{"id":3462,"date":"2015-10-11T14:52:39","date_gmt":"2015-10-11T13:52:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=3462"},"modified":"2016-02-24T14:57:32","modified_gmt":"2016-02-24T13:57:32","slug":"ryugin-gesang-der-drachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/ryugin-gesang-der-drachen\/","title":{"rendered":"Ryugin &#8211; Gesang der Drachen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ry\u016bgin &#8211; Gesang der Drachen<\/strong><\/p>\n<p>Drau\u00dfen vor dem Fenster liegt dichter Nebel.<br \/>\nDas Dorf und die Kirche sind verschwunden, nur die Glocken klingen ged\u00e4mpft und fern.<br \/>\nDirekt vor meinem Fenster der knorrige Stamm des toten Apfelbaumes, dahinter verhangen im Nebel die Felsenbirne mit ihrem feurig roten Herbstlaub.br \/> Sogar das Internet \u00fcber Funk ist ausgefallen, weil das Signal des n\u00e4chsten Senders vom Nebel verschluckt wird.<br \/>\nRundherum: reine Stille!<br \/>\nEs ist, als w\u00e4re die ganze Welt verschwunden. Ich werde still und staune!<\/p>\n<p>Im Zen sagt man, dass nun die Zeit des Goldenen Windes kommt. Der Goldene Wind weht das farbige Herbstlaub zu Boden. Die reine Leere erscheint und bald stehen kahle B\u00e4ume in winterlichen Wei\u00df. Sie gleichen toten Holzpf\u00e4hlen, die leblos im Nebel stehen. H\u00f6lderlin dichtet in einem kleinen Gedicht, das sein Letztes ist, das er noch selbst ver\u00f6ffentlicht hat:<\/p>\n<blockquote><p>Der Winkel von Hahrdt<br \/>\nHinunter sinket der Wald,<br \/>\nUnd Knospen \u00e4hnlich, h\u00e4ngen<br \/>\nEinw\u00e4rts die Bl\u00e4tter, denen<br \/>\nBl\u00fcht unten auf ein Grund,<br \/>\nNicht gar unm\u00fcndig.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Winkel von Hardt &#8211; oder wie H\u00f6lderlin schrieb Hahrdt &#8211; ist eine Felsformation im Wald beim Dorf Hardt, am Hang gegen\u00fcber von H\u00f6lderlins Heimatstadt N\u00fcrtingen. Wer einmal dort gewesen ist, sp\u00fcrt eine geradezu magische Anziehungskraft dieses versteckten, \u201agesparten\u2018 Ortes. Der Wald sinkt hinunter. Es ist genau die Zeit des Goldenen Windes. Langsam ziehen die B\u00e4ume ihren Lebenssaft zur\u00fcck und sammeln ihre Kraft in den Wurzeln. Die Bl\u00e4tter werden welk und h\u00e4ngen \u201aeinw\u00e4rts\u2018, ganz in sich zur\u00fcckgezogen. Aber es ist nicht die Trauer des Abschieds oder des Todes. Sie bl\u00fchen auf &#8211; \u201aBl\u00fcten gleich\u2018 &#8211; in der vollen und atemberaubenden Sch\u00f6nheit des Herbstes. Bald l\u00f6sen sie sich, und beim leisesten Windsto\u00df fallen sie ganz von allein. Aber sie fallen nicht in einen bodenlosen Abgrund. Ihnen \u201abl\u00fcht unten auf ein Grund\u2018 in prachtvollen Herbstfarben. Die bl\u00fctengleichen Bl\u00e4tter und der aufbl\u00fchende Grund neigen sich einander zu in tiefer Zu-Neigung und schenken sich gegenseitig die prachtvoll leuchtenden Farben des Herbstes. Aber es ist die Farbe des Weg-Ganges. Was bleibt, sind die kahlen B\u00e4ume des Winters und das farblose Wei\u00df.<\/p>\n<blockquote><p>Einmal fragte ein M\u00f6nch seinen Zenmeister (T\u014dsu Daid\u014d 819 &#8211; 914):<br \/>\n\u00bbGibt es den Gesang der Drachen in den kahlen B\u00e4umen oder nicht?\u00ab Drachen singen in kahlen B\u00e4umen? Der Meister antwortete: \u00bbIch sage: Es ist das Br\u00fcllen des L\u00f6wen in Totensch\u00e4deln!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Die trockenen und kahlen B\u00e4ume sind wie die Totensch\u00e4del, der Gesang des Drachen ist wie das Gebr\u00fcll des L\u00f6wen? Das ist umso verwunderlicher, als die Wendung shishi-ku, L\u00f6wengebr\u00fcll f\u00fcr die Predigt des Buddha gebraucht wird, mit der er die M\u00f6glichkeit der Befreiung vom Leiden k\u00fcndet. Der Gesang des Drachen im kahlen Holz ist nicht anderes als die frohe Botschaft, dass es die Befreiung vom Leiden gibt?!<\/p>\n<p>Zenmeister D\u014dgen sagt (D\u014dgen: Sh\u014db\u014dgenz\u014d, Kapitel 65, Ry\u016bgin.):<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbEs gibt B\u00e4ume in den Bergen und T\u00e4lern, auf den Reisfeldern und in den D\u00f6rfern!<br \/>\nDie B\u00e4ume in den Bergen und T\u00e4lern sind Kiefern und Eichen, die B\u00e4ume auf den Reisfeldern und den D\u00f6rfern sind himmlische Wesen und Menschen.\u00ab\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch die Menschen sind B\u00e4ume. Sie wurzeln im Boden der Tradition und der \u00dcberlieferung. Sie tragen Fr\u00fcchte, und die Lebenskraft flie\u00dft von den Wurzeln bis in den Himmel und l\u00e4sst Bl\u00fcten und Fr\u00fcchte wachsen. Manchmal scheint die Lebenskraft zu schwinden und der Baum wird wie trockenes Holz. Alles Leben, alle Freude scheint gewichen zu sein.<br \/>\nJemand, der bewegungslos in tiefer Meditation sitzt, sieht aus wie ein lebloser trockener und toter Baum oder ein Totensch\u00e4del, der sich nicht mehr bewegt. Er ist scheinbar abgestorben und wie totes Holz oder kalte Asche. Aber wer das so sieht, hat niemals die Stille und die Kraft in der Meditation erfahren. \u00bbSolche Menschen denken, kahle B\u00e4ume seinen v\u00f6llig ausgetrocknet und w\u00fcrden den Fr\u00fchling niemals mehr erleben\u00ab, sagt D\u014dgen. Das bewegungslose Sitzen aber ist wie die R\u00fcckkehr in die Wurzeln, der Kontakt mit dem Ursprung des Lebens. Wer so austrocknet, dass er im Fr\u00fchling keine mehr Bl\u00fcten treibt, der hat niemals den Gesang der Drachen vernommen.<\/p>\n<p>Einst versorgte eine alte Frau einen jungen M\u00f6nch, damit er in seinen \u00dcbungen Fortschritte machen k\u00f6nnte. Nach 20 Jahren \u00dcbung sa\u00df er wie totes Holz oder kalte Asche. Aber die alte Frau war misstrauisch und schickte ihm eine junge sch\u00f6ne Frau. Die schmiegte sich wie eine bl\u00fchende Ranke an ihn, w\u00e4hrend er in Meditation sa\u00df. Aber er r\u00fchrte sich nicht und sprach nur die Worte:<\/p>\n<blockquote><p>Ein alter Baum w\u00e4chst auf einem Fels im Winter.<br \/>\nNirgends eine Spur von W\u00e4rme!\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Als die alte Frau das h\u00f6rte, wurde sie sehr zornig, ging zur H\u00fctte des M\u00f6nches und brannte sie nieder. Wenigstens auf diese Weise kam W\u00e4rme in seine Empfindungen!<br \/>\nZenmeister Ikky\u016b (Ikky\u016b S\u014djun 1394 &#8211; 1481) dichtete als Antwort auf diese alte chinesische Geschichte:<\/p>\n<blockquote><p>Wollte sich mir \/ heute Nacht \/ eine sch\u00f6ne Frau versprechen, \/ die verdorrte Weide \/ w\u00fcrde Knospen treiben \/ wie im Fr\u00fchling.\n<\/p><\/blockquote>\n<p> Die Zenmeister des alten China haben offenbar sehr oft \u00fcber den Gesang der Drachen in den d\u00fcrren B\u00e4umen gesprochen. Jedenfalls \u00fcberliefert der japanische Zenmeister D\u014dgen viele ihrer Gespr\u00e4che \u00fcber den Drachengesang.<\/p>\n<blockquote><p> Ein M\u00f6nch fragte den Meister:<br \/>\n\u00bbWas ist der wahre WEG?\u00ab<br \/>\n\u00bbIn einem kahlen Baum singt ein Drache!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber der Gesang der Drachen ist nicht mit den Ohren zu h\u00f6ren. D\u014dgen sagt, der Gesang der Drachen stammt nicht aus der Welt der f\u00fcnf T\u00f6ne. Die F\u00fcnf T\u00f6ne sind die Tonleiter der pentatonischen Tonleiter. Sie bilden den gesamten Kosmos ab. Es sind keine Stimmen oder T\u00f6ne, die den Gesang bilden. Eigentlich ist die Wendung Gesang nicht ganz richtig. Das Wort Gin \u541f\u3000bezeichnet vielerlei Ger\u00e4usche vom Singen, Rezitieren, \u00c4chzen, St\u00f6hnen bis hin zum Br\u00fcllen und Heulen. Der Gesang in Noh-Theater, der f\u00fcr unsere westlichen Ohren nicht gerade sch\u00f6n und melodisch klingt, wird damit bezeichnet.<\/p>\n<p>Der Drachengesang ist nicht immer sch\u00f6n und lieblich. Gerade die kahlen B\u00e4ume des Winters sind der Gesang der Drachen. Die Kahlheit zeigt den R\u00fcckgang zu den Wurzeln. Von au\u00dfen gesehen ist es die Kargheit oder gar der Tod. Aber wer Augen hat zu sehen, wei\u00df, dass es die R\u00fcckkehr zum Ursprung ist. Nicht nur der R\u00fcckgang in den Ursprung ist der Drachengesang. D\u014dgen sagt: \u00bbDas Keimen des Samens ist auch der Gesang der Drachen!\u00ab Das gesamte Leben ist Drachengesang. Auch der kleine Hund zu meinen F\u00fc\u00dfen, der im Schlaf bellt, weil er im Traum mit anderen Hunden spielt, ist Drachengesang.<\/p>\n<p>Der chinesische Meister Zhuangzi beschreibt, wie der Meister Nanguo Ziqi &#8211; Meister \u201aBuntgescheckt vom S\u00fcdweiler\u2018 &#8211; in Meditation auf seine Armlehne gest\u00fctzt zum Himmel aufschaut, langsam ausatmet und sich leer macht. Pl\u00f6tzlich war er in tiefer Meditation versunken und hatte scheinbar jedes Bewusstsein seines Ich-Begleiters, seines Ego verloren.<br \/>\nMeister Yan Cheng Zi-You &#8211; nach einer \u00dcbersetzung hei\u00dft er \u201aHerr Wanderer von v\u00f6lliger Gem\u00fctsruhe &#8211; der vor ihm stand und ihm aufwartete, war erstaunt, als er den Meister sah, wie dessen Herz oder Geist \u00bbwie tote Asche oder trockenes Holz\u00ab wurde. Alle Leidenschaften und pers\u00f6nlichen Gef\u00fchle, \u00c4ngste und Sorgen waren von ihm abgefallen und er sprach:<\/p>\n<blockquote><p>Gerade habe ich mich selbst verloren. Du magst die Fl\u00f6ten der Menschen geh\u00f6rt haben, aber nicht die Fl\u00f6ten der Erde. Du magst die Fl\u00f6ten der Erde geh\u00f6rt haben, aber nicht die Fl\u00f6ten des Himmels.<\/p><\/blockquote>\n<p>Herr Wanderer verstand nicht, was die Fl\u00f6ten des Himmels sein sollen. Er kannte nur die Fl\u00f6ten der Menschen, die wie \u00bbaufgereihte Bambusrohre\u00ab sind. Je lauter diese Fl\u00f6ten klingen und ihren L\u00e4rm verbreiten, desto weniger vermag man die Fl\u00f6ten des Himmels zu vernehmen. Bevor ihm Meister Nanguo die Fl\u00f6ten des Himmels erkl\u00e4rte, schilderte er ausf\u00fchrlich eine andere Art von Musik, die Fl\u00f6ten der Erde:<\/p>\n<blockquote><p>Der Gro\u00dfe Klumpen &#8211; die Erde &#8211; st\u00f6\u00dft einen Lebensatem (Ki) aus, den man Wind nennt. Solange er nicht bl\u00e4st, geschieht nichts. Hebt er jedoch zu blasen an, dann beginnen Myriaden L\u00f6cher zu heulen. Hast du nie sein Seufzen geh\u00f6rt?<br \/>\nDie Spalten und Kl\u00fcfte der aufsteilenden Berge, die L\u00f6cher und Hohlr\u00e4ume der riesigen B\u00e4ume von hundert Spannen Umfang: Sie sind wie Nasenl\u00f6cher, wie M\u00fcnder, wie Ohren, wie Sockel, wie Becher, wie M\u00f6rser, wie die Kuhlen, in denen sich Pf\u00fctzen und Teiche bilden. Der Wind bl\u00e4st \u00fcber sie hinweg und macht das Ger\u00e4usch von sprudelndem Wasser, von sirrenden Pfeilen, schreiend, keuchend, rufend, weinend, lachend, grollend. Die erste B\u00f6e singt Ayii, der folgende Windsto\u00df singt Houuu. Eine leichte Brise ruft eine kleine Antwort hervor, ein heftiger Sturm l\u00e4sst einen m\u00e4chtigen Chor erschallen. Verebbt das St\u00fcrmen, so sind alle H\u00f6hlungen still. Hast du nicht die Bl\u00e4tter gesehen, wie sie in t\u00f6nendem Nachhall erzittern?\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Meister Nanguo beschreibt ganz offenbar den Gesang der Drachen. Der ist nicht wie der Gesang der Menschen. Aber wer die Drachen geh\u00f6rt hat, singt fortan anders. D\u014dgen sagt: \u00bbDie Menschen, die das Singen der Drachen h\u00f6ren, und auch selbst singen k\u00f6nnen, unterscheiden sich sowohl von einem singenden Drachen als auch von einem singenden Menschen! Die Melodie ihres Gesanges ist der Drachengesang selbst. In einem kahlen Baum und in einem Totensch\u00e4del gibt es kein Innen und kein Au\u00dfen &#8211; kein Selbst und keine Anderen! Hier ist das Jetzt der Ewigkeit!\u00ab Wer den Drachengesang geh\u00f6rt hat, wird Eins mit Allem! Er singt fortan aus dieser Einheit, in der es keine Angst vor dem Anders-Sein, kein Misstrauen und keine Missgunst mehr gibt.<\/p>\n<p>So hatte auch Meister Nanguo seinen Ich-Begleiter, sein Selbst verloren. Er war Eins geworden mit dem H\u00f6ren der T\u00f6ne des Himmels. Aber die sind noch anders als das T\u00f6nen der Erde, die er vorher beschrieben hatte. Die Fl\u00f6ten des Himmels klingen unh\u00f6rbar und tonlos! Der Herr Wanderer, der dem Meister Nanguo Ziqi aufwartete, fragte denn auch noch einmal nach:<\/p>\n<p>Die T\u00f6ne der Erde &#8211; di lai &#8211; sind keine anderen als all jene H\u00f6hlungen, die ihr beschrieben habt. Die T\u00f6ne der Menschen &#8211; ren lai &#8211; sind die der aufgereihten Bambusr\u00f6hren. Darf ich fragen, was die T\u00f6ne des Himmels &#8211; tien lai &#8211; sind?<\/p>\n<p>Das Leer-Werden ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass die T\u00f6ne in dieser Leere klingen k\u00f6nnen. Sind die H\u00f6hlungen und \u00d7ffnungen der Erde angef\u00fcllt, so klingen sie nicht. Die T\u00f6ne der Erde sind die Ger\u00e4usche, die der Lebensatem, der Wind erzeugt, wenn er \u00fcber die H\u00f6hlungen f\u00e4hrt. Die Frage ist, welche H\u00f6hlungen t\u00f6nen, wenn es um die Musik des Himmels geht. Die Wendung tien lai &#8211; Fl\u00f6ten des Himmels &#8211; wird auch f\u00fcr sch\u00f6ne Poesie verwendet. Die Poesie ist wie der Gesang des Lebensatems, des Windes am Himmel. Der Meister Nanguo Ziqi beantwortet die Frage nach dem Ursprung der Himmels-T\u00f6ne mit einer entscheidenden Wendung:<\/p>\n<p>Die T\u00f6ne des Himmels &#8211; tien lai &#8211; blasen auf 10 000 verschiedene Weise und sie bewirken sich selbst &#8211; zi ji. All dies ergibt sich selbst &#8211; zi qu, wer sollte dies betreiben?<\/p>\n<p>Die T\u00f6ne des Himmels sind von selbst so! Da ist niemand und nichts, was sie erzeugen oder betreiben w\u00fcrde, sie sind einfach. Die T\u00f6ne der Erde sind die Antwort auf den Lebensatem, die T\u00f6ne des Himmels sind einfach da. Eigentlich sind die T\u00f6ne des Himmels auch \u00fcberhaupt nicht h\u00f6rbar. Wir h\u00f6ren immer nur die T\u00f6ne des Menschen, die oft so laut sind, dass sie alles andere \u00fcbert\u00f6nen. Verstummen die T\u00f6ne des Menschen, so fliehen wir oft in das laute Get\u00f6n des allt\u00e4glichen Getriebes, weil wir die Stille, die sich dann auftut, nicht mehr ertragen k\u00f6nnen. Die Stille spricht nicht mehr zu uns, weil wir durch das t\u00e4gliche Get\u00f6se taub geworden sind.<\/p>\n<p>Im Gesang \u00bbDer Archipelagos\u00ab schildert H\u00f6lderlin, wie die Menschen in rastlosem Treiben gefangen sind und sich selbst in gewaltigem L\u00e4rm des rastlosen Machen-M\u00fcssens bet\u00e4uben:<\/p>\n<blockquote><p>Aber weh! es wandelt in Nacht, es wohnt, wie im Orkus,<br \/>\nOhne G\u00f6ttliches unser Geschlecht. Ans eigene Treiben<br \/>\nSind sie geschmiedet allein und sich in der tosenden Werkstatt<br \/>\nH\u00f6ret jeglicher nur und viel arbeiten die Wilden<br \/>\nMit gewaltigem Arm, rastlos, doch immer und immer<br \/>\nUnfruchtbar, wie die Furien, bleibt die M\u00fche der Armen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Menschen sind \u201aallein\u2018 also ausschlie\u00dflich ans eigene Treiben geschmiedet und dadurch \u201aallein\u2018 und einsam. Sie sind unfrei und ausschlie\u00dflich an ihr rastloses Treiben gekettet. Dadurch sind sie allein, ohne echte Bindung an die Anderen oder das G\u00f6ttliche. Der tosende L\u00e4rm der rastlos tobenden Werkstatt \u00fcbert\u00f6nt nicht nur die T\u00f6ne der Erde, sondern auch die unh\u00f6rbaren T\u00f6ne des Himmels. Wie sollten die Menschen da in der Lage sein, das Singen des Drachen zu vernehmen?<br \/>\nSo fragte auch einst ein M\u00f6nch ganz besorgt den Meister S\u014dzan:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbIch frage mich, ob es einen Menschen gibt, der das Singen des Drachen h\u00f6ren kann!\u00ab<br \/>\nS\u014dzan antwortete:<br \/>\n\u00bbAuf der ganzen Erde<br \/>\ngibt es niemanden, der es nicht h\u00f6rt!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Erstaunlich! Wenn die Menschen mit ihrem eigenen Get\u00f6se die tonlosen T\u00f6ne des Himmels und des Drachengesanges \u00fcbert\u00f6nen, gibt es dennoch nicht einen einzigen Menschen, der den Drachengesang nicht h\u00f6rt? So erstaunlich das klingen mag, aber der Gesang des Drachen ist das Str\u00f6men des Atems und das Flie\u00dfen des Blutes. Bei einer Gelegenheit antwortete ein Meister auf die Frage:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbWas ist das Singen des Drachen in einem kahlen Baum?\u00ab<br \/>\n\u00bbDas Blut des Lebens versiegt niemals!\u00ab<\/p>\n<p>Wieder ein anderer M\u00f6nch fragte:<br \/>\n\u00bbWas singt der Drache in einem kahlen Baum?\u00ab<br \/>\n\u00bbImmer mehr Freude!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Singen der Drachen ist das nat\u00fcrliche Wirken von Wasser und Wolken, das Flie\u00dfen des Lebens und die Luft, die durch die Nasenl\u00f6cher str\u00f6mt. Die zehntausend Melodien, die der Drache singt, ist nicht ein Reden \u00fcber Prinzipien und die Wahrheit, es ist \u00bbdas Quaken der Fr\u00f6sche, dass Freude bleibt und das Singen der W\u00fcrmer, dass es ein Wissen gibt. Das Singen der Drachen ist immer und \u00fcberall, aber wir k\u00f6nnen es nur wirklich mit unserem ganzen Wesen h\u00f6ren, wenn wir zuvor den Schritt zur\u00fcck aus dem rasenden Machen in die Stille wagen.<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_3462_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3462_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3462_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3462_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(3462, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 1\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_3462_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_3462_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/ryugin-gesang-der-drachen\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ry\u016bgin &#8211; Gesang der Drachen Drau\u00dfen vor dem Fenster liegt dichter Nebel. 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