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| Nijiriguchi zu Rikyûs Taian Durch die geöffnete Tür blickt man direkt auf die Tokonoma mit der Schriftrolle Über der Tür das Renji mado, das Gitterfenster |
"Während ich durch den Nijiriguchi des Teehauses Taian im Myôkian-Tempel kroch... spürte ich, wie Energie entlang meiner Wirbelsäule nach unten strömte. Diese Empfindung riß mich vollständig aus meinem alltäglichen Selbst heraus."
So schildert Horiguchi Sutemi, ein hervorragender Kenner von Rikyû's Teehäusern seine Empfindung, als er das Teehaus im Myôkian 妙喜庵 durch den Kriecheingang betrat.
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| Rikyû's Taian: Grundriss Zur Erläuterung mit der Maus über die Zeichnung fahren |
Wie dem auch sei, die Hütte ist nach Rikyû's 60. Lebensjahr, als er in der Höhe seiner schöpferischen Kraft stand, gebaut worden. Sie birgt eine ganze Reihe von Neuerungen, die für den Teehausbau bis heute prägend geworden sind. Der eigentliche Teeraum hat lediglich eine Größe von 2 Tatami. Die versenkte Feuerstelle für den Winter ist in der hinteren linken Ecke des Raumes im Boden eingelassen. Vor allem aber ist hier der erste und älteste Kriecheingang zu finden. Dieser Eingang ist mit 78,8 cm Höhe und 71,5 cm Breite noch etwas größer, als es später Standart wird. Er befindet sich genau gegenüber der Tokonoma, der Schmucknische. Der Gast, der auf den Knieen durch den Eingang hindurchkriecht, verneigt sich automatisch vor der Hängerolle in der Tokonoma und erweist damit dem Schreiber der Rolle seinen Respekt.
Eine Schiebetür aus Holz verschließt die Öffnung, die unmittelbar über dem Boden beginnt, der wie bei jedem japanischen Haus etwa 50 cm über dem Erdboden liegt. Rikyû soll Teile einer alten Stalltür benutzt haben, weil sie seinem Ideal des Wabi am nächsten kam. Daher haben die Schiebetüren bis heute drei ungleichmäßig verteilte Nagelreihen. Mit diesen Nägeln sind innen Leisten gegen die Türbretter genagelt, um der Tür Stabilität zu geben. Auf der rechten Seite schlägt die geschlossene Tür am Eckpfosten an, links wird die Türöffnung auf ähnliche Weise begrenzt. Oberhalb der Tür ist ein "Renji mado" - ein mit senkrechten Bambusstäben versperrtes Fenster angebracht. Dieses Fenster folgt Vorbildern von Palastbauten und ist dort bereits in der Asuka-Periode zu finden. Das Fenster ist innen mit einem Shoji, einem beweglichen Papierfenster verschlossen.
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| Das Teehaus Kan In no Seki im Jûkoin, einem Subtempel des Daitokuji, Kyôto Kriecheingang mit Renjimado Schwertablage (dahinter ein shitajimado) Trittsteine und Chiriana für Gartenabfälle |
Zum Zeichen der Reinheit säubert der Gastgeber vor dem Eintreffen der Gäste den Garten. Weil er, so unmittelbar vor dem Eintreffen keine Zeit mehr hat, die letzten Gartenabfälle zu beseitigen, gibt es in der Nähe des Eingangs eine kleine Abfallgrube, den Chiriana, in dem noch ein letztes aufgelesenes Blatt liegt, zusammen mit frisch geschnittenen Stäbchen aus grünem Bambus, mit denen die Blätter eingesammelt wurden.
Trittsteine, die entsprechend angeordnet sind, erleichtern das Hineinkriechen in den Teeraum und ermöglichen das Ablegen der Schwerter auf dem katana kake.