{"id":11373,"date":"2020-03-28T08:17:55","date_gmt":"2020-03-28T07:17:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=11373"},"modified":"2020-03-30T20:03:04","modified_gmt":"2020-03-30T18:03:04","slug":"zen-shakuhachi-umarmt-corona-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/zen-shakuhachi-umarmt-corona-2\/","title":{"rendered":"Zen-Shakuhachi umarmt Corona"},"content":{"rendered":"\n<p>Monatsbrief<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zen erz\u00e4hlt man die Geschichte von Freunden, die in der Dunkelheit spazieren gehen. Pl\u00f6tzlich springt einer zur Seite und schreit \u00e4ngstlich:<br \/>\u201eVorsicht, da liegt eine Schlange!\u201c<br \/>Die Freunde lachen:<br \/>\u201eDas ist nur ein Seil, das du in der Dunkelheit f\u00fcr eine Schlange gehalten hast!\u201c<br \/>Einige Zeit sp\u00e4ter gehen die Freunde wieder in der Dunkelheit spazieren. Da springen die Freunde beiseite:<br \/>\u201eVorsicht! Da liegt eine Schlange!\u201c<br \/>\u201eAch was\u201c, lacht unser Freund. \u201eDas ist doch blo\u00df wieder ein Seil!\u201c<br \/>Da bei\u00dft die Schlange zu!<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Im Zen geht es darum, mit einem klaren Geist, frei von Angst und Vorurteilen zu sehen, was tats\u00e4chlich ist.<br \/>Wir wandern durch die Dunkelheit der Nacht, niemand kann klar sehen. Oft zeigen uns unsere \u00c4ngst Dinge, die nicht vorhanden sind.<br \/>Aber es geht darum, auch in Zeiten der Dunkelheit einen klaren und offenen Blick zu bewahren.<br \/>Liegt da ein Seil, so sieht man ein Seil. Liegt da eine Schlange, weicht man der Gefahr aus.<br \/>Alles andere w\u00e4re T\u00e4uschung.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber unser Bewusstsein l\u00e4sst uns oft Gefahren sehen, die nicht vorhanden sind. Unsere Angst pr\u00e4gt die Wahrnehmung. Umgekehrt kann unsere Ignoranz dazu f\u00fchren, reale Gefahren nicht wahrzunehmen. Es wird schon nichts passieren! Frei nach dem k\u00f6lnischen Motto \u201eEt h\u00e4tt noch emmer joot jejange\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Angst kann unsere Wahrnehmung ver\u00e4ndern und uns blind machen f\u00fcr die Realit\u00e4t. Angst kann sogar dazu f\u00fchren, dass wir f\u00f6rmlich das herbeirufen, vor dem wir Angst haben. Studien zeigen, dass Amerikaner japanischer Abstammung besonders h\u00e4ufig am 4. Tag eines Monats einem Herztod erliegen. In der japanischen Sprache klingt \u201eVier \u2013 shi\u201c wie \u201eTod \u2013 shi\u201c. Also gilt die Vier als Ungl\u00fcckszahl, die mit dem Tod verkn\u00fcpft ist. Vor lauter Angst sterben mehr Menschen am 4. Tag als es dem Durchschnitt entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Medizin kennt man den Placebo-Effekt: Placebos, also Medikamente ohne Wirkstoff, werden in der Medizin eingesetzt, um eine erwartete Wirkung auf psychologischem Wege beim Patienten zu erzielen. Wenn wir davon \u00fcberzeugt sind, dass ein bestimmtes Medikament oder auch nur ein besonderes Ritual helfen und sch\u00fctzen, dann wird \u00fcberdurchschnittlich oft eine positive Wirkung eintreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht sind die Rituale eines Medizinmannes reines Placebo. Aber sie wirken ohne Nebenwirkung. Vielleicht ist der wei\u00dfe Kittel des Herrn Doktor auch eine Art Placebo. Vertraut man seinem Arzt, sind die Heilungschancen weitaus h\u00f6her, als wenn man ihm nicht traut. Vielleicht sind die Rituale der Zen &#8211; Meditation oder der Teezeremonie nur ein Placebo. Aber wenn sie helfen &#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es gibt auch den umgekehrten Effekt des Nocebo: Durch die Erwartung, ein (vermeintliches) Arzneimittel werde sch\u00e4dliche Wirkungen haben, kann diese Wirkung eintreten \u2013 eine sch\u00e4dliche Nebenwirkung wird durch die negative Erwartung ausgel\u00f6st oder verst\u00e4rkt. Es konnte nachgewiesen werden, dass Senioren, die gr\u00f6\u00dfere Angst vor einem Sturz hatten, h\u00e4ufiger einen solchen Unfall erlitten als Altersgenossen, die weniger Angst hatten.<br \/>Wenn Menschen davon ausgehen, dass es bald kein Klopapier mehr geben wird, f\u00fchrt das zu Panikk\u00e4ufen. Und wie k\u00fcrzlich geschehen zu Schl\u00e4gereien an der Supermarktkasse.<br \/>Es ist schon eine merkw\u00fcrdige V\u00f6lkerpsychologie. Zu Anfang der Corona Zeit trafen sich die Italiener auf Balkonen zum gemeinsamen Gesang. In Frankreich wurden gro\u00dfe Mengen Wein und Kondome gekauft. Deutschland kauft Klopapier und England hofft auf seine Insellage. Amerikaner horten Schusswaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessimistische Grundeinstellungen, schlechte Erfahrungen oder \u00c4ngstlichkeit k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass Menschen eine negative Wirkung erwarten, die dann auch eintrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Zeiten gilt es, mit wachem und klarem Geist die Dinge so zu sehen wie sie sind. Rituale beruhigen, aber es w\u00e4re unsinnig, auf Vorsichtsma\u00dfnahmen zu verzichten. Gemeinsame Meditation vieler Menschen wird das Virus nicht t\u00f6ten, aber es schenkt inneren Frieden. So wird wohl beides zusammen sinnvoll sein!<br \/><br \/>Niemand wei\u00df, wie sich die Lage durch das Virus entwickeln wird, niemand kennt die wirklichen Zahlen der Sterblichkeitsraten. Die Angaben der Experten schwanken zwischen 0,25 und 6&nbsp;%. Das liegt daran, dass niemand wei\u00df, wie hoch die Dunkelziffer bei den Infektionen ist. M\u00f6glicherweise gibt es viele unentdeckte F\u00e4lle, die deshalb unentdeckt bleiben, weil sie mild verlaufen und nicht getestet wurden. In den einzelnen L\u00e4ndern wird auch jeweils anders f\u00fcr die Statistik gez\u00e4hlt. In Italien ist jeder Tote, der mit Corona infiziert ist, ein Corona Toter. In Russland ist die&nbsp; alte Dame im Endstadium der Krebserkrankung zun\u00e4chst als Corona Tote gez\u00e4hlt worden. Sp\u00e4ter wurde das korrigiert: Sie war an einer Embolie und nicht an Corona gestorben. Zahlen schwirren uns um den Kopf und verunsichern. Wir haben fr\u00fcher immer gesagt: Trau keiner Statistik, die du nicht selber aufgestellt hast. Daran sieht man, dass auch die Wissenschaft mit ihren scheinbar objektiven Daten keine wirklichen Aussagen treffen kann. Erst in ein&nbsp; oder zwei Jahren werden wir mehr verstehen, aber eben dann nicht als Betroffene, sondern aus sicherer Distanz. Um im Bild zu bleiben: Derzeit sind wir mitten in der Corona Nacht. Harren wir aus, bis es wieder Tag wird. Auch die schw\u00e4rzeste Nacht hat einmal ein Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Halten wir uns an die vern\u00fcnftigen Regeln des Selbstschutzes, aber ohne in Panik zu geraten.<br \/>Trinken wir in alles Ruhe eine Schale Tee und bewahren unsere Gelassenheit. Vielleicht hat dieses Teetrinken die Wirkung des Placebo-Rituals eines Medizinmannes. Aber wenn es den Geist beruhigt, hilft es mindestens, nicht in Panik zu geraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn unser Herz ruhig bleibt, ist schon viel gewonnen. Dann k\u00f6nnen wir mit klarem Kopf alles wirklich notwendigen Schritte ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist es in diesen Zeiten hilfreich, etwas gemeinsam zu tun. Wir k\u00f6nnen uns nicht hier im Teehaus treffen. Aber das Internet bietet gute M\u00f6glichkeiten. Das neue Teehaus&nbsp;ist zwar inzwischen fast fertig, aber Unterricht im Tee und in Shakuhachi ist derzeit nur online m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich entschlossen, jeden Tag um 19.00 Uhr ein neues St\u00fcck auf der Zenshakuhachi ins Netz zu stellen. Treffen wir uns zur gemeinsamen Meditation beim H\u00f6ren der meditativen St\u00fccke. Nach der chinesischen Medizin wirken die f\u00fcnf T\u00f6ne der pentatonischen Musikskala positiv auf die f\u00fcnf Hauptorgane. Selbst wenn es ein Placebo sein sollte, hilft es doch, wenn wir wissen, dass da draussen noch andere Menschen gemeinsam mit uns meditieren. H\u00f6lderlin schreibt in seinem Gedicht Patmos:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Drum, da geh\u00e4uft sind rings, um Klarheit,<br \/>Die Gipfel der Zeit,<br \/><strong>Und die Liebsten nahe wohnen, sehnsuchtsvoll, ermattet, auf<br \/>Getrenntesten Bergen,<\/strong><br \/>So gib unschuldig Wasser,<br \/>O Fittige gib uns, treuesten Sinns<br \/>Hin\u00fcberzugehn und wiederzukehren.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Gerade f\u00fcr diejenigen von uns, die allein leben oder sogar schon in Quarant\u00e4ne zu Hause sind,&nbsp; ist es wichtig zu wissen, dass dort draussen, auf getrenntesten Gipfeln noch die Liebsten wohnen. So soll uns das Internet die Fittige leihen, hinauszufliegen zu den Liebsten. und wiederzukehren in unsere Stube<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Die <strong>Shakuhachi Meditationen<\/strong> sind zu finden im&nbsp;<br \/><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/gerhardt.staufenbiel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Facebook\/ Gerhardt Staufenbiel<\/a>&nbsp;<br \/>oder auf meiner Webseite im Blog:&nbsp;<br \/><a href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/zen-shakuhachi-umarmt-corona\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zenshakuhachi umarmt Corona<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Treffen wir uns jeden Abend zur gemeinsamen Meditation im Netz um 19.00 Uhr.<br \/>Gebt den Link weiter, damit m\u00f6glichst viele Menschen sich zur gemeinsamen Meditation treffen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch Carola Catoni in deren alten Forsthaus das Teehaus eine neue Bleibe gefunden hat, schreibt nahezu t\u00e4glich Meditationen auf ihren Seiten:<br \/><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/atmenundsein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Atmen und Sein<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/atmen-und-sein.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Atmen und Sein.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche allen Freunden und Bekannten eine gut Zeit, gute Gesundheit und viel Kraft und Optimismus in dieser schwierigen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>TERMINE<\/strong><br \/><strong>S\u00e4mtliche Termine der n\u00e4chsten Zeit sind abgesagt.<\/strong><br \/>Das Shakuhachi <strong>Seminar auf Teneriffa<\/strong> findet nicht statt.<br \/>Eine geplante <strong>Japanreise<\/strong> kann nicht stattfinden.<br \/><strong>Derzeit ist nur online Unterricht m\u00f6glich<\/strong>.<br \/>Anfragen zum Unterricht, besonders Shakuhachi, aber auch Teeweg zur Termin Vereinbarung jederzeit. Bew\u00e4hrt hat sich facetime oder Amazon chime.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<form action=\"https:\/\/www.paypal.com\/cgi-bin\/webscr\" method=\"post\" target=\"_top\">\n<input type=\"hidden\" name=\"cmd\" value=\"_s-xclick\" \/>\n<input type=\"hidden\" name=\"hosted_button_id\" value=\"UXHR2AZQSZ7E6\" \/>\n<input type=\"image\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/DE\/i\/btn\/btn_donateCC_LG.gif\" border=\"0\" name=\"submit\" title=\"PayPal - The safer, easier way to pay online!\" alt=\"Spenden mit dem PayPal-Button\" \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.paypal.com\/de_DE\/i\/scr\/pixel.gif\" width=\"1\" height=\"1\" \/>\n<\/form>\n\n\n<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_11373_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_11373_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_11373_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_11373_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(11373, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 15\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_11373_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_11373_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/zen-shakuhachi-umarmt-corona-2\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsbrief Im Zen erz\u00e4hlt man die Geschichte von Freunden, die in der Dunkelheit spazieren gehen. 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