Shakuhachi in Lachania



Das alte Haus singt
gemeinsam mit dem Bambus
von fremden Welten

Shakuhachi in Lachania

Ich wohne jetzt in einem Haus, das der holländischer Musiker ’Jerry‘, der sich in Lachania niedergelassen hatte, zusammen mit seiner Frau Jutte liebevoll restauriert und eingerichtet hatte. Persönlich war ich ihm nie begegnet, jedenfalls nicht bewusst. Leider ist er vor ein paar Jahren gestorben. Aber seine Frau Jutta, die in München in der unmittelbaren Nachbarschaft meiner früheren Wohnung zur Schule gegangen war, hatte ich oft getroffen. Denn die beiden hatten neben dem Haus, in dem ich damals immer wohnte, ein altes Haus restauriert, das sie an Freunde vermieteten. Und so waren wir zu unmittelbaren Nachbarn geworden, die sich hin und wieder über die Mauern hinweg unterhielten.
Abends spielte ich oft im uneinsehbaren Innenhof meines Hauses bis spät in die Nacht Shakuhachi. Einmal hatte ich fast die ganze Nacht mit dem stürmischen Wind um die Wette gespielt, der im Kamin heulte und schrie: Houuuh – jaiiih. Damals habe ich den Text :Klang und Stille geschrieben. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass draußen Leute zuhörten, aber ich war viel zu sehr in das Spiel vertieft, um darauf zu achten.
Jetzt erzählte mit Jutta, dass Jerry von meinem Spiel so beeindruckt war, dass er sich selbst mehrere Shakuhachi besorgte und das Spiel erlernte. Ohne Lehrer ein echt schwieriges Unterfangen!
Vielleicht bekomme ich seine Shakuhachi, die derzeit in Berlin sind. Auf jeden Fall möchte ich im nächsten Frühjahr hier in Lachania ein Seminar halten mit Praxis und Theorie im Shakuhachi – Spiel. Vielleicht spielen wir dann ein Jerry Gedenkkonzert mit seinen Instrumenten? Wer weiß?
Interessenten können sich jetzt schon melden.