{"id":371,"date":"2010-04-26T09:41:14","date_gmt":"2010-04-26T08:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=371"},"modified":"2016-01-12T16:24:21","modified_gmt":"2016-01-12T15:24:21","slug":"tokyo-warum-man-niemals-einen-japaner-nach-dem-weg-fragen-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/tokyo-warum-man-niemals-einen-japaner-nach-dem-weg-fragen-soll\/","title":{"rendered":"Tokyo: Warum man niemals einen Japaner nach dem Weg fragen soll."},"content":{"rendered":"<p>Japaner sind sehr h\u00f6fliche Menschen. Sie helfen gern, aber das schlimmste, was einem Japaner passieren kann, ist es, sein Gesicht zu verlieren.<\/p>\n<p>Fragt man einen Japaner nach den Weg und er kennt sich nicht aus, wird er das neimals zugeben, weil er bef\u00fcrchtet, den Fragenden entt\u00e4uschen zu m\u00fcssen. Und dann h\u00e4tte er sein Gesicht verloren. Man gibt also bereitwillig Auskunft und schickt den Fremden irgendwo hin. Der wird ohnehin niemals wieder kommen. Aber f\u00fcrs erste ist man der Peinlichkeit enthoben, sagen zu m\u00fcssen: &#8222;Es tut mir leid, aber ich kenne den Weg nicht!&#8220;<\/p>\n<p>Wir wollten ins Suntory Kunstmuseum, das angeblich eine ber\u00fchmte Sammlung von alten Stellschirmen und Teeger\u00e4ten zeigt. Die Ausstellung sollte sich im 10. Stockwerk des Suntory-Geb\u00e4udes im Stadtviertel Akasaka befinden. Akasaka ist das repr\u00e4sentative Viertel der Botschaften und der \u00f6ffentlichen Einrichtungen s\u00fcdlich vom Kaiserpalast. Akasaka z\u00e4hlt etwa 10.000 Einwohner, aber tags\u00fcber befinden sich hier \u00fcber 97.000 Menschen, die in den B\u00fcros und Hochh\u00e4usern arbeiten. Direkt gegen\u00fcber der U-Bahnstation liegt das Suntory-Geb\u00e4ude mit der Ausstellung &#8211; so hie\u00df es jedenfalls. Als wir dort ankamen und sofort dem Suntory-Geb\u00e4ude gegen\u00fcberstanden, stellt sich heraus, dass heute am Samstag niemand in dem Geb\u00e4ude war. Aber das Museum sollte doch die gesamte Woche \u00fcber zug\u00e4nglich sein? Am Eingang zur U-Bahn war ein H\u00e4uschen mit einem freundlichen Polizisten, der auch sofort auf das Suntory-Geb\u00e4ude zeigte und sagte, dort ist das Museum.\u00a0 Als er h\u00f6rte, dass das Geb\u00e4ude geschlossen ist, war er sehr verwirrt, aber immerhin griff er zum Telefon um sich zu informieren. Freudestrahlend kam er zur\u00fcck und berichtet, dass das Museum umgezogen ist, und etwa eine halbe Stunde zu Fu\u00df entfernt lag und er erkl\u00e4rte uns den Weg auf einem Stadtplan, der dort angebracht ist. Kann man zwar laufen, aber wir entschlossen uns denn doch, ein Taxi zu nehmen.<\/p>\n<p>&#8222;Suntori bijutsukan kudasai!&#8220; Wie aus der Pistole geschossen kam das &#8222;HAI!&#8220; &#8211; &#8222;Aber selbstverst\u00e4ndlich!&#8220; Zwischen dem U-bahn Ausgang und dem Suntory Geb\u00e4ude liegt eine Hochstrasse, die man aber an der Fu\u00dfg\u00e4ngerampel unterqueren kann und dann direkt vor dem Geb\u00e4ude steht. Der Taxifahre brauste los, kurvte herum, fuhr \u00fcber die \u00dcberf\u00fchrung, wendete waghalsig, drehte wieder um und stand vor dem Suntory-Geb\u00e4ude, wo er stolz verk\u00fcndete: &#8222;Koko de! (Hier)!&#8220;<\/p>\n<p>Nein, hier nicht, die Sammlung\u00a0 ist ja inzwischen umgezogen. &#8222;Ah soh ka, soh ka! Ach so, ach so!&#8220; Wir zeigten ihm die Richtung die uns der freundliche Polizist angegeben hatte und mit einem milit\u00e4rischem &#8222;Hai, wakarimasu! Jawohl, Verstehe!&#8220; brauste der Taxifahrer los &#8211; in die falsche Richtung! Dann blieb er stehen und tippte nerv\u00f6s auf seinem Navi herum, bis endlich das befreite &#8222;Hai, soh desu ne!&#8220; kam und er endlich, offensichtlich genau im Bilde, wo er hinfahren mu\u00dfte losbrauste. Er fuhr wie wild um die Kurven, hierhin und dort hin, aber offensichtlich hatte er keinerlei Ahnung, wo er hin sollte. Endlich blieb er stehen und ekl\u00e4rte im Brustton der \u00dcberzeugung: &#8222;Koko de!&#8220; Nachdem er offensichtlich nicht wusste, wo wir hin wollten, beschlossen wir, den Preis zu zahlen und das Taxi zu verlassen.<\/p>\n<p>Wir hatten inzwischen v\u00f6llig die Orientierung verloren, aber Gott sei Dank n\u00e4herte sich ein gro\u00dfgewachsener Mann europ\u00e4ischen Typs, der sich als Holl\u00e4nder entpuppte, der sehr oft gesch\u00e4ftllich in Tokyo gewesen war. Er erkl\u00e4rte uns, dass wir uns inzwischen an der R\u00fcckseite des Kaiserpalastes befanden. Na, egal, Suntory hin oder her, besichtigen wir eben den Kaiserpalast, bzw. den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Teil, der Fr\u00fcher Sitz des Tokugawa Shogunates war.<\/p>\n<p>Aber das Suntory-Museum sa\u00df uns noch in den K\u00f6pfen. Also noch einmal zu der U-Bahn und zum Stadtplan. Dieses mal laufen wir das! Aber der Ma\u00dfstab der Karte t\u00e4uschte doch ziemlich und wir waren schon ziemlich m\u00fcde vom Laufen. Also neuer Versuch mit dem Taxi. &#8222;Suntari bijutsukan? Hai!&#8220; Ah, der kennt sich aus. Aber wieder wendete er sein Taxi und wollte zum Suntory Geb\u00e4ude fahren. \u00a0 &#8222;Nein! Nicht dort!&#8220; &#8222;Ah, soh desu ka! Das andere Suntory!&#8220; Na also, der kennt den\u00a0 neuen Standort. Ohne sein Navi zu befragen brauste er v\u00f6llig sicher los und noch dazu in die richtige Richtung. Ohne jeden Zweifel fur er uns durch die Gegend, bis er mit einem v\u00f6llig sicher geschmetterten &#8222;Koko de! Hier!&#8220; entlie\u00df und sofort weiter brauste. Und da war es: Suntory Hall! Aber das ist ein Restaurant und nicht das Kunstmuseum. Inzwischen waren wir im Stadtviertel Roppongi angekommen, das ber\u00fchmt ist f\u00fcr sein Nachtleben, die vielen Musikkneipen und die Musikerszene, in der alle Musikrichtungen der Welt vertreten sind. Weil es das Klischee so will, kam uns ein Schwarzamerikaner entgegen, der sich genauestens im Roppongi auskannte &#8211; vermutlich ein Musiker, der hier lebt und arbeitet. Es war noch eine ganze Weile zu Fu\u00df, aber nicht schon wieder ein Taxi!<\/p>\n<p>Endlich kamen wir zum Midtown Tower am Rande von Akasaka und Roppongi.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/akasaka-ropponji-midtown.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-373\" title=\"akasaka-ropponji-midtown\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/akasaka-ropponji-midtown-225x300.jpg\" alt=\"Midtown Tower\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine Spur von Suntory Kunstmuseum! Im Erdgescho\u00df der Dog-Plaza mit allem, was Hund so ben\u00f6tigt: einer Hundeklinik, einem Hunde-Ofuro, einem Hunde-Ryokan und einem Shop mit Kitsch und notwendigen Dingen wie Pullovern, Strickwesten, Hunde-Hakama und so weiter. Aber dann im 6. Stock das Suntory Museum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Eingang junge Damen im Career-lady-look, die freundlich erkl\u00e4rten, dass die Sammlung mit den Stellschrirmen und den Teeger\u00e4ten leider derzeit nicht zu sehen ist, daf\u00fcr aber zeitgen\u00f6ssisches japanisches Glas.\u00a0 Na, f\u00fcr Teeger\u00e4te interessiert sich ohnehin niemand in Tokyo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber immerhin gefunden und um einige Erfahrungen reicher! Wenigstens waren wir jetzt auch im Roppongi. Und wir werden nie wieder einem Taxifahre trauen, der milit\u00e4risch knapp mit einem geschmetterten &#8222;Hai! erkl\u00e4rt, dass er ganz genau wei\u00df, wo wir hin wollen. Jedenfalls nicht in Tokyo!<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_371_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_371_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_371_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_371_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(371, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 0\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_371_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_371_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/tokyo-warum-man-niemals-einen-japaner-nach-dem-weg-fragen-soll\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japaner sind sehr h\u00f6fliche Menschen. 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