{"id":2524,"date":"2014-09-25T13:37:25","date_gmt":"2014-09-25T12:37:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=2524"},"modified":"2014-09-25T17:31:25","modified_gmt":"2014-09-25T16:31:25","slug":"vaegyuh-oder-wa-gyu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/vaegyuh-oder-wa-gyu\/","title":{"rendered":"V\u00e4gyuh &#8211; Wa-gyu oder: wo ist hier das Rindvieh?"},"content":{"rendered":"<p>Heute habe ich bei &#8222;Lanz kocht&#8220; gesehen, wie Ali G\u00fcng\u00f6rm\u00fc\u015f das &#8211; wie er sagte &#8211; Fleisch vom v\u00e4gyu Rind vorgestellt. Er meinte, das sei einfach die japanische Bezeichnung f\u00fcr Rind.<br \/>\nMoment mal, Rind hei\u00dft gy\u016b, was soll das &#8218;v\u00e4&#8216; davor? Das klingt so gar nicht japanische. Googeln hat auch kein Ergebnis gebracht. Bis dann der Aha-Effekt eintrat: er meinte das Wa-gy\u016b, das &#8218;japanische Rind&#8216;. Aber das kennt so in Japan niemand.<br \/>\nDas Schriftzeichen gyou \u725b\u3000zeigt als Bild ein Rind von oben gesehen. Da ist der R\u00fccken, Schultern und H\u00fcften und vorn noch ein Horn. Das Zeichen f\u00fcr wa \u548c bedeutet &#8218;Harmonie&#8216;. Ganz fr\u00fch schon hatte ein chinesischer Kaiser eine diplomatische Note an den Herrscher des Landes Yamato geschickt, das ist heute die Region um die alte Hauptstadt Japan. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden schrieb er das Wort Yamato mit den Schriftzeichen \u5927\u548c, die &#8218;Dai-wa&#8216; gelesen werden. Aber als Bezeichnung f\u00fcr das Land liest man es &#8222;Yamato&#8220;, so einfach ist das. Wenn man in Japan betonen will, dass bestimmte Dinge aus Japan und eben nicht aus China oder von sonst wo her stammen, setzt man gern die Silbe Wa \u548c davor, die wird dann tats\u00e4chlich auch als &#8218;wa&#8216; gelesen. Also ist Wa-gy\u016b ein japanisches Rind im Gegensatz zu einem indischen oder chinesischen Rind.<br \/>\nUnd genau darum hei\u00dft es in Japan eben nicht Wa-gyou, weil man n\u00e4mlich wei\u00df, dass dieses Ring nicht aus Japan stammt sondern wohl aus Indien. In Japan hei\u00dfen diese Viecher Tajima Ushi, das Rind aus Tajima. Der Klarheit und Einfachheit wegen wird jetzt das Zeichen f\u00fcr Rind \u725b nicht chinesisch als gy\u016b, sondern japanisch als Ushi ausgesprochen.  Alles klar?<br \/>\n<div id=\"attachment_2529\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wagyu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2529\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wagyu.jpg\" alt=\"\u9ad8\u7b49\u8abf\u6559\u306e\u4f8b\" width=\"600\" height=\"450\" class=\"size-full wp-image-2529\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wagyu.jpg 600w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wagyu-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2529\" class=\"wp-caption-text\">\u9ad8\u7b49\u8abf\u6559\u306e\u4f8b<\/p><\/div><\/p>\n<p>Das Tajima Ushi war lange Zeit einfach nur ein Arbeitstier. Es ist ein mittelgro\u00dfes, meistens schwarzes Rind, das zum Ackern, zum Ziehen von Wagen und \u00fcberhaupt f\u00fcr die Arbeit verwendet wurde. Es kam niemand auf die Idee, dass man die Viecher auch essen konnte, denn im Buddhismus war das Z\u00fcchten von Tieren um sie zu t\u00f6ten und zu essen verboten. Erst mit dem westlichen Einfluss kam auch das Essen von Fleisch in Mode. Und siehe da, das Fleisch des Tajima Rindes war wunderbar gleichm\u00e4\u00dfig mit feinen Fett Adern durchzogen, die es sehr zart und saftig werden lie\u00dfen. Bekannt wurde dieses Rind dann als Kobe Rind und man erz\u00e4hlte sich, dass die Tiere regelm\u00e4\u00dfig massiert wurden, damit sich das Fett so fein verteilt. Wenn das so w\u00e4re und die B\u00e4urin, die massiert auch noch h\u00fcbsch ist, dann w\u00e4re ich auch gern ein japanisches Rindvieh! Aber es ist ein netter Mythos mit dem man h\u00f6here Verkaufspreise f\u00fcr das Fleisch erzielen kann! Denn die Fettverteilung im Fleisch ist ganz einfach genetisch bedingt. <\/p>\n<p>Weil das Fleisch, das sehr viel unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren enth\u00e4lt auch noch k\u00f6stlich schmeckt, hat man die Rinder in Australien, Kanada und Amerika nachgez\u00fcchtet und dort bezeichnet man sie als Wa-gy\u016b.<\/p>\n<p>Erst seit 2014 kann man Embrionen und Samen dieser Rinder auch in Deutschland erwerben und mit der Zucht von &#8218;japanischen Rindern&#8216; beginnen. Ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft, denn das Kilo wird mit bis zu 350 Euro  gehandelt. Vielleicht steige ich um vom Teelehrer auf Wagy\u016b-Zucht? Da kann man wenigstens Geld verdienen!<\/p>\n<p>Da kann man mit Heinz Erhardt nur sagen: &#8222;Tr\u00e4umend und das Maul bewegend, schauste d\u00e4mlich durch die Gegend, grad wie du, grad wie du.&#8220;<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_2524_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_2524_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_2524_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_2524_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(2524, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 66\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_2524_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_2524_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/vaegyuh-oder-wa-gyu\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute habe ich bei &#8222;Lanz kocht&#8220; gesehen, wie Ali G\u00fcng\u00f6rm\u00fc\u015f das &#8211; wie er sagte &#8211; Fleisch vom v\u00e4gyu Rind vorgestellt. 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