Sen no Rikyû: - Statue aus dem DaitôkujiIm Familienschrein der Urasenke, dem Rikyû-Dô oder dem Rikyû Onsodô steht das lebensgroße Standbild Rikyû's. Diese Figur hat eine eigenartige und tragische Geschichte.Rikyû hatte wie die Kaufleute von Sakai ein besonderes Verhältnis zum Daitôkuji Tempel. Alle Teeleute aus Sakai hatten im Nanshûji, einem Subtempel des Daitôkuji ihre Zenübungen praktiziert. Die Kaufleute waren so eifrig in ihren Übungen, dass immer wieder ein wichtiger Rôshi vom Daitôkuji nach Sakai in den Nanshûji ging um dort mit den Bürgern den Zen-Weg zu trainieren.
Die Bezeichnung Bergtor stammte aus dem ursprünglichen chinesischen System, in dem fünf Zentempel das System der "fünf Berge" bildeten. Diese fünf Tempel waren die wichtigen "Wurzeltempel", die als maßgeblich für die Ausrichtung der Zen-Übungen galten. Auch in Kyôtô gab es die Gosan, die fünf "Bergtempel, auch wenn sie gar nicht in den Bergen, sondern verteilt um die Ebene lagen, in der die Hauptstadt sich ausbreitete. Der Daitôkuji gehörte ursprünglich in dieses System der fünf Berge. Nach einigen Skandalen im Tempel entschied das neu aufkommende Bakufu, die Militärregierung der Samurai und Shogûne, den Daitôkuji aus dem Gosan System auszugliedern. Schon immer war der Daitôkuji, in dem immer schon Mitglieder des Kaiserhauses als Mönche lebten, dem Bakufu ein Dorn im Auge. Das Bakufu förderte statt des Daitokuji den neu gegründeten Myôshinji im Westen der Hauptstadt und der Daitôkuji verlor seinen Status als Mitglied des Gosan Systems. Damit konnte aber der Tempel auch kein Sanmon, kein Bergtor mehr haben. Nachdem Rikyû nun neben dem Haupttor zwei kleine Nebentore bauen ließ, konnte der Daitôkuji stolz wieder ein San -Mon, diesmal allerdings ein "Drei - Tor" vorweisen. Die Lesung als "Dreitor" war auch keineswegs ungewöhnlich. Schon der alte Tôfukuji im Süden Kyôtos nannte sein Sanmon, obwohl der Tôfukuji zum Gosan System gehörte, ein 三門, ein "Drei (San) - Tor". Die drei Tore sind in diesem Fall die drei Wege zum Satori. Die Mönche des Daitôkuji waren Rikyû für seine großzügige Spende und für die Möglichkeit, wieder ein Sanmon zu haben ausgesprochen dankbar. Deshalb ließen sie, offenbar durchaus gegen den Willen Rikyû's im zweiten Stockwerk des Sanmon, der der Allgemeinheit unzugänglich war, und nur von den Priestern des Tempels betreten werden durfte, eine Statue Rikyû's aufstellen. Das Sanmon stand zwar immer weit offen, aber niemand durfte hindurchgehen. Traditionell gehen heute noch die Mönche nur bei ihrem ersten Besuch des Tempels, wenn sie dort aufgenommen werden wollen, durch das Sanmon. In allen anderen Fällen wird der Seiteneingang benutzt. Auch heute noch gehen wir bei der Urasenke bei unserem ersten Besuch durch den Haupteingang. Ist der Antrittsbesuch abgestattet, benutzt man immer den Nebeneingang. Erst wenn man die Urasenke wieder verläßt, geht man durch den Haupteingang nach draußen. Im Daitôkuji als kaiserlichem Tempel war der Durchgang durch das Sanmon dem Shôgun, bzw. dessen Vertreter Hidêjoshi oder dem Tennô vorbehalten. Hidêjoshi ließ, um den Durchzug durch das Sanmon noch prachtvoller zu gestalten eigens ein Tor vor dem Sanmon errichten, das im Stil der Momoyama Epoche errichtet war. Auch hier war der Durchgang nur ihm oder dem Tennô vorbehalten.
Kurz vor Rikyû's durch Hideyoshi angeordnetem rituellem Selbstmord (Seppukku) verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Rikyû und seinem Herrn Hidêyoshi dramatisch. Was letztendlich zu diesem Seppukku führte, wird wohl für immer im Dunkeln bleiben. Eine der Legenden erzählt, dass Hidêjoshi hintertragen wurde, dass sich Rikyû's Statue im zweiten Stockwerk des Tores befand. Wütend reagierte Hidêyoshi auf diese Nachricht. Er war schockiert, dass er unter den Füßen eines Untertan, und sei es auch nur dessen Statue, hindurchgehen musste. Schockiert und voller Trauer schickten ihm einige Seiner Schüler einen Brief, den er an Shiba Kemmotsu beantwortete:
An Shiba Komatsu, ehrfurchtsvolle Grüße.
Unter den Menschen siebzig Jahre Der Samurai Maita, Herr von Awaji stand ihm zur Seite.
Das Blut überströmte den Leichnam, der in einer riesigen Blutlache lag. zurück Übersicht |