{"id":4318,"date":"2018-09-21T19:44:34","date_gmt":"2018-09-21T18:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=4318"},"modified":"2018-09-21T20:21:06","modified_gmt":"2018-09-21T19:21:06","slug":"ein-einfacher-chemiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/ein-einfacher-chemiker\/","title":{"rendered":"Ein einfacher Chemiker"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor langer Zeit, als ich noch im Max Planck Institut forschte, hatte ich ein Experiment aufgebaut, mit dem ich Messmethoden f\u00fcr einen Plasmastrahl erarbeiten wollte. Unkontrollierbar traten immer wieder ganz unverst\u00e4ndliche Ph\u00e4nomene auf,. Die Physiker Kollegen str\u00f6mten herbei, um die merkw\u00fcrdigen Effekte zu sehen. Aber die\u00a0 waren nicht reproduzierbar. Manche meiner Kollegen meinte: &#8222;Daf\u00fcr bekommst du sicher einmal den Nobelpreis.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages war ein alter Chemiker zu Besuch, der sich meinen experimentalen Aufbau vorf\u00fchren lie\u00df. Ich erkl\u00e4rte ihm die Struktur meines Experimentes und hoffte auf einen Tipp f\u00fcr die unerkl\u00e4rlichen Ph\u00e4nomene. Aber er meinte nur: &#8222;Junger Mann, ich verstehe das nicht. Ich bin nur ein einfacher Chemiker!&#8220; Dieser alte Herr war Otto Hahn, der als Erster die Atomspaltung in einem einfachen Experiment nachgewiesen hatte. Aber er hatte damals nicht verstanden, was er damit ausgel\u00f6st hatte: Die gesamte Entwicklung der Nukleartechnik der Atomspaltung. Die Anwendungen reichen nicht nur von der friedlichen Nutzung der Atomenergie sondern auch bis hin zur Atombombe. Otto Hahn war damals bei unserer Begegnung ein sympathischer alter Herr. Er h\u00e4tte niemals die f\u00fcrchterlichen Anwendungen seiner Entdeckung gebilligt. &#8222;Ich bin nur ein einfacher Chemiker!&#8220; Was er nicht gesagt hat: &#8222;Mit der ganzen schrecklichen Entwicklung habe ich nichts zu tun und ich w\u00fcrde sie auch nicht gut hei\u00dfen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Institut, in dem ich damals arbeitete, war aus dem Institut von Werner Heisenberg hervorgegangen.\u00a0 Aber ich habe Heisenberg nur noch erlebt als einen alten Herrn, der beim Ausparken fast seine Ehefrau \u00fcberrollt h\u00e4tte, weil er nicht mehr so gut r\u00fcckw\u00e4rts schauen konnte. Und mit Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker habe ich nur noch \u00fcber Meditation diskutiert. &#8222;Bis zum Ende meines Lebens w\u00fcrde ich gerne noch verstehen, was denn eigentlich der Gegenstand unserer physikalischen Forschung ist!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mein Experiment habe ich niemals den Nobelpreis bekommen. Nach langer Forschung erkannte ich den Grund f\u00fcr die unerkl\u00e4rbaren Ph\u00e4nomene im Plasma. Sie traten nur auf, wenn ein Mechaniker der Firma Linde anwesend war. Bei sch\u00f6nem Wetter \u00f6ffnete er die T\u00fcr der abgeschirmten Laborhalle. Und dann wirkte mein Plasmastrahl wie eine Antenne, die den nahegelegenen Mittelwellensender des Bayrischen Rundfunks empfing. Daf\u00fcr bekommt man keinen Nobelpreis. Man konnte damit ja nicht einmal Radio h\u00f6ren! Es gab lediglich im Oszillographen wundersch\u00f6ne Bilder von Schwingungen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich schade! Besser den BR empfangen als Nuklearspaltung erforschen! DAS w\u00e4re doch einen Nobelpreis wert!<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir vor ein paar Jahren in einem Zentempel in China zu Besuch waren, wurde ich sehr besorgt gefragt, ob ich als Physiker, der noch Otto Hahn,\u00a0 Heisenberg und Weizs\u00e4cker gekannt hatte\u00a0 und als Zenmensch sagen k\u00f6nnte, ob der Zen eine Rettung aus den technologischen Problemen unserer Zeit w\u00fcsste. Meine Antwort: &#8222;Ich bin nur ein einfacher Teelehrer. Ich wei\u00df es nicht!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber hoffen kann man schon?!<\/p>\n\n\n\n<p>Und einen Versuch ist es allemal wert!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_4318_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_4318_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_4318_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_4318_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(4318, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 5\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_4318_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_4318_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/ein-einfacher-chemiker\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor langer Zeit, als ich noch im Max Planck Institut forschte, hatte ich ein Experiment aufgebaut, mit dem ich Messmethoden f\u00fcr einen Plasmastrahl erarbeiten wollte. 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