{"id":1133,"date":"2012-03-09T14:01:01","date_gmt":"2012-03-09T13:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=1133"},"modified":"2016-01-12T16:26:43","modified_gmt":"2016-01-12T15:26:43","slug":"mevlana-die-derwische-und-der-tee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/mevlana-die-derwische-und-der-tee\/","title":{"rendered":"Mevlana, die Derwische und der Tee"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/800px-Dervishes_Avanos.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1149\" title=\"800px-Dervishes_Avanos\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/800px-Dervishes_Avanos.jpg\" alt=\"Sema Zeremonie\" width=\"550\" height=\"366\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gerade habe ich im Fernsehen einen Film gesehen mit dem Thema &#8222;Eins werden mit Gott&#8220;.<br \/>\nAm Schluss des Films wurden Mevlevi Derwische gezeigt, die in der Schweiz eine Sema Zeremonie durchgef\u00fchrt haben.<br \/>\nDie Derwische tragen schwarze \u00dcberm\u00e4ntel als Zeichen, dass sie lebendig begraben sind und einen hohen Hut als Symbol des Grabsteines.<\/p>\n<p>Sind wir nicht oft mitten im Getriebe des Alltag wie tot? Nur noch Hektik und stumpsinniges Hasten. Leben wir \u00fcberhaupt?<br \/>\nHerbert Achternbusch fragte einmal: &#8222;Gibt es ein Leben vor dem Tode?&#8220; Und in der Geschichte von Iwan Illitsch, die Tolstoi erz\u00e4hlt hat, beginnt Iwan tagelang zu schreien, als er merkt, dass er so krank ist, dass er bald sterben muss. &#8222;Ich kann nicht sterben, weil ich \u00fcberhaupt noch nicht gelebt habe!&#8220;<\/p>\n<p>Wenn der Scheich oder Sheikh der Mevlevi die T\u00e4nzer gesegnet hat, ist es, als erwachten sie zum Leben. Dann legen sie die schwarzen \u00dcberm\u00e4ntel ab und beginnen sichin ihren langen wei\u00dfen Gew\u00e4ndern\u00a0 zur Musik der L\u00e4ngsfl\u00f6te Nay zu drehen.<br \/>\nDabei wehen die weiten Gew\u00e4nder wie ein Kreisel um sie herum. Jetzt erst leben sie. Eina Hand weist zum Himmel, um sichmit dem Himmel zu verbinden, eine zum Boden, um die Segnung des Himmels an die Erde weiter zu geben.<\/p>\n<p>Die Reporterin fragte den Schweizer Scheih, ob sich die T\u00e4nzer in Trance bef\u00e4nden, aber der verneinte das. Sie sind voll bewu\u00dft und wach, aber indem sie ihre K\u00f6rper drehen, kommen sie in ihre Mitte und in ihr Herz. Sie vergessen alles um sie herum einschlie\u00dflich aller Probleme und N\u00f6te. Der K\u00f6rper ist ein notweniges Hilfsmittel, um den Geist zu zentrieren.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Augenblicke des vollen Wach-Seins sind das Einzige, was einmal von uns erhalten bleiben wird, weil wir nur dann wirklich leben. Viele Kinobesuche oder andere &#8222;Erlebnisse&#8220; werden verschwinden und wir werden sie vergessen, aber diese Augenblicke niemals.&#8220;<\/p>\n<blockquote><p>Achte gut auf diesen Tag,<br \/>\ndenn er ist das Leben \u2013<br \/>\ndas Leben allen Lebens.<br \/>\nIn seinem kurzen Ablauf liegt alle seine<br \/>\nWirklichkeit und Wahrheit des Daseins,<br \/>\ndie Wonne des Wachsens,<br \/>\ndie Gr\u00f6\u00dfe der Tat,<br \/>\ndie Herrlichkeit der Kraft.<br \/>\nDenn das Gestern ist nichts als ein Traum<br \/>\nund das Morgen nur eine Vision.<\/p>\n<p>Das Heute jedoch, recht gelebt,<br \/>\nmacht jedes Gestern<br \/>\nzu einem Traum voller Gl\u00fcck<br \/>\nund jedes Morgen<br \/>\nzu einer Vision voller Hoffnung.<\/p>\n<p>Darum achte gut auf diesen Tag.<\/p>\n<p>Dschelal ed-Din Rumi, (1207 &#8211; 1273),<br \/>\nauch Mevlana Dschelaluddin Rumi, persischer Mystiker und Dichter,<br \/>\nBegr\u00fcnder des Sufismus, stiftete den Derwischorden der Mewlewije<\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcrlich, so sagte der Schweizer Scheich, ben\u00f6tigt man lange \u00dcbung, denn Anfangs wird man schwindlig.<br \/>\n&#8222;Aber je mehr es uns gelingt, in unserem Herzen zentriert zu sein, deste weniger schwindelt uns.&#8220;<\/p>\n<p>Geht es uns auf dem Teeweg nicht \u00e4hnlich?<br \/>\nUns wird zwar nicht schwindlig vom Drehen, aber doch wohl von den vielen Regeln, die gar keine Regeln sind.<br \/>\nDenn wenn man tiefer in den Teeweg eindringt, erkennt man, dass es ganz einfache Bewegungen sind, die vollkommen nat\u00fcrlich sind: Einfach nur Wasser holen, Feuer anz\u00fcnden, Tee schlagen und trinken.\u00a0 Aber das wichtigste dabei ist es, dass wir die ganz einfachen Dinge des t\u00e4glichen Lebens mit voller Wachheit und gr\u00f6\u00dfter Achsamkeit vollziehen. Dann sind wir ganz im Augenblich, dann leben wir.<br \/>\nVor ein paar Tagen habe ich einer Sch\u00fclerin, die sich sehr mit der Zeremonie geplagt hat eine Schale Tee zubereitet. &#8222;Das ist ja ganz einfach!&#8220; sagte sie.<\/p>\n<p>Ja, ganz einfach!<br \/>\nSchwer schwer!<\/p>\n<p>Und eigentlich kenne ich den Zustand der tanzenden Derwische vom Tee: Eins werden mit dem Tee, dem Gast und der ganzen Welt.<br \/>\nDas ist keine Mystik, ganz einfach nur vollkommen wach und zentriert im Herzen sein!<br \/>\nUnd das bei ganz allt\u00e4gliche Handlungen wie Geschirr reinigen, Wasser erhitzen &#8230;<\/p>\n<blockquote><p>In meinen H\u00e4nden halte ich eine Schale Tee. Seine gr\u00fcne Farbe ist ein Spiegel der Natur, die uns umgibt. Ich schlie\u00dfe die Augen, und tief in mir finde ich die gr\u00fcnen Berge und das klare Wasser der Quellen. Ich sitze allein, werde still und f\u00fchle, wie all dies ein Teil von mir wird. &#8230;<br \/>\nWas ist das Wundervollste f\u00fcr Menschen, die dem Teeweg folgen? Das Gef\u00fchl der Einheit von Gast und Gastgeber, geschaffen durch die Begegnung von Herz zu Herz und das Teilen einer Schale Tee.<\/p>\n<p>Genshitsu Sen<br \/>\nXV. Gro\u00dfmeister der Urasenke<\/p><\/blockquote>\n<p>Ganz einfach!<br \/>\nSchwer schwer!<\/p>\n<blockquote><p>La\u00df den Himmel sich auf der Erde widerspiegeln,<br \/>\nauf da\u00df die Erde zum Himmel werden m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Mevlana Dschelaluddin Rumi<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_1133_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_1133_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_1133_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_1133_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(1133, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 1\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_1133_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_1133_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.teeweg.de\/blog\/mevlana-die-derwische-und-der-tee\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade habe ich im Fernsehen einen Film gesehen mit dem Thema &#8222;Eins werden mit Gott&#8220;. 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