenten so viel verdanken, hat erkl\u00e4rt, das dies die drei wesentlichen Aspekte des Lernens auf dem Teeweg sind:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><strong>D<\/strong>\u014c<strong> <\/strong>&#8211; der WEG, <strong>GAKU<\/strong> &#8211; das Lernen, <strong>JITSU<\/strong> &#8211;\u00a0 die Wahrheit, das Verwirklichen.<\/p>\n<div>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><strong>D<\/strong>\u014c<strong> &#8211; der Weg<\/strong><br \/>\nist das, was uns f\u00fchrt und leitet. Wir k\u00f6nnen uns den WEG anvertrauen, weil vor uns schon viele Andere diesen WEG gegangen sind. In Kreta gibt es das Sprichwort: Wege sind kl\u00fcger als Menschen. Ja, in den Bergen Kretas sind die Wege nicht Menschen gemacht und angelegt. Sie entstehen, weil Generation um Generation den selben Weg genommen haben. H\u00f6ren die Menschen auf, die Wege zu gehen, so ver\u00f6den sie und werden von Unkraut \u00fcberwuchert. Diejenigen, die sp\u00e4ter nach kommen, k\u00f6nnen den Weg nicht mehr finden.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Bei meinen Wanderungen in Griechenland habe ich oft und oft erleben m\u00fcssen, da\u00df moderne Maschinen gewaltsam die Berge aufgerissen haben, um Wege, nein Stra\u00dfen zu bauen. Diese Stra\u00dfen sind breit und zielgerichtet. Sie ziehen v\u00f6llig schattenlos unter der gnadenlosen Sonne dahin, sie sind un-menschlich. Die alten, menschlichen Wege, die unter B\u00e4umen dahinziehen und gerade so viel Steigung haben, dass man Schritt f\u00fcr Schritt gehen kann, sind zerst\u00f6rt und weithin unbegehbar geworden. Und die neuen Stra\u00dfen sind eben f\u00fcr Maschinen gebaut, nicht f\u00fcr Menschen, die darauf gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die Wege, die f\u00fcr den Menschen sind, m\u00fcssen uns erlauben, dass wir von Zeit zu Zeit innehalten  und die Landschaft um uns herum betrachten k\u00f6nnen. Sie bieten Schatten f\u00fcr eine Rast oder f\u00fcr eine Besinnung.\u00a0 Sie bieten Sicherheit, dass wir Schritt f\u00fcr Schritt, jeder in seinem eigenen Tempo weitergehen k\u00f6nnen. Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, an einem Ziel anzukommen. Das Unterwegs &#8211; Sein ist fast wichtiger. Jeder Ort, an dem wir stehen bleiben und uns besinnen, ist schon und fast schon wie eine Ankunft.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wege sind dazu da, uns zu f\u00fchren und zu leiten. Aber wir sind es, die den Weg gehen m\u00fcssen. Wenn wir uns nicht aufmachen und unentwegt weiter gehen, bleiben die Wege ungegangen.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Martin Heidegger hat einmal an einen jungen Studenten, der dann auch eine Zeit lang mein Lehrer war geschrieben: &#8222;Bleiben sie stets beirrt aber immer unent-wegt&#8220;.\u00a0 Es ist ein Geschenk, wenn wir UNSEREN WEG gefunden haben. Trotz aller Irrungen, M\u00fchen und trotz allem Innehaltens wissen wir, dass wir auf dem rechten Weg sind. Auch scheinbare Umwege f\u00fchren uns &#8211; im Nachhinein gesehen &#8211; wohlbehalten ans Ziel. Das Herz, das inniglich w\u00fcnscht, den WEG zu gehen, ist unser eigentlicher Lehrer, unser Meister <a href=\"http:\/\/teeweg.de\/de\/literatur\/rikyu\/hyakushu-shisho.html\">(Riky\u00fb Hyakush\u00fb Nr  1)<\/a><\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die modernen Stra\u00dfen zielen nur noch auf Schnelligkeit. Niemand sieht mehr die Landschaft, wenn wir die Autobahn entlang rasen. Ja, es ist geradezu unm\u00f6glich f\u00fcr die Menschen, diese Stra\u00dfen zu gehen. Wir m\u00fcssen darauf entlang rasen, um m\u00f6glichst schnell zum Ziel zu kommen. Wenn wir Menschen dabei auf der Strecke bleiben, so k\u00fcmmert das niemanden. Das Ziel ist es, was alles bestimmt. In dieser Weise wird leider h\u00e4ufig mit den Menschen im Arbeitsprozess umgegangen. Es ist nur noch Menschenmaterial, das in der Regel auch noch zu teuer ist. Man ersetzt die Menschen besser durch Maschinen.<\/p>\n<div>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><strong>Gaku ist das Lernen<\/strong>.<br \/>\nAber wer den WEG gehen will, darf nicht nur mit dem Kopf lernen. Wir lernen mit dem Herzen. Mit dem Kopf lernen wir Daten und Fakten, aber das Herz bleibt leer. Im modernen Ausbildungswesen gilt es, m\u00f6glichst schnell und effektiv zu lernen, damit man erfolgreich Pr\u00fcfungen ablegen und Zertifikate erwerben kann. Aber die wahre Pr\u00fcfung stellt das Leben, nicht eine bestellte und verbeamtete Kommision. Auch in den Wegen m\u00fcssen wir eine Menge lernen. Im Teeweg gibt es eine F\u00fclle von Fakten, Prozeduren und Daten, die man &#8222;wissen&#8220; sollte.<\/p>\n<div>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Vieles was es auf einem Weg zu lernen und zu &#8222;wissen&#8220; gilt, wird erst verstanden, wenn wir den Weg gen\u00fcgend weit gegangen sind. Wie oft habe ich von Sch\u00fclern, die auf ihrem Weg an einem bestimmten Ort angekommen sind geh\u00f6rt: &#8222;Ja, warum hat uns das niemand gesagt!&#8220;. Dabei hatte ich mir den Mund fusselig geredet. Aber das Wissen, das es auf dem WEG zu lernen gilt, wird oft \u00fcberhaupt erst wahrgenommen, wenn wir bereit sind zum Verstehen. Vorher ist es nur &#8222;Wissensstoff&#8220;, den ich in einem Notizbuch eintragen und getrost nach Hause tragen kann. Dort liegt er ruhig in Schubladen und wird m\u00f6glicherweise niemals mehr gebraucht. Hauptsache, es ist stets &#8222;verf\u00fcgbar&#8220;.<\/p>\n<div>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><strong>Jitsu ist die Wahrheit, die Wirklichkeit.<\/strong><br \/>\nWissen, das ich nur im Kopf oder gar nur im Notizbuch mit mir herum trage, das nicht verwirklicht wird, ist kein wahres Wissen.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Bei meinem Philosophie Studium habe ich oft erlebt, wie Mit-Studenten brilliante Vortr\u00e4ge \u00fcber bestimmte philosophische Themen gehalten haben. Aber alles war angelernt und auswendig daher gesagt. Wenn mein Lehrer dann lobte: &#8220; Das haben Sie sehr sch\u00f6n gesagt, aber k\u00f6nnten Sie es bitte mit ihren eigenen Worten sagen!&#8220; kam nur noch unbeholfenens Stottern. Angelerntes Wissen kann jederzeit aus der Schublade geholt und wieder daher gesagt werden, aber es verwirklicht sich nicht in meinem Leben. Nur das, was ich wirklich lebe, ist lebendiges und wahres Wissen.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Alles Gelernte auf den Wegen ist nur dann echt und wirklich, wenn es au\u00dferhalb der Unterrichtssituation gelebt wird.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wir h\u00f6ren erst dann auf, Sch\u00fcler zu sein, wenn wir das Wissen leben, jeden Augeblick leben.<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Das zeichnet den Meister aus vor dem Sch\u00fcler: er wei\u00df nichts mehr, er LEBT was er einmal gewu\u00dft hat.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_46_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_46_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_46_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_46_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(46, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 1\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_46_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_46_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/do-gaku-jitsu\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u014c &#8211; GAKU &#8211; JITSU Heute habe ich in einem blog aus Amerika (sweetpersimmon.com ) einen sch\u00f6nen Beitrag gelesen \u00fcber die drei Worte D\u014c &#8211; GAKU &#8211; JITSU. 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