Minamisanriku 南三陸町

Am 11. März 2011 hörte die Stadt Minamisanriku im Norden Japans praktisch auf zu existieren. Gestern lief der Film über das Schicksal der Stadt auf 3sat. Zitat:

Am härtesten trafen Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 Minamisanriku im Nordosten der Insel Honshu. Fast tausend der 17.000 Einwohner verloren ihr Leben, und der Ort lag vollständig in Trümmern. Die Stadt hatte praktisch aufgehört zu existieren. Dass nicht noch mehr Menschen den Tod fanden, ist einer jungen Frau zu verdanken: Miki Endo rief über eine Lautsprecheranlage die Menschen unentwegt dazu auf, die Küstenstadt zu verlassen und sich in höhere Region in Sicherheit zu bringen. Sie selbst kam in den Fluten ums Leben.

Der Film beginnt mit einer Panorama Aufnahme der Stadt, die eingebettet in waldreiche Berge direkt am Meer liegt – oder muss man sagen lag? Der Name der Stadt bedeutet die „südliche drei-Riku“. Die drei Riku sind die nördlichsten Provinzen der Hauptinsel Honshu. Riku-ō war das Ende des Landes oder auch das „Ende der Straße“. Von hier aus gab es nur noch das Meer, das Ho-kai-dō, den Weg des nördlichen Meeres. Die Insel Hokkaidō war damals noch nicht von Japanern besiedelt.
Minamisanriku war wegen seiner landschaftlichen Schönheit berühmt. Die gesamte Gegend bildete den Minamisanriku – Quasi – Nationalpark.

tsunami 11.März 2011

Der Film beginnt mit der Stimme von Miki Endo, die über Lautsprecher die Bewohner der Stadt auffordert, vor der herannahenden Flutwelle des Tsunami in höhere Regionen zu fliehen. Ihre Stimme verstummt erst, als Miki im 2. Stock der Katastrophenverwaltung von der Flutwelle mitgerissen wird und für immer verschwindet. Sie ist 24 Jahre alt geworden.

Hier ist der link zu dem Film auf Arte:
Minamisanriku – Schicksal einer Stadt

Derzeit entsteht hier im Myōshinan ein kleines Buch mit dem Titel:
„Die reissende Zeit und die Stille“. Ausgelöst wurde die Arbeit an diesem Buch durch den Tsunami und die Ereignisse, die in der Folge so vieles mit in den Abgrund gerissen haben.Wenn man nicht vor Schrecken erstarren will, so bleibt in solchen Zeiten nur das Vertrauen auf die Stille, die uns alle trägt.

ELTERREMOTODEJAPON2011.005

Das mittelalterliche japanische Epos Heikemonogatari beginnt mit den Versen:

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Gion shōja no kane no koe
shōgyō mujō no hibiki ari.
Shara souju no hana no iro
jousha hissui no kotowari o arawasu.
Ogoreru hito mo hisashikarazu,
Tada haru no yo no yume no gotoshi.
Takeki mono mo tsui ni horobinu.
Hitoe ni kaze no mae no chiri ni onaji.

Der Gion Shōja Glocken Klang
ist das Echo der Vergänglichkeit aller Dinge.
Die Farbe der Sala Blüte offenbart,
dass die Erfolgreichen fallen müssen.
Die Übermütigen sind nicht von Dauer,
sie gleichen dem Traum in einer Frühlingsnacht.
Die Mächtigen fallen zuletzt,
sie sind wie Staub vor dem Wind.

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