{"id":3700,"date":"2016-08-11T09:44:41","date_gmt":"2016-08-11T08:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=3700"},"modified":"2016-08-11T09:45:09","modified_gmt":"2016-08-11T08:45:09","slug":"viereinhalb-matten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/viereinhalb-matten\/","title":{"rendered":"Viereinhalb Matten"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber den Teeraum und das neue Schwimmbad am Feuerberg habe ich eine kleine Meditation geschrieben. Hier der Text:<\/p>\n<p>Viereinhalb Matten.<br \/>\nAki chikaki<br \/>\nkokoro no yoru ya<br \/>\nyo jo han \t        <\/p>\n<p>Der Herbst kommt heran.<br \/>\nDas Herz erf\u00fcllt von Sehnsucht:<br \/>\nViereinhalb Matten<\/p>\n<p>Der japanische Dichter Bash\u014d, der sein Leben dem Zen und der Haiku- Dichtung geweiht hatte, schrieb dieses kleine Meisterwerk. In den knappen 5 \/ 7 \/ 5 Silben eines Haiku beschw\u00f6rt er die Sehnsucht nach Geborgenheit und Frieden.<br \/>\nSein Leben war eine stete Wanderschaft. Er lebte dieses Wanderleben, um zu zeigen, dass unser aller Leben nichts ist als eine Wanderung zwischen Geburt und Tod. Aber die Sehnsucht nach Geborgenheit und Ruhe wohnt tief in unserem Herzen.<\/p>\n<p>Die viereinhalb Matten sind der Teeraum in seiner idealen \u00bbGr\u00f6\u00dfe\u00ab.<br \/>\nDrau\u00dfen beginnen die Herbstst\u00fcrme zu toben. Aber drinnen gl\u00fcht das sanfte Holzkohlenfeuer und das Singen des Teekessels w\u00e4rmt das Herz. Der Tee duftet und alle Sinne werden erfrischt und klar. Der enge Raum weitet sich und die ganze Welt ist versammelt in einer Schale Tee.<br \/>\nYo-Jo Han ist urspr\u00fcnglich nicht der Teeraum, sondern ein Fl\u00e4chenma\u00df von kaum 10 Quadratmetern. Aber dieser winzige Raum ist so weit wie der offene Himmel.<br \/>\n\u00bbDas Singen des Teekessels beneidet den Wind in den Kiefern\u00ab, so hatte im 15. Jahrhundert einmal ein Berater des Shogun Yoshimasa gesagt. Der Wind in den Kiefern streift frei durch die offene Weite des Himmels und das Singen des Teekessels bringt diese Weite in den kleinen Raum. Selbst der m\u00e4chtigste Mann Japans sehnte sich nach der Stille und dem Frieden im Teeraum.<\/p>\n<p>Zur Zeit Buddhas lebte ein Mann mit dem Namen Vimalakirti. Er war in die Berge gegangen und hatte dort zur\u00fcckgezogen in einer H\u00fctte von genau Yo-Jo Han &#8211; 10 Fu\u00df im Quadrat &#8211; meditiert und war zum Buddha geworden. Seine Buddhaschaft aber lebte er t\u00e4tig mitten im Leben eines reichen und wohlt\u00e4tigen Kaufmannes. Als er krank wurde, wollte Buddha einen seiner J\u00fcnger zu Vimalakirti schicken. Aber einer nach dem anderen lehnte ab. Sie waren nicht w\u00fcrdig, denn sie konnten ihre Buddhaschaft nur in der Einsamkeit oder der Geborgenheit eines Klosters verwirklichen, aber nicht wie Vimalakirti mitten im t\u00e4tigen Leben. <\/p>\n<p>Der japanische Dichter Kamo hatte sich im 13. Jahrhundert nach dem Vorbild Vimalakirtis in eine solch kleine H\u00fctte in den Bergen zur\u00fcckgezogen. Der Teeraum in seiner schlichten Gestaltung und Gr\u00f6\u00dfe folgt dem Vorbild <a href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/de\/literatur\/kamo\/kunst-weg.html\" target=\"_blank\">Kamo&#8217;s<\/a>. Seine H\u00fctte \u00bbwar kaum gr\u00f6\u00dfer als der Kokon einer Seidenraupe\u00ab. Aber die Seidenraupe verwandelt sich im Kokon zu einem wundersch\u00f6nen Schmetterling. So schenkt auch die Enge des Teeraumes eine solche stille Verwandlung. <\/p>\n<p>In der chinesischen Mythologie gibt es irgendwo weit im Ostmeer eine Insel der G\u00f6tter. Sie ist genau 10-tausend Fu\u00df im Quadrat. Der Teeraum mit seinen 10 Fu\u00df im Quadrat ist wie ein Spiegel dieser G\u00f6tterinsel. Dort empfangen alle G\u00f6tter ihre \u201aUrkunde des Lebensursprungs\u2018. Der Name dieser Insel lautet auf Japanisch Ho-Jo. Der Lebensursprung spiegelt sich im Teeraum und im Herzen der Menschen. Das offene Herz ist genauso weit wie die riesige G\u00f6tterinsel. Wahre Gr\u00f6\u00dfe hat ihren Ursprung im Herzen, nicht in der Gr\u00f6\u00dfe und Pracht gewaltiger R\u00e4ume.<\/p>\n<p>Der indische Prinz Boddhidharma hatte den Zen nach China gebracht. Auf seinem Weg begegnete er dem Kaiser Wu Di. Der fragte ihn nach der h\u00f6chsten Wahrheit des Buddhismus. Boddhidharma antwortete nur: \u00bbOffene Weite. Nichts Heiliges.\u00ab<br \/>\nSp\u00e4ter sa\u00df er neun Jahre mit dem Gesicht zur Wand in einer H\u00f6hle und meditierte. Als er m\u00fcde wurde und ihm die Augen zufielen, riss er sich die Lieder ab und warf sie zu Boden. Daraus entstand der Teestrauch. Seine Bl\u00e4tter helfen nun, bei der Meditation wach zu bleiben. Nach neun Jahren verlie\u00df Boddhidharma seine H\u00f6hle. Nun war er verwandelt wie der Embryo im Mutterleib.<\/p>\n<p>Die offene Weite verwirklicht sich nicht nur in weiten und gro\u00dfen R\u00e4umen oder an \u201aheiligen\u2018 Orten. Vielleicht gerade in der Konzentration eines schlichten Teeraumes gibt es die offene Weite. Die offene Weite kann man aber auch im neuen Schwimmbad erleben.<br \/>\nMan erlebt die Weite des Himmels und sieht die Wolken ziehen, zehntausend Fu\u00df \u00fcber der Menschheit\u2018. Die offene Weite ist nicht au\u00dfen, sondern im Herzen. Alle Sorgen verschwinden und ziehen weiter wie die Wolken. Das Herz wird frei und leicht wie ein Vogel. Das ist Zen mitten im Leben.<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_3700_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3700_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3700_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3700_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(3700, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 57\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_3700_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_3700_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/viereinhalb-matten\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber den Teeraum und das neue Schwimmbad am Feuerberg habe ich eine kleine Meditation geschrieben. Hier der Text: Viereinhalb Matten. Aki chikaki kokoro no yoru ya yo jo han Der Herbst kommt heran. Das Herz erf\u00fcllt von Sehnsucht: Viereinhalb Matten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/viereinhalb-matten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":278,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,15,4,2,32],"tags":[],"class_list":["post-3700","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-basho-und-haiku","category-stille","category-teeweg","category-zen"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/278"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3700"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3702,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3700\/revisions\/3702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}