{"id":12826,"date":"2025-01-25T13:00:46","date_gmt":"2025-01-25T12:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=12826"},"modified":"2025-01-25T13:00:49","modified_gmt":"2025-01-25T12:00:49","slug":"besuch-im-daitokuji","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/besuch-im-daitokuji\/","title":{"rendered":"Besuch im Daitokuji"},"content":{"rendered":"\n<p>Es war ein warmer Oktobertag und wir hatten gerade das Teehaus Taian von Sen no Riky\u016b besichtigt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6396-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12842\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6396-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6396-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6396-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6396-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Riky\u016bs Teehaus Taian \u5f85\u5eb5 ist eines der \u00e4ltesten und ber\u00fchmtesten Teeh\u00e4user in Japan, bekannt f\u00fcr seinen radikalen, minimalistischen Stil des wabi, der Schlichtheit, der die Philosophie des Teemeisters Sen no Riky\u016b verk\u00f6rpert. Es wurde wohl um 1586 errichtet und ist das \u00e4lteste erhaltene Teehaus im Stil von Riky\u016b, das noch originalgetreu erhalten ist. Das Taian steht im My\u014dki-An-Tempel in der N\u00e4he von Ky\u014dto und wurde 1951 als Nationalschatz Japans anerkannt. Dieses Teehaus selbst kann nicht besucht werden, aber im Zuiho-In, einem Subtempel des Daitokuji in Ky\u014dto wurde zur Feier des vierhundertsten Todestages von Sen no Riky\u016b eine Kopie errichtet. Auch diese Kopie ist nicht allgemein zug\u00e4nglich, aber mit einer Sondergenehmigung kann dieses Teehaus besichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6336-1024x768.jpeg\" alt=\"Taian: Blick auf die Deckenvert\u00e4felung\" class=\"wp-image-12828\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6336-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6336-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6336-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6336-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der winzige Raum mit einer Grundfl\u00e4che von nur zwei Tatami &#8211; den Binsengrasmatten, mit denen traditionelle R\u00e4ume in Japan ausgelegt sind &#8211; ist in ein geheimnisvolles Dunkel getaucht. Er hat gerade einmal eine Grundfl\u00e4che von etwas mehr als drei Quadratmetern. Die Lehmw\u00e4nde waren mit dem Saft der Kakifrucht gestrichen, der schnell fermentiert und die W\u00e4nde in einem tiefen und warmen Schwarz f\u00e4rbt. Die Ecken des Raumes und der Schmucknische, der Tokonoma, sind rund geputzt, sodass man in dem dunklen Raum kaum Grenzen sehen kann. So wirkt der winzige Raum nicht eng und bedr\u00fcckend, sondern unendlich weit wie der schwarze Nachthimmel. Auf den Papierfenstern tanzen komplexe Schattenmustern der Bambusgitter, aus denen die W\u00e4nde geflochten sind. An den Fenster\u00f6ffnungen ist einfach der Putz weggelassen. So kann das Licht hindurch schimmern, aber dennoch bleibt der Raum in sich geschlossen. Aber trotz der Konzentration auf den Innenraum bleibt die Au\u00dfenwelt nicht ausgesperrt. Sie kommt in der Weise des stillen Lichtes durch die Papierfenster hinein. Auch die Ger\u00e4usche wie Wind und Regen oder das Kr\u00e4chzen der Kr\u00e4hen betonen noch die Stille im Inneren. So entsteht keinen Augenblick das Gef\u00fchl der Enge. Vielmehr weitet sich der winzige Raum in stiller Unendlichkeit. Nimmt man darin Platz, so sp\u00fcrt man sofort die gesammelte Konzentration und Stille, die der Raum ausstrahlt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6347-1-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12844\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6347-1-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6347-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6347-1-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6347-1-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Riky\u016b hatte das Teehaus wohl f\u00fcr Toyotomi Hideyoshi, den milit\u00e4rischen Herrscher Japans errichtet. Riky\u016b, der die Teezeremonie und ihre \u00c4sthetik radikal ver\u00e4ndert hatte, wollte mit dem Taian eine Oase der Stille schaffen, einen Ort, an dem man zur Ruhe und zum inneren Frieden kommen kann. Das Teehaus war nicht nur ein Raum f\u00fcr Tee, sondern auch ein R\u00fcckzugsort aus der Hektik der Kriegszeiten, der den Respekt vor der Natur und die Verg\u00e4nglichkeit aller Dinge feiern sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zuiho-In \u6c34\u82b3\u9662 Tempel, auf dessen Grund die Kopie des Taian steht, ist ebenfalls ein Ort der besonderen Begegnung. Er wurde von dem Daimyo \u014ctomo S\u014drin \u5927\u53cb \u5b97\u9e9f, 1530\u20131587 aus dem s\u00fcdlichen Kyush\u016b gegr\u00fcndet, der als einer der ersten Japaner zum Christentum \u00fcbertrat. Als Christ nahm er den Namen Don Francisco an. Er war einer der ersten japanischen Herrscher, die sich f\u00fcr die neuen Ideen aus dem Westen \u00f6ffneten und intensiven Handel und Austausch mit den spanischen Missionaren widmeten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name des Tempels Suih\u014d-in \u6c34\u82b3\u9662 bedeutet etwa \u201aHalle des duftenden Wassers\u2018. War damit das geweihte Wasser gemeint, mit dem der Daimyo getauft wurde? Auf jedenfalls hat es mit einer spirituellen Reinigung zu tun.<br \/>Die fr\u00fche Begegnung Japans mit dem Westen und dem Christentum endete ungl\u00fccklich mit der Abschlie\u00dfung Japans von der Au\u00dfenwelt. Die Spanier hatten zuerst Missionare geschickt, um dann Japan milit\u00e4risch zu erobern und zu einer Kolonie zu machen. Es ist auch die Frage, ob \u014ctomo S\u014drin aus \u00dcberzeugung zum Christentum \u00fcbertrat oder weil er als Christ Schie\u00dfpulver und Musketen von den Spaniern bekam.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6332-1024x768.jpeg\" alt=\"g zum Zuihoin\" class=\"wp-image-12837\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6332-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6332-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6332-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6332-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Spanier erkl\u00e4rten auch, dass es im alten Europa Sitte ist, dass die gesamte Bev\u00f6lkerung derselben Religion wie der Herrscher folgen muss. So sollten auch alle Untergebenen Don Francisco auf der s\u00fcdlichen Halbinsel Ky\u016bshu zum Christentum konvertieren. Als Hideyoshi von diesen Vorg\u00e4ngen h\u00f6rte, wollte er dem keinen Glauben schenken. Aber schlie\u00dflich gab er ein Dekret heraus, dass jeder nach seiner eignen \u00dcberzeugung einer Religion angeh\u00f6ren kann. Jede Religion, gleichg\u00fcltig ob christlich oder buddhistisch, die von sich behauptete, im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein, sollte verboten werden. \u014ctomo S\u014drin wurde schlie\u00dflich in seiner Heimat Ky\u016bsh\u016b entmachtet und zog nach Ky\u014dto, wo er sich zun\u00e4chst auch dem Christentum verpflichtet f\u00fchlte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter wurde das Christentum in Japan verboten. Offenbar wurde in dieser Zeit eine Muttergottes Statue im Garten des Suiho-In Tempels vergraben. Bei der Neugestaltung des Gartens wurde sie aufgefunden und schlie\u00dflich wieder an derselben Stelle vergraben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptgarten vor der Abthalle des Tempels wurde erst 1961 von Shigemori Mirei gestaltet. Er verband die traditionelle japanische Gartenkunst der trockenen Landschaften mit modernen Elementen. Sein Garten hei\u00dft Dokusa-Tei \u72ec\u5750\u5ead, etwa \u201aallein &#8211; sitzen &#8211; Garten\u2018 nach dem Zenspruch dokusa daiju ho \u72ec\u5750\u5927\u546a\u5cf0 \u201aallein sitzen auf dem Gipfel des Daiju_Berges\u2018. Der Daiju-Berg ist ein mythischer Berg im Zentrum der Welt. Mitten in den wogenden Wellen der Brandung steigt das Gebirge auf bis zum Gipfel des Daiju. Hier herrscht die Stille und Ruhe dessen, der zu seinem inneren Frieden gefunden hat und einfach nur allein und in Stille sitzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"742\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6382-1024x742.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12839\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6382-1024x742.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6382-300x217.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6382-1536x1113.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6382-2048x1485.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Shigemori hat diesen Aufstieg auf den Gipfel des Daiju aus den schlagenden Wellen der Brandung mit traditionellen Mitteln gestaltet. Aber die dramatischen Wellen sind seine moderne Interpretation des Trockengartens. Zugleich sind die Felsen, die sich aufsteigend bis zum Gipfel erheben, so gesetzt, dass sich ein liegendes Kreuz ergibt, eine geheime Botschaft, dass der Gr\u00fcnder des Tempels ein Christ war. Hier im Garten treffen die traditionelle Gartengestaltung mit der modernen Kunst, der Zen-Buddhismus und das Christentum zusammen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6406-1024x768.jpeg\" alt=\"Zugang zum Izusen\" class=\"wp-image-12831\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6406-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6406-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6406-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6406-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach dem Besuch des Suiho-In waren wir auf dem Weg in das Tempelrestaurant \u6cc9\u4ed9 Izusen. Der Name bedeutet etwas \u201aQuelle oder Brunnen der Unsterblichen\u2018, vielleicht \u00fcbertragen \u201aQuelle der Unsterblichkeit\u2018. Die Sen \u4ed9 sind im chinesischen Daoismus die Menschen, die sich als Einsiedler in die Berge zur\u00fcckzogen und durch ihre \u00dcbungen die Unsterblichkeit erlangten. Im Izusen gibt es die traditionelle K\u00fcche der Zenm\u00f6nche aus rein veganen Produkten wie Pflanzen, Gem\u00fcsen, Tofu und Saitan, nicht nur f\u00fcr Einsiedler, sondern auch f\u00fcr Besucher des Tempels. In vielen kleinen Sch\u00fcsseln werden die unterschiedlichsten K\u00f6stlichkeiten in einer wunderbaren \u00c4sthetik serviert. Die Farben, die sechs Geschm\u00e4cker und die verschiedensten Texturen sprechen alle Sinne an. So wird man nicht nur k\u00f6rperlich satt. Auch alle sechs Sinne einschlie\u00dflich des sechsten Sinnes, des Wissens werden gut gen\u00e4hrt und satt. So wird der Hunger gestillt, der nach Buddhas Lehre die Quelle des Leidens ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5786-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12832\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5786-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5786-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5786-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5786-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zum Izusen meldete sich pl\u00f6tzlich ein alter Bekannter von der Urasenke Teeschule auf dem Handy. Er war gerade in Ky\u014dto und w\u00fcrde morgen schon wieder unterwegs sein. Wir k\u00f6nnten uns im Daitokuji am Sanmon treffen. Das Sanmon \u4e09\u9580 Sanmon, w\u00f6rtlich das Drei-Tor diente nur f\u00fcr den Tenn\u014d oder den Sh\u014dgun als Eingangstor zum Tempel. Alle anderen Besucher oder Bewohner des Tempels gehen au\u00dfen am Tor vorbei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tempel, die zum politisch durch das Sh\u014dgunat gef\u00f6rderten System der \u201af\u00fcnf Berge\u2018 geh\u00f6rten, haben alle ein Bergtor, ein San-Mon \u5c71\u9580. W\u00f6rtlich bedeutet \u5c71 san \u201eBerg\u201c und \u9580 mon \u201eTor\u201c, also \u201eBergtor\u201c. Aber der Daitokuji geh\u00f6rte nicht zu diesen Tempeln des Gosan-Systems. Dort befasste man sich weniger mit Politik als mit der geistigen Entwicklung. Im Laufe der Zeit wurde der Daitokuji ein wichtiger Tempel f\u00fcr die Entwicklung des Teeweges. Damit er auch ein Sanmon h\u00e4tte, stiftete Riky\u016b f\u00fcr das Haupttor zwei kleine Seitengeb\u00e4ude, die lediglich den steilen Treppenaufgang in das Obergeschoss sch\u00fctzen. Damit hatte der Tempel auch ein San-Mon, ein Drei-Tor, denn Berg und drei werden gleich ausgesprochen als San. Die drei Durchg\u00e4nge des Tores haben die symbolische Bedeutung, dass man drei geistige Hindernisse durchschreiten muss, um zum vollkommenen Erwachen zu gelangen. Diese drei Hindernisse sind Gier \u8caa\u6b32, Tonyoku, der Hass oder Zorn \u778b\u605a, Shin\u2019i und Guchi \u611a\u75f4, etwa N\u00f6rgelei, Klagen, Ignoranz Dummheit und die Unf\u00e4higkeit, richtig und falsch zu unterscheiden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"667\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/karyobinga-1024x667.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12834\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/karyobinga-1024x667.jpg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/karyobinga-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/karyobinga.jpg 1083w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Obergescho\u00df der Tore wurden heilige Figuren und Malereien aufbewahrt, so etwa Statuen Buddhas und seiner Sch\u00fcler. Dieses Stockwerk durfte niemals betreten werden. Es war Buddha und den himmlischen Wesen vorbehalten. Unter ihnen gingen nur die Herrscher hindurch. An der Decke des oberen Stockwerkes waren oft himmlische Wesen dargestellt, die in einem vogelartigen K\u00f6rper mit menschlichem Kopf am Himmel fliegen. Diese Kary\u014dbinga \u8fe6\u9675\u983b\u4f3d aus der indischen Mythologie singen mit wunderbarer Stimme die Lehre Buddhas oder spielen himmlische Musikinstrumente. Es gibt aber sogar auch in dieser himmlischen Sph\u00e4re Neid und Missgunst. Eines der Kary\u014dbinga hat zwei K\u00f6pfe, aber nur einen K\u00f6rper. Diese beiden K\u00f6pfe hassen sich bis aufs Blut. Gl\u00fccklicherweise ist immer nur einer der beiden K\u00f6pfe wach, w\u00e4hrend der andere schl\u00e4ft. Eines Tages nahm der wache Kopf Gift zu sich, um den Anderen zu vergiften. Zu sp\u00e4t merkte er, dass beide ja nur einen gemeinsamen K\u00f6rper hatten! Wie oft ahmen wir Menschen diese zweik\u00f6pfige Karyobinga nach! Aber niemand streitet besser, als zwei, die \u00fcbertragen, eigentlich im selben K\u00f6rper leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6331-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12833\" srcset=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6331-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6331-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6331-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6331-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6nche des Daitokuji waren Riky\u016b so dankbar, dass sie eine Statue von ihm aufstellten, obwohl Riky\u016b das nicht wollte. Aber es w\u00fcrde ohnehin niemals jemand erfahren. Aber eines Tages trug man Hideyoshi zu, dass er unter den F\u00fc\u00dfen seines Untergebenen hindurchgegangen war. Vielleicht hat seine Wut auch dazu beigetragen, dass er Seppuku f\u00fcr Riky\u016b anordnete. Nach Riky\u016bs Tod wurde die gek\u00f6pfte Figur im Kamofluss gefunden. Angeblich soll Hideyoshi nachtr\u00e4glich bedauert haben, dass er seinen geistigen Lehrer und -Teemeister, der ihm immer so nahe gestanden hatte, zum Tode verurteilt hatte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Riky\u016b ist zwar gewaltsam gestorben, aber sein Geist ist heute noch an jeder Ecke der Tempelanlage und weltweit im japanischen Teeweg lebendig.&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_12826_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_12826_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_12826_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_12826_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(12826, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 0\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_12826_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_12826_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/besuch-im-daitokuji\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein warmer Oktobertag und wir hatten gerade das Teehaus Taian von Sen no Riky\u016b besichtigt. 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