{"id":3426,"date":"2016-02-24T13:05:59","date_gmt":"2016-02-24T12:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=3426"},"modified":"2016-03-13T11:11:19","modified_gmt":"2016-03-13T10:11:19","slug":"schneeflocken-am-yaoshan-tempel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/schneeflocken-am-yaoshan-tempel\/","title":{"rendered":"Schneeflocken am Yaoshan Tempel"},"content":{"rendered":"<p> Wir sind nun schon wieder einige Zeit zur\u00fcck von unserer aufregenden Reise nach China. Es war meine erste Reise nach China, aber manchmal war es fast eine Wiederkehr. Seit vielen Jahren besch\u00e4ftige ich mich immer wieder mit dem Bi Yan Lu, der Niederschrift vor der smaragdenen Felswand. Auf dieser Reise standen wir schlie\u00dflich direkt vor der smaragdenen Felswand in der N\u00e4he des Jiashan Tempels in der Provinz Hunan. Es ist schon ein eigenartiges Erlebnis, an solch einem historischen Ort zu stehen, denn hier ist wohl die erste Zen-Schrift entstanden. Der Chan &#8211; Meister Yuan Wu (1063 &#8211; 1135) hatte 100 alte Zen-Geschichten gesammelt und aufgeschrieben. Von seinem Tempel aus konnte er eine smaragdfarbene Felswand sehen. Daher der Titel seiner Schrift. An der Felswand h\u00e4ngt ein Bild von Meister Yuan Wu. Davor klingt leise aus dem Lautsprechen &#8222;Om mani padme Hum&#8220;. Eine einfache B\u00e4urin verneigte sich vor dem Bild, rezitierte den Text mit und legte einen Blumenstrauss nieder.<br \/>\n<div id=\"attachment_3489\" style=\"width: 807px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3489\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/biyan.jpg\" alt=\"Bi Yan - die smaragdgr\u00fcne Felswand des Bi Yan Lu\" width=\"797\" height=\"598\" class=\"size-full wp-image-3489\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/biyan.jpg 797w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/biyan-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/biyan-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><p id=\"caption-attachment-3489\" class=\"wp-caption-text\">Bi Yan &#8211; die smaragdgr\u00fcne Felswand des Bi Yan Lu<\/p><\/div><br \/>\nDer Jiashan Tempel hatte zu der Tagung \u00fcber `Tee und Zen &#8211; Ein Geschmack` eingeladen. In der benachbarten Stadt fand im Kongresszentrum die Tagung mit vielen Vortr\u00e4gen statt. Im Tempel waren dann einen ganzen Tag lang Vorf\u00fchrungen rund um den Tee. Viele Menschen hatten einen kleinen Stand aufgebaut und f\u00fchrten ihre Art der Teezeremonie vor. Es waren viele r\u00fchrende und auch ganz beachtliche Versuche, die Teezeremonie in China wieder zum Leben zu erwecken. Sogar eine Urasenke Gruppe aus der N\u00e4he von Peking f\u00fchrte eine Zeremonie vor. Sie bestanden darauf, dass ich ihr Gast war.<\/p>\n<p>Wir fuhren dann weiter zum Yaoshan Tempel, der f\u00fcr chinesische Verh\u00e4ltnisse ganz in der N\u00e4he liegt &#8211; etwa eine Stunde Autofahrt. Der Yaoshan shi, der Medizinkraut Berg Tempel &#8211; ist ein sehr alter und bedeutender Tempel. Der ber\u00fchmteste Meister dieses Tempel nannte sich nach dem Berg, an dem dieser Tempel liegt Yaoshan. Er ist immer wieder bei dem japanischen Zenmeister Dogen erw\u00e4hnt. In meinem Buch \u00fcber Dogen und H\u00f6lderlin (Im Garten der Stille) wird das Gedicht eines `alten Buddha` zitiert:<\/p>\n<blockquote><p>Ein alter Buddha sagt:<\/p>\n<p>Zu einer Zeit (\u016a-JI) auf dem hohen, hohen Berggipfel stehen, zu einer Zeit auf dem tiefen, tiefen Meeresgrund gehen. Zu einer Zeit der dreik\u00f6pfige, achtarmige W\u00e4chtergott, zu einer Zeit der bald sechzehn Fu\u00df und bald acht Fu\u00df gro\u00dfe Buddha. Zu einer Zeit Stab und Wedel, zu einer Zeit Pfeiler und Gartenlaterne, zu einer Zeit Hinz und Kunz, zu einer Zeit gro\u00dfe Erde und leerer Himmel.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser `alte Buddha` ist niemand anders als <strong>Yakusan Igen<\/strong> wie er auf japanisch hei\u00dft oder mit seinem chinesischen Namen Meister <strong>Yaoshan<\/strong>, der seinen Namen vom Yaoshan Tempel hat. <\/p>\n<blockquote><p>Eines Tages sa\u00df Yaoshan auf einem Stein. Ein M\u00f6nch kam vor\u00fcber und fragte: \u201eWas tust du da?\u201c Yaoshan antwortete: \u201eIch tue nichts!\u201c<br \/>\n\u201eAber du sitzt doch dort auf dem Stein!\u201c\u201eAuf dem Stein sitzen ist: etwas tun!\u201c Was meinst du denn dann mit \u201aNichts tun\u2018? \u201eWenn du alle Weisen der Vergangenheit fragen w\u00fcrdest, sie k\u00f6nnten es nicht erkl\u00e4ren!\u201c<br \/>\n&#8222;Jemand der einfach nichts tut, l\u00e4\u00dft alles ganz nat\u00fcrlich und ohne Absicht aus sich selbst geschehen. Die Weisen der Vergangenheit k\u00f6nnten es nicht erkl\u00e4ren, gew\u00f6hnliche Menschen werden es niemals verstehen!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dogen erw\u00e4hnt den Meister Yaoshan immer wieder mit einer Geschichte, die sein Verst\u00e4ndnis der Zen-Meditation erhellt. <\/p>\n<blockquote><p>Eines Tages sa\u00df Meister Yaoshan \/  Yakusan auf seinem Meditationssitz. Ein M\u00f6nch fragte ihn: &#8222;Was denkst du wenn du so wie ein ehrw\u00fcrdiger Berg da sitzt?&#8220; &#8222;Ich denke das Nicht-denken!&#8220; &#8222;Wie denkst du das Nicht-Denken?&#8220; &#8222;(Indem ich) Nicht-denke!&#8220;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Yaoshan Tempel bestand einst aus einer ganzen Reihe von pr\u00e4chtigen Geb\u00e4uden, die sich \u00fcber zwei Berge hinzogen. In der Kulturrevolution unter Mao wurden der Tempel vollkommen zerst\u00f6rt. Heute existiert nur noch eine einzige Steinstele mit einer alten Inschrift. In den achtziger Jahren hat die Gemeinde recht hilflos versucht, den Tempel wieder aufzubauen. Davon zeugt nur noch ein br\u00fcchiger Betonbau, der m\u00fchselig versucht, wie ein Tempel auszusehen. Nichteinmal ein Dach war auf der Bauruine. Hinter einem notd\u00fcrftig aus alten Holzbalken und Bambus zusammengenagelten Tor liegen ein paar primitive Betonbauten. In unserem Schlafsaal waren immerhin Heizdecken auf den Matratzen. Wenn wir im Teeraum beim Tee sa\u00dfen und mit Meister Mingying diskutierten, sagte er oft: &#8222;Lass uns nach draussen gehen, es ist zu kalt!&#8220; Draussen schien immerhin die Wintersonne. <\/p>\n<div id=\"attachment_3491\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3491\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/yaoshan.jpg\" alt=\"Der Yaoshan heute - lange nach der Kulturrevolution\" width=\"800\" height=\"552\" class=\"size-full wp-image-3491\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/yaoshan.jpg 800w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/yaoshan-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/yaoshan-768x530.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-3491\" class=\"wp-caption-text\">Der Yaoshan heute &#8211; lange nach der Kulturrevolution<\/p><\/div>\n<p>An einem Tag f\u00fchrte uns Meister Mingying vor den Tempel auf die Reisfelder. Dort bauen er und die M\u00f6nche den eigenen Reis und das eigene Gem\u00fcse an. Alles ohne Chemie und ganz nat\u00fcrlich. Das Essen im Tempel war einfach aber immer k\u00f6stlich. Weit hinter dem Reisfeld lagen die ersten H\u00e4user der kleinen Stadt. Mingying erkl\u00e4rte uns: &#8222;Dort wo die Ortschaft beginnt, war fr\u00fcher das Tempeltor. Dort freute sich der ehrw\u00fcrdige Laienbruder Pang an den fallenden Schneeflocken!  In naher Zukunft werden wir dort wieder das neue Tempeltor bauen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Begegnung von Meister Yaoshan mit dem Laienbruder Pang wird im 42. Beispiel des <strong>Bi Yan Lu<\/strong> erz\u00e4hlt. Pang war einige Tage im Tempel zu Besuch gewesen. Meister Yaoshan schickte zehn M\u00f6nche zu seiner ehrenvollen Begleitung. Als sie am Tempeltor ankamen, fielen wundersch\u00f6ne Schneeflocken vom Himmel. Pang zeigte auf die Schneeflocken, die durch die Luft wirbelten und rief: &#8222;(Diese) sch\u00f6nen Schneeflocken! (Sie) Fallen nicht an einen anderen Ort!&#8220; <\/p>\n<p>Der Laienbruder Pang war hoch angesehen. Er verkehrte mit den ber\u00fchmtesten Chan &#8211; Meistern seiner Zeit, so auch mit Shi Tou, der auch ein Lehrer von Yaoshan gewesen war. Nach einem Gesor\u00e4ch mit Shi Tou schrieb Pang sein ber\u00fchmtes Gedicht, das auch im Teeweg oft zitiert wird. Shi Tou hatte Pang nach seinen T\u00e4tigkeiten gefragt, die er vor ihrer Begegnung aus\u00fcbte. Pang sch\u00e4mte sich ein wenig und meinte, dass er nur ganz allt\u00e4gliches getan hatte. Pl\u00f6tzlich erwachte er und schrieb sein ber\u00fchmtes Gedicht, in dem er die `allt\u00e4glichen Verrichtungen` geradezu als `g\u00f6ttlich` bezeichnete (\u795e\u901a jap. jinzu).<\/p>\n<blockquote><p>Mein allt\u00e4gliches Tun: nichts Ungew\u00f6nliches.<br \/>\nAber ich bin in Harmonie damit.<br \/>\nNichts begehrend nichts ablehnend.<br \/>\n\u00dcberall weder Hindernis noch Streit<br \/>\nWozu purpur und rot.<br \/>\nBlaue Berge ohne den geringsten Schmutz und Staub.<br \/>\n\u00dcbernat\u00fcrliche Kr\u00e4fte und wunderbares Tun:<br \/>\nWasser holen und Brennholz sammeln.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Laienbruder Pang lehnte jedes \u00f6ffentliche Amt ab obwohl er sehr gebildet war. Purpur und rot sind die Farben der kaiserlichen Beamten. Sie waren zwar wohlhabend und einflussreich, aber immer auch Striet und Neid ausgesetzt. Pang zog ein einfaches Leben in der Natur vor. Ihm gen\u00fcgten die ganz allt\u00e4glichen Verrichtungen: Wasser holen und Brennholz sammeln. Mit dieser Auffassung wurde er zum Vorbild f\u00fcr die japanischen Teemeister, die den Teeweg aus dem Geist des Zen \u00fcben wollten.<\/p>\n<p>Auch Yaoshan hatte ein Gespr\u00e4ch mit dem Meister Shi Tou. Im n\u00f6rdlichen Zen studierte man die Sutren und hoffte dadurch, zum Erwachen zu kommen. Yaoshan war damit nicht zufrieden, denn er hatte vom pl\u00f6tzlichen Erwachen in der s\u00fcdlichen Schule geh\u00f6rt. Shi Tou empfahl ihm, den Meister Ma Tsu zu sprechen. Wir waren ein paar Tage vorher im Tempel des Ma-Tsu gewesen und hatten sein Grabmahl zusammen mit zwei Zen-Meistern, die uns begleiteten dreimal ehrf\u00fcrchtig umschritten. Dogen berichtet von Ma-Tsu, der sich in die Berge zur\u00fcckgezogen hatte um dort den ganzen Tag mit der Zenmeditation im Sitzen zu verbringen. Sein Meister besuchte ihn und fragte, wozu er denn so angestrengt im Sitzen meditiere. &#8222;Ich will durch Sitzen ein Buddha werden!&#8220; Der Meister nahm einen Ziegelstein und begann, ihn am Felsen zu reiben. Verwundert fragte Ma-Tsu: &#8222;Was tust du da?&#8220; &#8222;Ich poliere den Stein um daraus einen Spiegel zu machen!&#8220; &#8222;Man kann doch nicht durch polieren aus einem simplen Stein einen Spiegel machen!&#8220; &#8222;Und du kannst nicht durch Sitzen zu einem Buddha werden!&#8220;<br \/>\n<div id=\"attachment_3492\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3492\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/ma-tsu-grab.jpg\" alt=\"Ma-Tsu&#039;s Grab - Nach der Kulturrevolution aus den Bruchst\u00fccken wieder zusammen gef\u00fcgt.\" width=\"400\" height=\"561\" class=\"size-full wp-image-3492\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/ma-tsu-grab.jpg 400w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/ma-tsu-grab-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><p id=\"caption-attachment-3492\" class=\"wp-caption-text\">Ma-Tsu&#8217;s Grab &#8211; Nach der Kulturrevolution aus den Bruchst\u00fccken wieder zusammen gef\u00fcgt.<\/p><\/div><br \/>\nMa-Tsu hat offenbar einen w\u00fcrdigen Nachfolger bekommen. Der Zenmeister des Tempels zeigt uns hinter der Tempelmauer, direkt gegen\u00fcber vom Grabmahl des Ma-Tsu eine kleine H\u00fctte. &#8222;Dort lebt ein M\u00f6nch, der den ganzen Tag meditiert. Wir haben ihn seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Wir stellen ihm Essen hin und holen das leere Geschirr wieder ab. Also muss er wohl noch dort sein!&#8220; <\/p>\n<p>Ma-Tsu pflegte seine Sch\u00fcler mit unerwarteten Aktionen zu \u00fcberraschen um damit ein pl\u00f6tzliches Erwachen zu erreichen. Einmal packte er den Sch\u00fcler an der Nase und drehte sie herum. Oft stie\u00df er laute Schreie aus. Sein Aussehen muss sehr merkw\u00fcrdig gewesen sein. In einer alten Chronik wird er beschrieben:<br \/>\n&#8222;Er schritt einher wie ein Ochse und schaute herum wie ein Tiger. Wenn er die Zunge ausstreckte, reichte sie ihm bis \u00fcber die Nase hinaus. Den Fu\u00dfsohlen waren zwei Kreise eingepr\u00e4gt.&#8220; Yaoshan fragte Ma-Tsu nach dem pl\u00f6tzlichen Erwachen. Der antwortete: &#8222;Manchmal bitte ich Jemanden, die Augenbrauen hochzuziehen, manchmal mit den Augenliedern zu zwinken und manchmal tue ich das nicht. Manchmal ist das richtig und manchmal nicht.&#8220; Yaoshan verstand und verlie\u00df Ma-Tsu.<br \/>\n<div id=\"attachment_3493\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3493\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/mingyinn-am-stausee.jpg\" alt=\"Mit Meister Minying am Stausee\" width=\"800\" height=\"578\" class=\"size-full wp-image-3493\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/mingyinn-am-stausee.jpg 800w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/mingyinn-am-stausee-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/mingyinn-am-stausee-768x555.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-3493\" class=\"wp-caption-text\">Mit Meister Mingying am Stausee<\/p><\/div><br \/>\nIm Yaoshan Tempel baut Meister Mingying derzeit oben in den Bergen mitten in dichten Bambusw\u00e4ldern ein neues Meditations- und Studienzentrum. Die Geb\u00e4ude liegen oberhalb eines Sees mit klarem Wasser. Ein gr\u00f6\u00dferer Saal ist schon fertig. Dort haben wir stundenlang Tee getrunken und \u00fcber Zen diskutiert. Von dort aus sind wir immer wieder zu kleinen Spazierg\u00e4ngen durch den Bambuswald aufgebrochen um uns nach den langen Gespr\u00e4chen wieder ein wenig zu erholen. Mingying meinte, dass es f\u00fcr die Zenstudien absolut wichtig ist, nicht nur zu \u00fcben, sondern auch die Schriften zu studieren und zu verstehen.  Er erz\u00e4hlte, dass er sehr gerne auf dem Feld arbeitet und Reis und Gem\u00fcse anbaut. Aber als Zenmeister hat er dazu nicht allzuviel Zeit. Er muss Vortr\u00e4ge halten und auch die Menschen im Ort, die keine M\u00f6nche sind mit seinen Lehrreden erreichen.<br \/>\nIch hatte dann die Ehre, oben im neuen Zentrum einen Vortrag \u00fcber meine Zen-Erfahrungen aus dem Geist des Teeweges zu halten und mit Michael Teezeremonie vorzuf\u00fchren. Die B\u00fcrger aus dem Ort aber auch G\u00e4ste, die bis von Peking angereist kamen waren dort um den &#8222;Physiker und Meister des japanischen Teeweges aus dem Heimatland von Karl Marx&#8220; \u00fcber Zen sprechen zu h\u00f6ren. Anschlie\u00dfend gab es hei\u00dfe Diskussionen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Wissenschaft und Chan \/ Zen. Man sp\u00fcrt den Hunger der Chinesen nach geistigen Wegen, die aus der Sackgasse des Konsums, des ungebremsten wirtschaftlichen Wachstums herausf\u00fchren. &#8222;Wir bewegen uns in einem rasend schnellen Aufzug in die neue Zeit!&#8220; Auch die B\u00fcrgermeisterin war dort. Nach dem Vortrag war sie ganz begeistert und erkl\u00e4rte, dass sie den Chan und den Tempel f\u00fcr absolut wichtig f\u00fcr ihre Stadt h\u00e4lt. Sie wird die Entwicklung des Tempels in Zukunft nach Kr\u00e4ften f\u00f6rdern. Ein junger M\u00f6nch war so fasziniert von der Shakuhachi, dass er unbedingt das Spiel auf dieser Zen-Fl\u00f6te lernen will. Ich werde ihm eine Shakuhachi bauen und nach China schicken. <\/p>\n<p>Der Chan \/ Zen in China ist mitten in einem neuen Aufbruch. Wir haben so viele liebe und freundliche Menschen getroffen, fr\u00f6hliche Zenmeiter und liebenswerte M\u00f6nchen und Laien. Wir sind nicht zum letzten mal in China gewesen!<br \/>\nUnd zwei von den Chinesinnen, die wir getroffen haben und die uns durch China geleitet haben, werden uns auf unserer n\u00e4chsten Japanreise begleiten. Aber dieses mal bin ich der F\u00fchrer. In Japan kenn ich mich halt besser aus als sie.<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_3426_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3426_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3426_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3426_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(3426, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 15\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_3426_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_3426_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/schneeflocken-am-yaoshan-tempel\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind nun schon wieder einige Zeit zur\u00fcck von unserer aufregenden Reise nach China. 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