{"id":2147,"date":"2014-04-24T11:41:03","date_gmt":"2014-04-24T10:41:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=2147"},"modified":"2016-01-12T11:40:39","modified_gmt":"2016-01-12T10:40:39","slug":"fraenkischer-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/fraenkischer-tag\/","title":{"rendered":"Fr\u00e4nkischer Tag"},"content":{"rendered":"<p>Eingeh\u00fcllt in einen blauen Zengoromo steht ein grauhaariger Mann bis zu den Knien im Gras unter einem Kirschbl\u00fctentraum. Er spielt Shakuhachi. Mit geschlossenen Augen entlockt er der Bambusfl\u00f6te eine Melodie so rein, tief und sehnsuchtsvoll, dass der Zuh\u00f6rer sofort sp\u00fcrt, was Gerhardt Staufenbiel ist und was er beherrscht: die Ruhe selbst.<\/p>\n<p>Er lebt mit fr\u00e4nkischer Natur und japanischer Kultur. Er ist Physiker, Teelehrer, Buchautor, Japankenner, Shakuhachi-Spieler. Vor allem aber ist er &#8211; studierter &#8211; Philosoph. Sein Gef\u00fchl f\u00fcr das Hier und Jetzt, f\u00fcr Entschleunigung und Stille, f\u00fcr Wahrheit und Erkenntnis \u00fcbertr\u00e4gt sich auf den Besucher, sobald er durch die Gartent\u00fcr mit dem Schild &#8222;Myoshinan Chadojo &#8211; Japanisches Teehaus&#8220; tritt. Es liegt an einem von Kirschb\u00e4umen ges\u00e4umten Wanderweg in Oberr\u00fcsselbach (Kreis Forchheim).<\/p>\n<p>Die Kirsche wird vielleicht verbl\u00fcht sein, wenn dieser Text gedruckt ist. Aber die Aussicht bleibt. Sie l\u00e4sst einen wie angewurzelt vor dem Haus am Hang stehen bleiben. Staufenbiel l\u00e4chelt wissend und zeigt in die Natur, \u00fcbers Tal. &#8222;Sowas d\u00fcrfte es gar nicht geben.&#8220; Bis Erlangen kann man schauen. Den Ausblick nutzt er f\u00fcr den Einblick, den Menschen in sich gewinnen wollen: Im Garten hat er Meditationspl\u00e4tze gebaut. Bauen ist seine Leidenschaft. Shakuhachi zum Beispiel. Die Bambusfl\u00f6ten entstehen an der Werkbank auf der Terrasse. Zurzeit hat Staufenbiehl eine aus 50 Jahre altem Holz in Arbeit.<\/p>\n<p>Er bl\u00e4st hinein, lauscht den T\u00f6nen nach: &#8222;Die wird ganz gut.&#8220; Er nickt zufrieden. Eine Shakuhachi herzustellen ist ein langsamer Prozess, genau das Richtige f\u00fcr Staufenbiehl. Holz vorbereiten, vorsichtig L\u00f6cher hineinbohren und mit einem elektronischen Messger\u00e4t abstimmen. Liegen lassen, von Zeit zu Zeit hineinblasen. &#8222;Das ist wie Meditation. Und eine gute Atemtherapie.&#8220;<\/p>\n<p>Atmen spielt auch eine wichtige Rolle bei einer weiteren Profession des geb\u00fcrtigen Th\u00fcringers: der Teezeremonie. 1972 kam Staufenbiel in M\u00fcnchen mit Chado, dem japanischen Teeweg, und der damit verkn\u00fcpften Zen-Philosophie in Ber\u00fchrung. Er lernte viel, im Teehaus im Englischen Garten, aber auch bei Studienaufenthalten in Japan. L\u00e4ngst darf er sich selbst Teemeister nennen. Auch wei\u00df er, wie ein Teehaus aussehen muss. Knapp ein Dutzend hat er gebaut. Eines davon nimmt die H\u00e4lfte seiner Wohnung ein. Besucher m\u00fcssen die Schuhe ausziehen, dann hei\u00dft es durch einen schmalen Eingang einzutreten in eine andere Welt. Bambusb\u00f6den, viel Holz, mit Papier verkleidete Schiebet\u00fcren. Eine davon f\u00fchrt vom gr\u00f6\u00dferen, dem Meditationsraum, in den kleineren Raum f\u00fcr die Teezeremonie.<\/p>\n<p>Dort setzt sich Staufenbiel auf seine Fersen und erkl\u00e4rt, dass trotz 800 unterschiedlicher Abl\u00e4ufe alles eigentlich ganz einfach ist: Wasser holen, Holzkohle legen, Feuer bereiten, Teeger\u00e4te hereintragen, reinigen, Tee schlagen und trinken. Es sieht aus, als bewege er die Ger\u00e4te ohne Kraft, nur mit dem Atem. Tee ist sein Grundnahrungsmittel und Beutel k\u00e4men ihm nie ins Haus. Das, was er in die Porzellanschale gie\u00dft, schmeckt \u00fcberraschend, gr\u00fcn, wie pures Chlorophyll. Der Effekt ist der gleiche wie beim Kirschbl\u00fctenschauen: F\u00fcr eine Weile schweigt der L\u00e4rm im Kopf.<\/p>\n<p><strong>Wandern und Tee trinken<\/strong><\/p>\n<p>Sie stammt aus Kleinasien, wurde durch r\u00f6mische Krieger verbreitet und w\u00e4chst in Franken seit dem 11. Jahrhundert: die Kirsche. Wenn sie ihre Bl\u00fcten \u00f6ffnet und die Fr\u00e4nkische Schweiz in einen wei\u00df-rosa getupften Traum verwandelt, \u00f6ffnet das den Betrachtern das Herz. Au\u00dfer auf bekannten Wegen z.B. rund um Pretzfeld l\u00e4sst sich die Kirschbl\u00fcte auch auf dem ruhigeren Wanderweg (Start: Wasserspielplatz Kirchr\u00fcsselbach) entdecken, der oberhalb von Oberr\u00fcsselbach am Teehaus des Teemeisters Gerhardt Staufenbiel vorbeif\u00fchrt. Dort kann man nach Anmeldung unter Telefon 09192\/993805 eine Teezeremonie erleben, sich im Teeweg und Shakuhachi unterrichten lassen, Meditationskurse und philosophische Seminare belegen.<\/p>\n<p>(Artikel im Fr\u00e4nkischen Tag von Irmtraut Fenn &#8211; Nebel; mehr unter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.infranken.de\/ueberregional\/ratgeber\/entdeckerwochen\/neuesteentdeckungen\/Entdeckerwochen-Teezeremonie-Gerhard-Stuafenbiel-Kirschbluetenschau-Hanami-auf-Fraenkisch;art154313,689700\" title=\"Hanami im Myoshinan - Artikel im fr\u00e4nkischen Tag\">Artikel im Fr\u00e4nkischen Tag<\/a><br \/>\nDort auch ein Video und eine Fotostrecke mit 20 Bildern)<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_2147_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_2147_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_2147_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_2147_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(2147, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 42\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_2147_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_2147_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/fraenkischer-tag\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eingeh\u00fcllt in einen blauen Zengoromo steht ein grauhaariger Mann bis zu den Knien im Gras unter einem Kirschbl\u00fctentraum. 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