{"id":3724,"date":"2016-09-07T16:31:50","date_gmt":"2016-09-07T15:31:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/?p=3724"},"modified":"2016-09-09T10:56:00","modified_gmt":"2016-09-09T09:56:00","slug":"lied-unter-dem-septembermond-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/lied-unter-dem-septembermond-2\/","title":{"rendered":"Lied unter dem Septembermond"},"content":{"rendered":"<h2>Meigetsu No Uta &#8211; Lied unter dem Septembermond.<\/h2>\n<p>Der Septembermond hei\u00dft in Japan <i>Mei-getsu<\/i>, \u00bbNamen-Mond\u00ab. Er hat deshalb einen besonderen Namen, weil der Mond im September ein ganz besonderer Mond ist. Eigentlich ist er der <i>Ch&#363;sh&#363; no meigetsu<\/i> &#20013;&#31179;&#12398;&#21517;&#26376;, der Mond in der Mitte des Herbstes, in der Mitte der Erntezeit. Um den 15. Tag des Monats steht der volle Mond am Himmel. Es ist der Mond des J&#363;goya &#21313;&#20116;&#22812;, der 15. Nacht. In Japan feiert man an diesem Tag das<br \/>\nTsukimi, das Mondbetrachtungsfest. Die Tokonoma wird mit den bl\u00fchenden Wedeln<br \/>\nvom Suzuki Gras geschm\u00fcckt und man isst s\u00fc\u00dfe Reiskugeln, die an den Vollmond<br \/>\nerinnern sollen. <\/p>\n<p>Aber nicht nur der Septembermond, sondern auch der Oktobermond ist sehr sch\u00f6n.<br \/>\nMan sagt in Japan, das es Ungl\u00fcck bringt, wenn man nur einen der beiden Monde<br \/>\nbetrachtet. Darum schaut man nicht nur den September-, sondern auch den Oktobermond<br \/>\nin der 15. Nacht des jeweiligen<br \/>\nMonats. Im Oktober isst man zur Mondschau<br \/>\nkeine Reiskugeln, sondern braune Kastanien. Damit wird sowohl die helle als auch die<br \/>\ndunkle Seite des Mondes gefeiert.<\/p>\n<p>Wir werden hier im Myoshinan im September und auch im Oktober um die 15. Nacht herum jeweils ein Konzert spielen. Dabei werden zwei St\u00fccke auf der Shakuhachi<br \/>\nerklingen, <i>Oborotsuki<\/i> und <i>A-Ji-Kan<\/i>, die ich hier n\u00e4her erl\u00e4utern m\u00f6chte.<\/p>\n<h3>Oborotsuki<\/h3>\n<p>Das St\u00fcck ist ein charakteristisches Lied aus dem Ich&#333;ken Tempel in Hakata. Es beginnt mit dunklen und leisen T\u00f6nen, die ganz langsam ansteigen. Sie schildern den Mond, der hinter Wolken verborgen ist und hin und wieder etwas aufscheint, um dann wieder zu verschwinden. Allm\u00e4hlich werden die T\u00f6ne heller und klarer: Der Mond kommt langsam hinter den Wolken hervor und sein Licht leuchtet klar und rein. Nun glitzert das Licht auf den Wellen eines kleinen Baches und die Bl\u00e4tter der B\u00e4ume funkeln. Allm\u00e4hlich werden die T\u00f6ne wieder dunkel &#8211; der Mond verschwindet schlie\u00dflich vollkommen hinter den Wolken.<\/p>\n<p>\nFr\u00fcher einmal habe ich das St\u00fcck in Griechenland in einem weinumrankten Innenhof in einer Vollmondnacht gespielt. Der Mond selbst war nicht zu sehen, aber sein silbernes Licht schimmerte sanft durch das wirr ins Dunkle gewundene Weinlaub. Die ganze Natur schien still und stiller zu werden, nur ein paar Vogelrufe waren zu h\u00f6ren.<br \/>\nAls das St\u00fcck verklungen war, lauschte ich noch lange dem Nachklang der Stille. Unwillk\u00fcrlich fiel mir eine Zeile aus den Zhuangzi ein:\n<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px\">\u201e Hast du nicht die Bl\u00e4tter gesehen, wie sie in t\u00f6nendem Nachhall erzittern?\u201c<\/p>\n<p>Das Schriftzeichen `Oboro &#26407;` im Titel wird mit einem Schriftzeichen geschrieben, das vorne den Mond zeigt und im hinteren Teil einen Drachen. Die Drachen leben im Wasser. Wenn sie aufsteigen, nehmen sie Dunst und Wolken mit auf ihrem Weg und bringen Regen. Man sagt: &#8222;Wo Drachen sind, sind auch Wolken.&#8220; Geheimnisvoll und mystisch verbirgt der Drache den Mond, der selbst wie ein Drache ist.<\/p>\n<p>Als Teemensch empfinde ich den verschleierten Mond als sehr verwand. Der Teemeister Murata Juk&#333;, der gro\u00dfe Vorl\u00e4ufer Sen Riky&#363;\u2019s hatte einmal geschrieben:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px\">\nTsuki mo kumoma no naki wa iya nite s&#333;r&#333;.<br \/>\nDen Mond ohne vor\u00fcberziehende Wolken mag ich nicht.\n<\/p>\n<p>Damit beschrieb Murata Juk&#333; (ca. 1423 \u2013 1502) ein \u00e4sthetisches Ideal Japans. Nicht das Elegante, Glatte und Leuchtende, sondern das aus dem Verborgenen Aufscheinende ist die wahre Sch\u00f6nheit. So sind auch unsere Shakuhachi nicht glatt und elegant, sondern eher rau und urspr\u00fcnglich. Ihre Sch\u00f6nheit bleibt denen, die nur das Elegante erwarten, verborgen. Sie zeigt sich erst dem ge\u00fcbten Blick, der sich auf das Urspr\u00fcngliche einstellt. Auch ihr Ton ist eher rau und geheimnisvoll dunkel als elegant und glatt. Aber seine raue Sch\u00f6nheit spricht unmittelbar das Herz an. <\/p>\n<p>Vor einiger Zeit habe ich einen Text gefunden, den My&#333;e Shonin &#26126;&#24800;&#19978;&#20154; (1173-1232) \u00fcber den Mond hinter Wolken geschrieben hatte. <\/p>\n<table align=\"left\">\n<tr>\n<td>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/teeweg.de\/graphik\/buddh\/myoe.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center; font-size: 10pt;\">\n&#8222;Vogelnest &#8211; My&#333;e&#8220; meditiert in einer Baumkrone<br \/>\nH\u00e4ngerolle aus dem K&#333;sanji <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>My&#333;e war als Priester des esoterischen Shingon &#8211; Buddhismus nach Ky&#333;to gekommen, wo er in den rauen und kalten nordwestlichen Bergen den verfallenden Tempel K&#333;zanji wieder restaurierte, der heute ein Weltkulturerbe ist. Mitten in W\u00e4ldern von riesigen alten Zedernb\u00e4umen liegt der K&#333;zanji im tiefen Schatten. Es ist k\u00fchl und feucht und man sp\u00fcrt heute noch die einsame Lage des Tempels weit ab von der Hauptstadt.<br \/>\nMy&#333;e kam in Kontakt mit Eisai, der den Zen und den Tee aus China mitgebracht hatte, und er erlernte von Eisai die Zenmeditation. My&#333;e war in seiner Meditations\u00fcbung so streng, dass er gern in den Gipfeln von B\u00e4umen sa\u00df, um zu meditieren. Dies brachte ihm den Beinamen Ch&#333;ka Sh&#333;nin &#8211; Vogelnest Sh&#333;nin &#8211; ein. <\/p>\n<p>Er verachtete seinen Zeitgenossen H&#333;nen, der meinte, ein einfaches Rezitieren des Namens Buddha\u2019s w\u00fcrde zur Erleuchtung f\u00fchren. Nur intensives  und strenges \u00dcben f\u00fchrt uns nach My&#333;e`s  Meinung zum Licht.<\/p>\n<p>\nEisai schenkte seinem Freund My&#333;e einige Teepflanzen, die er in einem Teegarten neben dem Tempel anbaute. Sp\u00e4ter kaufte My&#333;e \u2013 so will es wenigstens die Legende \u2013 ein Grundst\u00fcck in Uji, um dort im milderen Klima Tee f\u00fcr seinen Tempel anzubauen. Dies ist der Ursprung des ber\u00fchmten Teeanbaus von Uji.<\/p>\n<p>My&#333;e beschrieb die \u201ezehn Tugenden des Tee\u201c:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px\">\nTee hat den Segen aller G\u00f6tter, <br \/>\ner f\u00f6rdert die kindliche Piet\u00e4t, <br \/>\nverjagt die Teufel, <br \/>\nvertreibt die Schl\u00e4frigkeit,<br \/> <br \/>\nh\u00e4lt die f\u00fcnf Organe in Harmonie, <br \/>\nst\u00e4rkt die Freundschaft, <br \/>\nschult K\u00f6rper und Geist, <br \/>\nzerst\u00f6rt die Leidenschaften<br \/>\nund schenkt einen friedvollen Tod.<\/p>\n<p>\nBesondere Beziehung hatte My&#333;e zum Mond. Schon sein Name &#26126;&#24800; enth\u00e4lt vielleicht eine solche Beziehung. &#26126; My&#333; \u2013 das Leuchten, das klare Licht und &#24800; e \u2013 Gnade, Gunst, Segnung. Die Wolken, die den Mond verschleiern, waren f\u00fcr My&#333;e die Illusionen und Tr\u00e4ume, die unser ganzes Leben pr\u00e4gen. Der klare Mond ohne Wolken steht f\u00fcr den Zustand des Erwachens aus den Tr\u00e4umen und Illusionen.\n<\/p>\n<p> Das allt\u00e4gliche Leben vor dem Erwachen als Traum und Rausch ist ein altes buddhistisches Thema, das schon im Iroha, dem japanischen Silbenalphabet gestaltet ist, das in Gedichtform aufgeschrieben wurde:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px\">\niro.ha nioedo chirinuru.o wa.ga yo tare zo tsune naran<br \/>\nui.ga yo tare zo tsune naran <br \/>\nui.no oku yama ky\u00f4 koete <br \/>\nasaki yume miji ehi.mo sezu\t<\/p>\n<p>Die Farben sind noch frisch, <br \/>\ndoch sind die Bl\u00e4tter, ach, schon abgefallen!<br \/>\nWer denn in unserer Welt wird unverg\u00e4nglich sein?<\/p>\n<p>Die Berge fernab von den Wechself\u00e4llen (des Lebens) heute \u00fcberschreitend,<br \/>\nWerde ich keinen seichten Traum mehr tr\u00e4umen,<br \/> <br \/>\nbin auch nicht berauscht.<\/p>\n<p>\nMy&#333;e schrieb \u00fcber fast vierzig Jahre seine Tr\u00e4ume und Visionen auf, vielleicht weil er in der R\u00fcckschau auf seine Visionen seinen pers\u00f6nlichen Weg ins Licht und die Klarheit zur\u00fcckverfolgen wollte. Dieses Werk &#8211; K&#333;ben <i>Yume-no-Ki<\/i> &#8211; findet heute wieder gro\u00dfe Beachtung. Auch Psychologen interessieren sich f\u00fcr die Tr\u00e4ume eines buddhistischen M\u00f6nches aus der fr\u00fchen Kamakura Zeit, um R\u00fcckschl\u00fcsse auf die menschliche Natur zu ziehen.<br \/>\n\u00dcber den Mond und die vor\u00fcberziehenden Wolken schrieb My&#333;e einen Text, der mir immer wieder zu Herzen geht. Manchmal erscheint mir dieser Text fast wie die Vorlage f\u00fcr unser St\u00fcck Oborotsuki. <\/p>\n<p>\nMy&#333;e schildert, wie er in der einsamen Bergwelt seines Tempels in der Winternacht meditierte. Das Datum, das er angibt, ist sicherlich ein symbolisches Datum. Die 12. Nacht des 12. Monats des Jahres 1224, wobei der zweite Teil der Jahreszahl wieder 2 x 12 ist. <br \/>\nAls er aus der Meditationshalle kam, erschien der Mond hinter den Wolken, die Illusionen waren verschwunden und er hatte zur Klarheit des Erwachens gefunden. Nicht einmal das Heulen der W\u00f6lfe bereitete ihm noch Furcht. Aber der Mond verschwand wieder hinter den Wolken, als er ins allt\u00e4gliche Leben im \u201eunteren Quartier\u201c zur\u00fcckkehrte, so wie wir in den Wirren des Alltags wieder in die Wolkenwelt eintauchen. Erst, als My&#333;e erneut aus den unteren R\u00e4umen \u201a\u00fcberw\u00e4rts\u2019 nach oben in die Meditationshalle ging, kam der Mond wieder hinter den Wolken hervor. Es ist, als w\u00fcrde My&#333;e aus den Tiefen der Tr\u00e4ume und Illusionen hinaufsteigen in die Klarheit des Erwachens. Als er dann oben angekommen war in der Meditationshalle, verschwand der Mond endg\u00fcltig hinter den Bergen um einzugehen in die endg\u00fcltige Klarheit des endlosen Dunkels, ins Nicht.<\/p>\n<p>Ich habe versucht, My&#333;e\u2019s Text ins Deutsche zu \u00fcbertragen. Ich hoffe, dass die \u00dcbersetzung nicht allzu schlecht geraten ist.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 30px\">\n<strong>Oborotsuki &#8211; der verschleierte Mond<\/strong><\/p>\n<p>In der Nacht des zw\u00f6lften Tages des zw\u00f6lften Monats des Jahres 1224<br \/> <br \/>\nWar der Mond hinter Wolken verborgen. <br \/>\nIch sa\u00df in Zen Meditation in der Kakyu Halle.<\/p>\n<p>Als die Stunde der Nachtwache um Mitternacht kam <br \/>\nbeendete ich die Meditation, verlie\u00df die obere Halle und ging in die unteren Quartiere.<\/p>\n<p>Als ich so ging,<br \/>\nkam der Mond hinter den Wolken hervor.<\/p>\n<p>Der Schnee leuchtete auf<br \/>\nund der Mond war mein Wegbegleiter<br \/>\nund nicht einmal das Heulen des Wolfes im Tal <br \/>\nlie\u00df Furcht aufkommen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter, als ich noch einmal aus dem unteren Quartier kam,<br \/>\nwar der Mond wieder hinter den Wolken verborgen. <\/p>\n<p>Ich ging hinauf zum H\u00fcgel<br \/>\nund der Mond sah mich auf meinem Weg.<\/p>\n<p>Ich trat ein in die Meditationshalle,<br \/>\nund der Mond, die Wolken vertreibend,<br \/>\nversank hinter den Gipfeln.<\/p>\n<p>Und es schien mir, er bewahre das Geheimnis unserer Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Dies schrieb My&#333;e Sh&#333;nin, Abt des K&#333;zanji Tempels in Ky&#333;to\n<\/p>\n<h3>A ji Kan &#8211; Meditation auf den Laut A<\/h3>\n<p>Auch dieses St\u00fcck ist charakteristisch f\u00fcr den Ich&#333;ken Tempel in Hakata. Es verlangt<br \/>\nallerh\u00f6chste Konzentration, denn es beginnt mit sehr schwierig zu spielenden hohen<br \/>\nund ganz langen T\u00f6nen. Ist man auch nur im geringsten abgelenkt oder nicht voll beim<br \/>\nSpiel, so klingen diese T\u00f6ne unsch\u00f6n, hart und falsch. Deshalb gibt es den Spruch:<br \/>\n\u00bbIchi On &#8211; Busshin\u00ab \u00bbEin Ton &#8211; Buddhaherz!\u00ab Wir sind beim Spiel vollkommen im<br \/>\nAugenblick ohne jeden st\u00f6renden anderen Gedanken und ohne jede Ablenkung. Das ist<br \/>\ndie Verwirklichung des Buddhaherzens.<\/p>\n<p class=\"justify\">Man kann den Zusammenhang mit dem Mond bei diesem St\u00fcck nicht unmittelbar<br \/>\nerkennen, dazu ist weiteres Wissen n\u00f6tig. <i>A-Ji-kan<\/i> ist eine alte Meditationsmethode aus dem Shingon Buddhismus.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/teeweg.de\/newsletter\/bilder\/uploaded\/bild1.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\" \/><br \/>\n`A` ist der erste Buchstabe `Ji` aus dem Sanskrit Alphabet. Er steht f\u00fcr die Sch\u00f6pfung<br \/>\nund den gesamten Kosmos. Im Shingon meditiert man auf diesen Laut, indem man ein<br \/>\nBild des Sanskritbuchstaben betrachtet, das \u00fcber einem Lotos schwebt und dabei den<br \/>\nLaut rezitiert. Dieser Lotos wieder ist mitten in einem Kreis, der den vollen Mond darstellt.<\/p>\n<p class=\"justify\">Es gibt eine sehr alte Meditation auf den vollen Mond. Es wird empfohlen, sich in die<br \/>\nEinsamkeit der Berge zur\u00fcckzuziehen. Wenn man ganz zur Ruhe gekommen ist,<br \/>\nbetrachtet man den Vollmond und schlie\u00dft dann langsam die Augen. Das helle, klare<br \/>\nund milde Licht des Mondes beginnt dann, mitten in unserem Herzen zu strahlen, und<br \/>\nwir werden so klar und rein, wie der Mond. Nicht nur verliebte P\u00e4rchen werden vom<br \/>\nmilden Mondlicht verzaubert.<\/p>\n<p class=\"justify\">Bei der Meditation auf den Laut \u201aA\u2018 sitzt man zun\u00e4chst still, zum Beispiel in der Meditationshaltung des Zen. Im Shingon betrachtet man ein Bild des A auf dem Lotos<br \/>\nund schlie\u00dft die Augen. Nun beginnt man, das \u201aA\u2018 zu rezitieren. Laut oder leise, hoch<br \/>\noder tief, ganz so wie es sich gut anf\u00fchlt. Wir versuchen, den Laut so lange wie m\u00f6glich<br \/>\nzu rezitieren. Dadurch wird der Atem ganz tief und wir atmen bis tief in den Unterbauch.<br \/>\nMan sp\u00fcrt die Resonanz dieses Lautes im Brustkorb in der H\u00f6he des Herzens. Durch<br \/>\ndas Bild des Lotos im Mond, das wir in diese Meditation mit hineingenommen haben,<br \/>\nsp\u00fcren wir, wie das helle und sanfte Mondlicht unser Herz erfrischt und klar werden<br \/>\nl\u00e4sst. Alle Sorgen und alle Beschr\u00e4nkungen verschwinden. Nach einiger Zeit der<br \/>\nRezitation h\u00f6ren wir nur noch die Stille in uns. Es wird eine wunderbare und tiefe<br \/>\nMeditation.<\/p>\n<p class=\"justify\">Im Shingon gibt es einen kleinen Text, mit dem man diese Meditation beschreibt:<\/p>\n<p>A-ji no ko ga a-ji no furusato tachi ide,<br \/>\nMata tachikaeru a-ji no furusato.<br \/>\nA-ji no ko ga hasu no utena ni nori no fune,<br \/>\nTsuki no miyako ni ima kaeru nari.<\/p>\n<p>Das Kind von Aji-kan: urspr\u00fcngliche Heimat der Sehnsucht<br \/>\nUnd die R\u00fcckkehr in die verlorene Heimat.\n<\/p>\n<p>Die Frucht von Aji-Kan: <br \/>\nWie die Bl\u00fcte des Lotus in einem Boot aus Seetang<br \/>\nJetzt: R\u00fcckkehr in die klare Helle des Mondes.\n<\/p>\n<p>Das \u00bbKind\u00ab des <i>A-Ji-Kan<\/i> entsteht in unserem Herzen, in das wir den Samen der Sehnsucht ges\u00e4t haben. <i>Furosato<\/i> ist die alte Heimat, die wir verlassen haben. Aber die<br \/>\nSehnsucht nach dieser urspr\u00fcnglichen Heimat bleibt immer im Herzen. Diese urspr\u00fcngliche<br \/>\nHeimat ist nicht nur ein realer Ort, es ist vielmehr unsere urspr\u00fcngliche Ganzheit,<br \/>\ndie wir schon mit der Geburt verloren haben. Es ist die unstillbare Sehnsucht nach<br \/>\nGanzheit und Heilung zu unserem urspr\u00fcnglichen Wesen. <\/p>\n<p>So wie sich der Lotos rein und unbefleckt aus dem Seetang oder aus dem Schlamm<br \/>\nerhebt, so kann pl\u00f6tzlich unser urspr\u00fcngliches Wesen aufscheinen. <\/p>\n<p>Die Wendung <i>Tsuki no miyako<\/i> hei\u00dft w\u00f6rtlich: `Hauptstadt des Mondes`. Wir kehren<br \/>\nzur\u00fcck in die Hauptstadt des Mondes?<\/p>\n<p>Diese Wendung bezieht sich auf eine der \u00e4ltesten Legenden Japan, die von einem unbekannten<br \/>\nAutor in unbekannt fr\u00fcher Zeit aufgeschrieben wurde. Jedes Kind in Japan kennt die<br \/>\nGeschichte vom Taketori, vom Bambussammler, der in einem Bambus ein winziges,<br \/>\nwundersch\u00f6nes und leuchtendes M\u00e4dchen findet. Er nimmt sie mit nach Hause, wo sie<br \/>\nzu einer wundersch\u00f6nen Frau heranw\u00e4chst. Alle M\u00e4nner verlieben sich in sie, schlie\u00dflich<br \/>\nh\u00e4lt sogar der Tenno um ihre Hand an. Aber da kommen auf den Strahlen des<br \/>\nMondlichtes himmlische Wesen und holen das M\u00e4dchen aus dem Bambus zur\u00fcck in<br \/>\nihre Heimat in die Hauptstadt des Mondes. Sie war wegen einer schlechten Tat nur f\u00fcr eine kurze Zeit auf die Erde verbannt worden, nun wird sie von ihrem Volk wieder in die Heimat auf dem Mond zur\u00fcckgeholt. <\/p>\n<h3>Termine<\/h3>\n<p><strong>Konzert: Lied unter dem Septembermond<\/strong><br \/>\nGerhardt Staufenbiel \/ Micheal Mihaljevic: Shakuhachi<br \/>\nCarola Catoni: Texte und Lyrik<br \/>\n<strong>Sonntag, 18. September 2016<br \/>\nBeginn: 18.00 Uhr<br \/>\n<\/strong><br \/>\nOrt: My&#333;shinan Teehaus, Igensdorf, Oberr\u00fcsselbach<br \/> Am Rosenberg 5<\/p>\n<p>\n<strong>Konzert: Bl\u00fcten und Einsichten<\/strong><br \/>\nGerhardt Staufenbiel \/ Micheal Mihaljevic: Shakuhachi und Teezeremonie<br \/>\nCarola Catoni: Texte und Lyrik<br \/>\n<strong>Samstag, 24. September 2016<br \/>\nBeginn: 18.00 Uhr<\/strong><br \/>\nOrt: Bad Br\u00fcckenau\n<\/p>\n<p>\n<strong>Herbstkonzert des Ensembles Drachengesang<\/strong><br \/>\nGerhardt Staufenbiel, Rainer Rabus, Winfried Lernet<br \/>\n<strong>Samstag, 22. Oktober 2016<br \/>\nBeginn: 19:00 Uhr Ende gegen 21.00 Uhr<br \/><\/strong><br \/>\nOrt: My&#333;shinan Teehaus, Igensdorf \/ Oberr\u00fcsselbach<br \/>\nAm Rosenberg 5<br \/>\n<a href=\"http:\/\/myoshinan.com\/honya\/?product=lied-unter-dem-septembermond-konzert\">Eintrittskarten online<\/a>\n<\/p>\n<p><strong>Seminar am Feuerberg, K\u00e4rnten<\/strong><br \/> zusammen mit Carola Catoni und Sigrun Wunderlich:<br \/>Wege zum Gl\u00fcck<br \/>\n<a href=\"https:\/\/hotel-feuerberg.viomassl.com\/de\/sommer\/aktiv\/spirit-am-berg\/spirit-im-herbst\/?PHPSESSID=dslkfgnt14nf6r7p8ke6qir4b1>Spirit am Berg<\/a><\/p>\n<p>Im Juni diesen Jahres hatten wir im Hotel Feuerberg einen originalen Teeraum eingeweiht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hotel-feuerberg.at\/de\/sommer\/resort\/weblog\/in-den-bergen-daheim-wp401-264.html\">Einweihung des Teeraumes am Feuerberg<\/a> <br \/>\nMein Sch\u00fcler Richard B\u00fcrger, der regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Skype bei mir Unterricht erh\u00e4lt, f\u00fchrt dort regelm\u00e4\u00dfig Teezeremonie vor.<\/p>\n<div class=\"thanks_button_div\" \n                  style=\"float: left; margin-left: 0px;\"><div id=\"thanksButtonDiv_3724_1\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/thanks_large_blue.png); background-repeat:no-repeat; float: left; display: inline;\"\n                onmouseover=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3724_1', true);\" \n                onmouseout=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3724_1', false);\"\n                onclick=\"javascript:thankYouChangeButtonImage('thanksButtonDiv_3724_1', false);\" >\n                <input type=\"button\" onclick=\"thankYouButtonClick(3724, 'You left &ldquo;Thanks&rdquo; already for this post')\" value=\"Danke 326\"\n                  class=\"thanks_button thanks_large thanks_blue\"\n                  style=\"  font-family: Verdana, Arial, Sans-Serif; font-size: 14px; font-weight: normal;; color:#39b778;\"\n                  id=\"thanksButton_3724_1\" title=\"Click to leave &ldquo;Thanks&rdquo; for this post\"\/>\n             <\/div><div id=\"ajax_loader_3724_1\" style=\"display:inline;visibility: hidden;\"><img decoding=\"async\" alt=\"ajax loader\" src=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/wp-content\/plugins\/thanks-you-counter-button\/images\/ajax-loader.gif\" \/><\/div><\/div><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"http:\/\/www.teeweg.de\/blog\/lied-unter-dem-septembermond-2\/\" send=\"false\" layout=\"standard\" width=\"450\" show_faces=\"false\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meigetsu No Uta &#8211; Lied unter dem Septembermond. Der Septembermond hei\u00dft in Japan Mei-getsu, \u00bbNamen-Mond\u00ab. Er hat deshalb einen besonderen Namen, weil der Mond im September ein ganz besonderer Mond ist. 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