{"id":335,"date":"2010-02-10T15:54:39","date_gmt":"2010-02-10T14:54:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=335"},"modified":"2016-01-12T16:24:21","modified_gmt":"2016-01-12T15:24:21","slug":"yoga-sutra-citta-vritti-stillung-des-bewustseins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/yoga-sutra-citta-vritti-stillung-des-bewustseins\/","title":{"rendered":"\u092a\u094d\u0930\u0925\u092e\u0903 \u0938\u092e\u093e\u0927\u093f\u092a\u093e\u0926\u0903 Yoga Sutra: Citta vritti &#8211; Stillung des Bewu\u00dftseins"},"content":{"rendered":"<p>Derzeit lesen wir hier im Myoshinan das Yogasutra des Patanjali. Das ist ein wunderbares St\u00fcck indischer Philosophie.<br \/>\nDas Yogasutra des Patanjali beginnt mit folgenden Versen:<\/p>\n<blockquote><p>\u092a\u094d\u0930\u0925\u092e\u0903 \u0938\u092e\u093e\u0927\u093f\u092a\u093e\u0926\u0903<\/p>\n<p>2. \u092f\u094b\u0917\u0936\u094d\u091a\u093f\u0924\u094d\u0924\u0935\u0943\u0924\u094d\u0924\u093f\u0928\u093f\u0930\u094b\u0927\u0903<br \/>\n3 .\u0924\u0926\u093e \u0926\u0943\u0937\u094d\u091f\u0941\u0903 \u0938\u094d\u0935\u0930\u0942\u092a\u0947\u093d\u0935\u0938\u094d\u0925\u093e\u0928\u092e\u094d<br \/>\n4. \u0935\u0943\u0924\u094d\u0924\u093f\u0938\u093e\u0930\u0942\u092a\u094d\u092f\u092e\u093f\u0924\u0930\u0924\u094d\u0930<br \/>\n5. \u0935\u0943\u0924\u094d\u0924\u092f\u0903 \u092a\u091e\u094d\u091a\u0924\u092f\u094d\u092f\u0903 \u0915\u094d\u0932\u093f\u0937\u094d\u091f\u093e\u0915\u094d\u0932\u093f\u0937\u094d\u091f\u093e<\/p>\n<p>2.yogash\t citta- vrtti- nirodhah<br \/>\n3.tad\u00e2 drashtu\t svar\u00fbpe\u2018vasth\u00e2nam<br \/>\n4.vrtti-\ts\u00e2r\u00fbpyam\t itaratra<br \/>\n5. vrttayah pa\u00f1catayyah klisht\u00e2 aklisht\u00e2h<\/p>\n<p>2. Yoga ist die Stillung der w\u00e4hlenden Bewegungen des Bewu\u00dftseins.<br \/>\n3. Dann sieht der Seher sich selbst (in seiner reinen Form)<br \/>\n4. In allen anderen Zust\u00e4nden ist er bedingt (getrieben) durch die w\u00e4hlenden Bewegungen des Bewu\u00dftseins<br \/>\n5. Diese Regungen sind f\u00fcnffach und entweder leid-frei oder leidvoll.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<\/blockquote>\n<p>Yoga ist also nicht die Form der K\u00f6rperverrenkungen, wie sie in den Volkshochschulen gelehrt wird. Jeder \u00dcbungsweg, der die unruhigen Bewegungen des leidvoll &#8211; w\u00e4hlenden Bewu\u00dftseins stillt, ist nach dieser Bestimmung eine Form des Yoga. Auf einer akademischen indischen Website habe ich 356 unterschiedliche Formen von Yoga in den alten Sanscrit Texten gefunden. Man kann mit Recht sagen, dass auch die Zenmeditation eine Form des Yoga ist, bei der als einziges Asanam &#8211; Yogaposition &#8211; der Lotossitz ge\u00fcbt wird. Aber auch der Teeweg hat viele Elemente, die ihn als eine Form des Yoga kennzeichnen.<\/p>\n<p>Yoga ist die Stillung der Bewegungen des Bewusstseins.<br \/>\nCitta ist das Bewu\u00dftsein. Das Wort ist abgeleitet von cit &#8211; &#8217;sehen, beobachten, erkennen&#8216;. citta ist das in der Vergangenheit Gesehene, das aber unser Verhalten jetzt im Augenblick bestimmt. Citta kann also als &#8222;Bewusstsein&#8220; \u00fcbersetzt werden. Bewusstsein ist aber nicht nur der Inhalt unserer Gedanken, es bestimmt auch unser F\u00fchlen und unser k\u00f6rperliches Befinden. Deshalb hei\u00dft es, dass die Regungen des Bewu\u00dftseins &#8222;leidvoll oder leid-frei sein k\u00f6nnen. Das Bewu\u00dftsein also ist es, was das Leiden erzeugt.<br \/>\nIn den Upanishaden wird das Bewusstsein mit einem Vogel verglichen, der mit einem elastischen Band an einem Pfeiler befestigt ist. Neugierig fliegt er hinaus, mal hierhin, mal dorthin.<br \/>\nW\u00e4re der Vogel nicht festgebunden, wir w\u00fcrden  das Bewusstsein von uns selbst verlieren, weil wir immer hinaus gerissen werden zu den Dingen drau\u00dfen. Aber je neugieriger der Vogel nach au\u00dfen fliegt, desto st\u00e4rker wird er zur\u00fcckgerissen und das erzeugt Leiden. Weil er aber nirgendwo einen Halt findet, muss er immer wieder zur &#8222;Bindestelle&#8220; zur\u00fcck. Diese Bindestelle ist der Atem.<\/p>\n<p>Die Bewegungen (v\u0157tti) des Bewusstseins ist abgeleitet von der Wurzel v\u0157t, w\u00e4hlen, vorziehen.<br \/>\nSt\u00e4ndig dringen Eindr\u00fccke auf uns ein, und unser Bewusstsein richtet sich ausw\u00e4hlend auf eine besondere Sache. Aber es gibt ja so vieles zu sehen und zu bemerken. Alles ist interessant. Das Inter-esse ist da drau\u00dfen bei den Dingen, die nicht nur wah-genommen, sondern auch besorgt sein wollen. Immer m\u00fcssen wir so viel besorgen, dass wir vor lauter Sorge niemals zur Ruhe kommen. Also wird das Bewusstsein st\u00e4ndig in einer ausw\u00e4hlenden Bewegung hin und her gerissen und kommt nie zur Ruhe.<br \/>\nNicht nur das Bewusstsein ist hin und her gerissen, wir selbst sind so hin und her gerissen, aber zugleich sehnen wir uns nach der Stille, nach dem In-Uns-Selbst-Ruhen. Das gelingt aber nur, wenn das st\u00e4ndige W\u00e4hlen des Bewusstseins gestillt wird. Erst dann sehen wir uns selbst so wie wir sind. In allen anderen Zust\u00e4nden ist das Leiden des Ausw\u00e4hlens und des Hin- und Her &#8211; gerissen Seins.<br \/>\nDie Bewegungen des Bewusstseins sind die citta vritti, die w\u00e4hlenden Bewegungen des Bewusstseins. Wenn diese Bewegungen zur Ruhe gekommen sind, wenn sie ge-stillt sind, dann sieht der &#8222;Seher&#8220; (drastah) sich selbst in seiner reinen, nicht von den Dingen be-dingten Form. In allen anderen Zust\u00e4nden sind wir das, was uns von au\u00dfen vorgegeben ist, wir sind nur Reaktion und niemals wir Selbst.<\/p>\n<p>Martin Heidegger hat geschrieben, dass wir st\u00e4ndig in Sorge darum sind, dass unser Sein gelingt. Er nennt das die Grundstruktur der Sorge, die aber im Allt\u00e4glichen abgleitet zum &#8222;Besorgen&#8220;. Wir m\u00fcssen Dies und Das besorgen. Die Dinge schreiben f\u00f6rmlich danach, besorgt zu werden. Vor lauter &#8222;Be-sorgen&#8220; haben wir keine Zeit mehr, zu uns Selbst zu finden. Aber nur wenn die Besorgungen zur Ruhe kommen, k\u00f6nnen wir uns Selbst finden.<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_335_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_335_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_335_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_335_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(335, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 1\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_335_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_335_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/yoga-sutra-citta-vritti-stillung-des-bewustseins\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit lesen wir hier im Myoshinan das Yogasutra des Patanjali. 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