Winter in der Rhön

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Nach fast drei Monaten schwerer Arbeit am Teehaus mit über siebenhundert oder achthundert Arbeitsstunden nähern wir uns dem Ende der Arbeiten. Die Erste Wand ist schon verputzt, die Decken vertäfelt. Nur noch eine Schiebetür muss eingepasst werden, dann gehts mit Riesenschritten dem Ende zu. Das Weihnachtsfest werden wir wohl mit einer ersten feierlichen Teezeremonie in den neuen Räumen feiern.

Inzwischen ist draussen der Winter angekommen und es schneit heftig.Da sind die Pausen mit Glühwein und Kastanien eine willkommene Erholung. Langsam wird es auch Zeit, denn nach über einem Jahr schwerer Arbeit muss jetzt Weihnachten die Ruhe einkehren.

Hat mein Hund Buddhanatur?

Wu!


Ein Mönch fragte Meister Jôshu: „Hat mein Hund Buddhanatur?“
Der Meister antwortete: „Nicht!“
Der Mönch war verdutzt: „Oben all die Buddhas, unten sogar die Käfer und Würmer. Alles hat Buddhanatur. Warum hat mein Hund die Buddhanatur nicht?“ Diese Geschichte wird sehr gern von den Zenmeistern erzählt. Das sind aber meistens Japaner und die sprechen Japanisch. Und da hat Meister Jôshu aber gar nicht gesagt: „Nicht!“, sondern „MÛ“ denn so heißt das auf Japanisch und die Japaner sagen ‚MUH‘.
Aber Jôshu war ja gar kein Japaner!
Er war Chinese. Und dort heißt es nicht „MUH“, sondern „Wu“. Schließlich ist doch ein Hund keine Kuh!
Also: hat nun mein Hund Buddhanatur oder nicht?

Ort: In der Ausstellung der Sammlung von Prof Gebhard in der Stadtsparkasse Nürnberg

Vier Wochen später

Ort: Waldfenster in der Rhön
Nun hat mein Hund Buddhanatur. Ganz sicher!

Seltsame Wesen im Wald

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Vom kleinen Ort Waldfenster mitten in den Wäldern der Rhön führt ein steiler Weg hinaus in den Wald.
…. aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo Fuchs und Haas sich gute Nacht sagen, so sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie:

„Heute back ich,
Morgen brau ich,
Übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
Ach, wie gut ist, daß niemand weiß, 
daß ich Rumpelstilzchen heiß!“

Heute schlafe ich mal hier 
Morgen Abend mal bei dir 
Und übermorgen schenk ich der Königin ein Kind 
Ach wie gut, dass niemand weiß… 

„Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“

„Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt,“ schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, daß es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riß sich selbst mitten entzwei.

Heilige Nägel

Gestern haben wir bei den Renovierungsarbeiten unter dem Dach des alten Forsthauses, dort wo der neue Teeraum entstehen soll, handgeschmiedete Nägel gefunden.

Heilige Nägel

Mindestens zeugen sie vom Alter des Forsthauses.
Hat es eine Bedeutung, dass wir genau vier Nägel gefunden haben?
Stammen sie aus den vier Wunden Christi – die fünfte Wunde stammt ja von der Lanze, mit der die Seite geöffnet wurde. Wer weiß, vielleicht finden wir in diesem alten Gemäuer auch noch so etwas wie die heilige Lanze?
Auf jeden Fall werden wir die Nägel aufheben als Zeugnis für die alten Zeiten.
Bald soll hier ein neuer Teeraum erblühen. Dann sind Alt und Neu miteinander verbunden.
Aber auch das Neue – der japanische Zenweg des Tees stammt ja aus uralten Zeiten. Er ist sicher noch viel älter als das alte Forsthaus, das höchsten zweihundert Jahre gesehen hat.
Mögen noch viele Generationen hier den Teeweg erleben und Üben.
Wenn die Nägel wirklich die heiligen Nägel wären, dann zeugten sie von der Wanderung der Ideen aus dem Osten in die Rhön. Ideen wandern immer, so wie wir Menschen auch.

Mujō – Auch Teehäuser vergehen

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In den letzten Tagen, mitten im Juli haben wir mit einem wehen Herzen den alten Teeraum im Myoshinan abgerissen.
Er hat 15 Jahre lang als Begegnungsstätte und Dōjō gedient.
Aber alles ist endlich.
Der Teeraum muss weichen.

Aber er wird, vielleicht größer und schöner in Waldfenster, einem kleinen Ort in der Rhön neu entstehen.
Schon im Herbst 2019 wird der erste Unterricht im neuen Teehaus möglich sein.
Hier wird es in einiger Zeit nicht nur einen Teeraum, sondern auch eine „Zen-Scheune“ und ein Teehaus im Garten geben.
Besucher sind hier in der wunderschönen Landschaft des Rhön mitten im Bioreservat willkommen. Hier gibt es viele Pensionen und wunderbare Wandermöglichkeiten neben dem Tee und der Shakuhachi.