Drei Pfund Hanf

Teeweg zum Jahreswechsel

Drei Pfund Hanf

 

Genau zu Weihnachten ist nach monatelanger harter Arbeit der neue Teeraum in Waldfenster in der Rhön „fertig“ geworden. Aber es bleibt noch viel zu tun.  Nach letzten Vorbereitungen an Heiligabend konnten wir im Kerzenlicht die erste Teezeremonie halten. Mit einer feierlichen Zeremonie mit Teegeräten im chinesischen Stil gab es Tee und ein gemeinsames Spiel auf der Zen – Shakuhachi. Es war, als wären Weihnachten und Ostern auf einen Tag zusammen gefallen.

Es war eine harte Zeit. Wir mussten den geliebten Ort verlassen, der die letzten fünfzehn Jahre Heimat war. Das alte Teehaus und der Meditations- und Konzertraum wurden abgebaut und der „thermischen Verwertung“ zugeführt – sprich: verbrannt. Es war ein ungeheurer finanzieller und emotionaler Verlust. Durch nicht immer ganz wohlgemeinte „Hilfe“ sind viele Werte unwiederbringlich zerstört worden. Manchmal sind wir bis an die Grenze der Belastbarkeit gekommen. Zu allem Überfluss ist auch noch unser kleiner geliebter Hund ganz plötzlich gestorben. Für ihn waren die unguten Umstände des Ortswechsels einfach zu groß.

Der neue Ort – das mehr als zweihundert Jahre alte Forsthaus in der Rhön – wurde renoviert, die Dachräume gedämmt und die neuen Teeräume gebaut. Jetzt gibt es hier zwei Räume, einen kleinen und heimeligen Raum mit zwei und einer dreiviertel Tatami und einen größeren Raum mit den idealen viereinhalb Matten. Ohne die vielen großen und kleinen Spenden, die hier eingegangen sind, wäre die Arbeit so nicht möglich gewesen. Voller Dank verneige ich mich in Ehrfurcht vor allen Spendern. 

In diesem viereinhalb Tatami Raum haben wir Heiligabend den ersten Tee zubereitet. In der Tokonoma hing eine kleine Hängerolle mit dem Zen – Spruch: „Drei Pfund Hanf“. Einst fragte ein chinesischer Mönch seinen Zenmeister Dong-Shan: „ru he shi Fo – Was ist Buddha?“ Dong -Shan antwortete: „Drei Pfund Hanf!“

Die Frage ist mehrdeutig. „Wer oder was ist Buddha“ oder „Wie steht es um die Buddhanatur?“ oder auch ganz praktisch „Wie kann ich (sofort) Buddha werden?“ Dagegen ist die Antwort eindeutig wie ein Schwerthieb: Nichts Großes oder Seltenes! Einfach nur drei Pfund Hanf. Mit Hanf ist nicht der Cannabis gemeint, den man raucht, um in höhere Sphären aufzusteigen. Es ist die schlichte, ganz gewöhnliche und billige Faser, mit der man das raue Mönchsgewand webt oder das Schlaflager oder die Sitzkissen für die Meditation ausstopft. Buddha ist der schlichte Alltag.

In einem anderen Koan aus dem Hekiganroku sagt der alte Meister Zhao-zhou, dass er sich in seiner Jugend ein Gewand aus sechs Pfund Hanf gefertigt hatte. Das sollte ihm wohl bei der harten täglichen Arbeit auf dem winterlichen Feld schützen. Aber es war viel zu schwer für ihn. Vielleicht hätten drei Pfund genügt? Manchmal sollte man sich nicht allzu viel aufschultern, dann kommt man weiter!

Hier im Teeraum wirkt die Hängerolle, als sei sie extra dafür gemacht worden. Sie passt genau in die relativ niedrige Tokonoma. Außerdem haben wir die letzten Monate Unmengen von Hanf gestopft, um das Dach und die Wände zu isolieren. Der Raum ist nicht prächtig und elegant. Die uralten Eichenbalken des ehemaligen Forsthauses sind krumm und schief und die alten Lehmwände, die an der Fensterseite noch sichtbar sind, wirken, als hätte noch Rikyu selbst sie verputzt. So sieht wabi und sabi aus! Wie ein Gewand aus drei Pfund Hanf!

Die Hängerolle habe ich auf unserer Chinareise im Dezember vor vier Jahren vom jungen Zenmeister Chong Di im An-Guo Tempel in Huangzhou / Wuhan geschenkt bekommen. Der Tempel liegt in einem Neubaugebiet direkt am Ufer des Yangtze, der durch einen hohen Wall eingedämmt ist. Hier traf sich der Dichter Su Shi oder Su Dong Po (1037 – 1101) mit seinem Zenmeister zu regelmäßigen Gesprächen. Su Shi war verbittert, weil er nach erfolgreicher Arbeit als Gouverneur in der Stadt Hangzhou ganz im Süden in den kleinen Ort am Ufer des Yangtse verbannt worden war. Er lebte dort auf einem armseligen Landgut in bitterer Armut, aber in den Gesprächen mit dem Zenmeister fand er schließlich seinen Frieden. In einem seiner Gedichte schildert er die Trauer über die Trennung von seinem Bruder:

Menschen haben Kummer und Freude, Trennung und Zusammenkunft,
Der Mond ist dunkel und klar, voll und halb,
Das war schon immer ausgesprochen schwer.
Aber ich hoffe, wir beide werden ein langes Leben haben.
Auch wenn uns tausend Meilen trennen,
können wir doch die Schönheit des Mondes gleichzeitig genießen.

Zenmeister Chong Di war nicht nur ein großer Verehrer des Dichters, über den er uns begeistert einen Vortrag hielt. Er liebt auch Japan und die Kultur des Teeweges. Mit einfachsten Mitteln hatte er einen Raum im Tempel so japanisch gestaltet, wie es ihm möglich war. Es ist ein Raum wie ein Gewand aus drei Pfund Hanf. Auf dem Boden lagen Strohmatten und das Wandregal war ähnlich wie eine Tokonoma gestaltet. Dort hing eine Schriftrolle: „Bambus hat Knoten oben und unten.“
 

Der Bambus ist im Inneren leer, so wie der Geist des Zen Menschen gelassen und ruhig ist. Aber aus dieser Leere entspringt seine Stärke. Wenn Schnee oder Sturm ihn beugen, so gibt er nach ohne zu brechen. Wenn die schwere Zeit vorbei ist, steht er wieder aufrecht und ungebrochen da. Ein knorriger Eichbaum oder eine alte Kiefer, die sich der Last entgegenstemmen, können brechen. 

Die Knoten des Bambus unterbrechen scheinbar das Wachstum. Sie sind wie die Knoten und Blockaden, die sich manchmal im Leben bilden und uns am Weiterkommen hindern. Aber sie sind es, die dem Bambus seine Stärke verleihen. Nur aus den schwierigen Situationen des Lebens gewinnen wir Kraft. So wachsen die Knoten aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Oben und Unten zusammen.  Sie formen in ihrer Einheit den gesamten Bambus und das Lebens von der Kindheit bis ins Alter.

Meister Chong Di empfing uns in seinem „japanischen“ Raum und bereitete für die gesamte Gemeinschaft auf chinesische Weise den Tee. Anschließend spielte ich für die Chinesen die japanische Zenflöte. Manche waren so gerührt, dass heimlich Tränen flossen. Jeder Unterschied und jeder Konflikt zwischen China und Japan waren verschwunden. Gemeinsam mit meinem Schüler Michael bereiteten wir – die Deutschen – auf japanische Weise mit unseren mitgebrachten Geräten den Tee. Bei den Gesprächen übersetzte Volker, ein früherer Teeschüler, der jetzt in Shanghai an der Universität über die Geschichte des Tee forscht und lehrt. Es war eine echte und innige Gemeinschaft von China, Japan und Deutschland.

Zum Abschied vom Tempel schenkte ich Meister Chong Di mein Buch über die „Heiligen Drachen“ und er überreichte mir die Schriftrolle „Drei Pfund Hanf“, die er von einem japanischen Meister bei seinem letzten Besuch in Japan bekommen hatte. Nun hängt diese Rolle im alten Forsthaus in der deutschen Rhön.

SEN RI DŌ FU – 千里 同風 – Tausend Meilen derselbe Wind.

 

Unterricht im Teeweg

Ab sofort ist wieder der Unterricht im Teeweg möglich. Zwar gibt es in den beiden Teeräumen noch einiges zu tun, aber der Unterricht ist schon jetzt möglich. Das Gästezimmer ist noch nicht fertig. Es wird wohl früher Sommer werden, dann können auswärtige Gäste auch bei uns im Forsthaus übernachten. Bis dahin gibt es einige Pensionen im Ort, die zu wirklich günstigen Preisen vermieten. Eine Ferienwohnung mit zwei Zimmern, Küche und Bad kostet ab dem dritten Tag ab 30 Euro für zwei Personen. Die wunderbaren Wälder der Umgebung bieten ausreichend Gelegenheit für Wanderungen und Erholung.

Silvester im Myoshinan

Silvester und den Übergang ins Neue Jahr werden wir im kleinen Kreis wieder mit Teezeremonie und Meditation feiern. Bei den Rezitationen des Hannya Shingyo werden wir auch um Segen für alle Spender bitten. Ohne ihre Hilfe wäre der schnelle Ausbau nicht möglich gewesen. Dennoch bleibt viel zu tun und wir sind für jede weitere Spende dankbar. 

 

Unterricht in Zen – Shakuhachi

Der Unterricht in Zen – Shakuhachi in der Tradition des Zentempels Icchoken / Hakata ist ununterbrochen weiter möglich gewesen. Es gibt auch die Möglichkeit für online Unterricht über skype oder ähnliche Software. 

 

Shakuhachi und Zen – Seminar auf Teneriffa

In den Osterferien 2020 treffen wir uns wieder zu einem Seminar. Diesmal auf Teneriffa. Im Künstlerdorf Mariposa sind wir völlig ungestört und können den ganzen Tag Zen und Shakuhachi üben wie schon im letzten April in Griechenland.
Das Seminar ist auch für Anfänger in der Shakuhachi oder Spieler anderer Schulen geeignet. Wir üben das Spiel der Shakuhachi als Meditation in der Tradition des Zentempels Icchoken auf Kyushu, nicht als Musik. Die philosophischen und bildhaften Hintergründe der Stücke werden ausführlich diskutiert, sodaß wir verstehen, was wir spielen.
Anfänger können eine Shakuhachi ausleihen oder kaufen.

Unterricht im Teeweg ist ebenfalls möglich. Wir üben die Chabako Zeremonie für die Reise. Auch passive Teilnehmer, die nur zuhören und an den Meditationen teilnehmen wollen, sind willkommen. Der einmalige Ort verspricht Ruhe und Erholung.

Künstlerparadies Maripose auf Teneriffa

Anfragen und Anmeldung hier:

Kontakt

Tee und Zen – ein Geschmack
Seminar am Benediktushof

Im Februar gibt es wieder ein Tee – Seminar am Benediktushof. Bei ausreichender Anmeldung ist auch Unterricht für Fortgeschrittene möglich. Bitte Rückmeldung im Myoshinan

Kontakt

Fr., 21.02.2020, 18:00 Uhr – So., 23.02.2020, 13:00 Uhr

Anmeldung am Benediktushof

 

Rilke und Buddha – Duineser Elegien
Seminar

In diesem Seminar soll es nicht um Vermittlung von philologischen Wissen, sondern um die Begegnung mit dem wahren Selbst gehen. Rilkes epochales Meisterwerk bietet viele Zugänge zur Auseinandersetzung mit sich selbst. Aber es weist weit voraus in eine Zeit der Begegnung mit Buddha. Viele Ansätze aus den Elegien scheinen direkt aus dem Denken des Buddha zu stammen. Sie führen in den Frieden und die Freude des Daseins inmitten der alltäglichen Dinge.

Vormittags werden wir den Text lesen und im lockeren Gespräch versuchen zu verstehen und nachzuvollziehen. In den Nachmittagen gibt es Möglichkeit zur Freizeit und zum Rückzug zu sich selbst. Teezeremonien und kleine Meditationen mit der Zen Shakuhachi runden das Seminar ab.

Es besteht auch die Möglichkeit, das Spiel der Shakuhachi als Meditation zu erlernen und Teezeremonie als Meditation zu üben.

Ort: Mariposa auf Teneriffa oder Lachania auf Rhodos
Zeit: Pfingstferien oder Oktober

Interessenten melden sich bitte bereits jetzt unverbindlich damit die weitere Planung möglich ist.

Kontakt



 

 

  

 

 

  

 

Mitten im Bau

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Derzeit sind wir mitten im Ausbau des neuen Myoshinan.
Im über zweihundertjährigen Forsthaus werden die Räume unter dem Dach mit Hanf und atmungsaktiven natürlichen Stoffen gedämmt. Dann kommt ein erhöhter Fußboden in den künftigen Teeraum damit auch eine versenkte Feuerstelle eingebaut werden kann. In den nächsten ein oder zwei Tagen werden die Tatami im Raum verlegt und dann beginnt der Ausbau mit Shoji und Fusuma.
Die alten Lehmwände sollen so weit wie möglich erhalten bleiben, nur die Löcher werden mit Hanf zugestopft und wieder mit Lehm verputzt. Die alten Wände haben noch einen Charme wie echtes wabi, der unbedingt erhalten bleiben soll. So wirken die Wände wie in den alten Teehäusern, die noch von Rikyu oder seinen Nachfolgern gebaut worden sind. Es sind keine feinen Handwerkerarbeiten, sondern beuten die von Teemeistern selbst errichtet wurden. Wir schließen uns hier der alten Tradition an. Auch das ist Bestandteil des Zen- Teeweges!

Möglich geworden ist das alles durch die großzügigen Spenden, die hier eingegangen sind. Es waren Beträge von 10 € bis hin zu 300 €. Eine größere Spende erwarten wir vom Hotelresort Feuerberg in Kärnten, wo ich regelmäßig Teezeremonie und Meditation unterrichte.
Dennoch entstehen immer weitere Kosten und wir sind dankbar für jeden weiteren Euro.

Ich danke allen, die mit ihrer Spende geholfen haben, dass die Baumaterialien gekauft werden konnten. Die Arbeit machen wir mit verschiedenen freiwilligen Helfern und Schülern, ohne professionelle Hilfe.

Auch das ist Meditation: In Achtsamkeit und mit Freude werken und einen neuen Dojo aufbauen!




Einfach nur ein Hund

Es war einmal ein kleiner Hund mit dem Namen Kin. Das bedeutet auf Japanisch „Gold“. Eigentlich hieß er nicht KIN, sondern Kin-Taro nach Erzählungen von einer berühmten Gestalt, die jedes japanische Kind kennt. Die handeln vom Kin-Taro, dem tapferen Gold – Knaben, der auf seinem Hemdchen ein eingeschriebenes Zeichen KIN – Gold trägt. Kintaro ist tapfer und selbstbewusst. Niemals hat er Angst, immer ist er mutig und stark. Manchmal ringt er mit einem Bären, manchmal reitet er auf einem riesigen Karpfen durch die wilden Gewässer der japanischen Berge. Jeder japanische Knabe hat Kintaro als Vorbild für sein Leben. Jeder möchte so werden wie Kintaro.

Kintaro war ein tapferer kleiner Hund, der niemals Angst hatte. Oder doch? Als er ganz frisch bei mir eingezogen war, begegnete er vor dem Gartentor einem großen Hund. Auf der Stelle drehte er sich um und floh in meine Arme. „Was willst du hier? Geh und setz dich selbst mit dem großen Hund auseinander!“ Kintaro stellte sich dem großen Hund, der ganz vorsichtig und liebevoll das Hundebaby beschnüffelte. Von da an hatte Kintaro niemals mehr Angst vor großen Hunden. Selbst geifernde Kampfhunde mussten von ihren Herren an die kurze Leine genommen werden, weil Kintaro freudig auf sie zusprang. Er hatte niemals eine böse Erfahrung machen müssen. 


Einmal besuchten wir Leute, bei denen eine große Herde von Pferden frei durch den Wald lief. So als würde er ständig mit Pferden leben, wuselte Kin völlig selbstverständlich zwischen ihren Hufen durch den Wald. Und die Pferde akzeptierten den kleinen Hund als ihren Kameraden. Oben im Wald lebten Kamele unter einem Schutzdach. Neugierig sprang Kin auf die Kamele zu und wollte in den Stall. Im letzten Augenblick konnte ich ihn zurückhalten. Der Kamelbulle hätte ihn als Konkurrent gesehen und mit einem einzigen Fußtritt zertrampelt.

Eigentlich sollte er ‚Kintaro Sama‘ – ehrwürdiger Herr Kin heißen. Aber ehrwürdig war er so ganz und gar nicht. Er war ein kleiner Spaßmacher und Gauner und so überhaupt nicht ehrwürdig. Also fiel das Sama – ehrwürdiger Herr – weg. Schließlich hieß nur noch Kin-Chan – Kumpel Kin und später einfach nur noch Kin.

Kin freute sich über jeden Besuch, den er stürmisch begrüßte. Selbst Menschen, die Angst vor Hunden hatten, waren von seiner freundlichen Begrüßung gerührt und jeder hatte den kleinen Gauner wirklich lieb. Er ging so gerne im Wald spazieren, aber ich hatte nicht immer Zeit dafür. So bettelte er bei jedem Besucher: „Komm, lass uns in den Wald gehen!“ Aber bevor er bellend vor Freude mitging, kam er fragend zu mir: „Darf ich?“ 

Wenn wir in stiller Zenmeditation saßen, wollte er unbedingt dabei sein. Erst schnüffelte er herum, aber dann lag er still und friedlich auf seinem Kissen und meditierte gemeinsam mit uns allen.
Auch bei der Teezeremonie schaute er gerne zu. Aber wenn Gäste da waren, mit denen ich eine stille meditative Zeremonie machte, wartete Kin ganz still und geduldig vor der Tür. Wenn dann die Zeremonie vorbei war, kam er angetobt: „Lass uns im Wald spazieren gehen!“

Von Zeit zu Zeit machte sich Kin selbstständig und ging auf große Entdeckungsreise. Also kaufte ich ihm einen GPS Anhänger für das Halsband. Als er wieder einmal auf Reise gegangen war, entdeckte ich seinen Spaziergang auf einer Straße oberhalb des Waldes auf dem Display des Smartphones. Wir fuhren mit dem Auto den Berg hoch, aber Kin erkannte sofort das Motorgeräusch meines Wagens. Er versteckte sich im Gebüsch und wartete ganz still. So würden wir ihn ganz sicher nicht finden. Mein Freund stieg aus und rief ihn beim Namen. Auf frischer Tat ertapp drehte er sich wie vom Blitz getroffen um und rannte den Berg herunter zum Haus. Aber mit dem Auto waren wir schneller und erwischten ihn noch, wie er gerade durch eine Lücke im Zaun wieder im Garten verschwinden wollte. Später hätte er gesagt: „Was wollt ihr denn, ich war doch immer hier! Ihr habt mich nur nicht gesehen!“ Hunde können ja soo gut lügen! Kin hat niemals verstanden, wie ich seinen Ausflug so genau verfolgen konnte. Ich musste ganz einfach über übernatürliche Fähigkeiten verfügen!

Einmal hütete ich einen anderen Hund. Jeder der Beiden war bemüht, die erste Rolle zu spielen. Aber der andere Hund war so recht ein rücksichtsloser Rüpel. Obwohl Kin eindeutig das Hausrecht hatte, drängte er sich vorlaut vor. Einmal kam Kin zu mir und er gab deutlich zu verstehen: „Der Typ ist weg!“ Und er führte mich zu einem Loch im Zaun. Da stand er, zuckte förmlich mit der Schulter und gab zu verstehen: „Da ist der raus! Kann man nichts machen! Jetzt ist er weg! Ich hab ja gleich gesagt, dass der nichts taugt!“ Aber es war ganz klar, dass Kin dem Konkurrenten das Loch im Zaun gezeigt hatte.

Später bekam ich zwei kleine Katzen geschenkt. Eigentlich wollte ich keine Katzen und wenn, dann nur eine. Denn draußen auf der Terrasse im Schrank tummelten sich immer wieder Feldmäuse. Aber nun waren die beiden Katzengeschwister da und so sollten sie hier auch eine Heimat finden. Kin war begeistert, aber die beiden Kleinen fauchten und machten gewaltige Katzenbuckel. Kin saß ganz still und aufmerksam vor den Beiden: „Ihr braucht doch keine Angst haben. Ich bin ganz lieb!“ Es dauerte nicht lang, und die drei wurden gute Freunde. 


Die beiden Katzen hießen Yuki und Fuki. Yuki – Schnee nach den schneeweißen Pfoten und Fuki – nach Fuku, Glück, weil sie eine dreifarbige Glückskatze war. Yuki war eine ganz spezielle Freundin von Kin. Morgens, wenn Yuki von ihren nächtlichen Ausflügen wieder nach Haus kam, begann eine wilde Jagd. Yuki rannte weg und Kin hinterher. Dann warf er sie auf den Boden und Yuki wälzte sich. Unter furchterregendem Knurren biss Kin der kleinen Katze in den Hals, zerrte an ihren Ohren und biss in die Pfoten. Wenn es Yuki zu bunt wurde, gab sie ihm einen Stubser auf die Nase und für eine Weile war wieder Ruhe. So tobten die beiden bis zur Erschöpfung durch die Wohnung. Dann lagen sie friedlich nebeneinander und ruhten Arm in Arm. Wenn Besucher kamen, hatte Kin früher sein Spielzeug stolz durch den Garten getragen und vorgezeigt: „Da schau her was ich für schönes Spielzeug habe!“ Aber nun jagte er knurrend hinter Yuki her und zeigte voller Stolz: „Da schau her! Ich hab eine Katze!“

Yuki war eine gute Jägerin. Mit Vorliebe fing sie Mäuse, brachte sie in die Wohnung und ließ sie frei. Dann war es ein großer Spaß, die Maus zu jagen, die sich unter Schänken und Regalen versteckte. Kin schaute dem Treiben ein wenig irritiert zu. Aber nach einiger Zeit begann Yuki damit, Kin im Mäusefangen zu unterrichten. Gemeinsam saßen sie vor dem Schrank und starrten gespannt, ob sich nicht doch die Maus wieder unter einen anderen Schrank flüchten würde. Dann begann die wilde Jagd durch das Zimmer. Langsam wurde Kin durch den Unterricht immer besser in der Mäusejagd. Aber er jagte nur Mäuse, die Yuki ihm mit ins Zimmer gebracht hatte.


Früher, als keine Katzen im Haus waren, hatte ich niemals Mäuse im Zimmer. Aber nun waren sie ständig ungebetene Gäste. Und Kin, der nie zuvor gejagt hatte, entwickelte sich zum geübten Mäusefänger.

Kin bekam Hundefutter und die Katzen Katzenfutter. Aber das Hundefutter war bei ihnen viel beliebter. Kaum hatte ich Kin seinen Napf hingestellt, schon stürzten sich die Katzen darauf. Eine Weile schaute Kin irritiert zu, aber dann schob er die Katzen knurrend zur Seite. Aber eigentlich fraß er den Katzen viel lieber ihr Futter weg. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis er auch noch das Miauen lernen würde. Vielleicht würde er auch irgendwann ganz zur Katze mutieren?

Im April waren wir zusammen nach Griechenland geflogen. Kin wurde in eine Tragetasche gepackt. Die stand im Flieger direkt an meinen Füßen. Mit völliger Ruhe und Gelassenheit lag er dort, den Kopf ganz nahe an meinen Füßen und hatte weder beim Start noch beim Landen Angst. Herrchen war ja nahe. Da kann nichts passieren. Am Flughafen in Griechenland dann durfte er die Tasche verlassen. Freudig begrüßte er die anderen Passagiere, die auf ihr Gepäck warteten. „Nein, da war ja ein Hund im Flieger! Mein Gott ist der süß!“

Das Seminar mit der Zenflöte genoss er sichtlich. Überall wurde geflötet und Kin liebte diese Klänge. Zu seiner Freude war da auch noch eine läufige Hündin in der Näher und Kin ging öfter mal auf Brautschau. Aber diese Zicke war so ängstlich, dass er enttäuscht wider nach Hause kam. 

Dann begann der Umzug. Es war reiner Stress. Kisten wurden gepackt und der geliebte Teeraum zerlegt. Verstört schaute Kin bei all diesen Veränderungen zu. Kiste um Kiste wurde herausgetragen und verladen. Langsam löste sich sein altes Heim im Umzugschaos auf. Dann wurde auch noch seine geliebte Yuki, mit der er immer gespielt hatte abgeholt. Sie ging ganz still, aber Kin war tagelang verstört. Als die zweite Katze abgeholt wurde, schrie sie ganz jämmerlich in ihrem Korb. Kin verstand die Welt nicht mehr!

Von da fing Kin an zu husten. Erst dachte ich, dass er etwas Falsches gefressen hatte. Aber das Husten wurde nicht besser. Schließlich besuchten wir am neuen Wohnort in der Rhön eine Tierklinik. Kin‘s Herz war so vergrößert, dass es auf die Luftröhre drückte. Und auch die Leber war schon stark geschwollen. „Mit Medikamenten kann er durchaus noch ein oder zwei Jahre durchhalten!“ So ein Blödsinn! DER wird zwanzig Jahre alt. Aber er sollte keine acht Wochen mehr haben. 


Der Umzugsstress ging immer noch weiter und das Husten wurde schlimmer. Aber Kin genoss die Spaziergänge in den wunderbaren Wäldern seiner neuen Heimat. Begeistert half er auch beim Zeitungsaustragen. Da waren so viele interessante Leute in schönen Gärten. Und alle riefen: „Ach was für ein süßer Hund!“ Manchmal war er verschwunden und saß bei fremden Leuten auf der Terrasse. Er genoss ganz sichtlich die Bewunderung, die ihm entgegengebracht wurde. Nur an heißen Tagen mochte er nicht weit laufen. Er wurde ganz langsam und wollte manchmal sogar getragen werden.

Endlich waren die letzten Umzugskisten angekommen und mühsam ausgepackt. Nun konnte wieder Ruhe einkehren und nach einer kleinen Pause ein neuer Meditations- und Teeraum gebaut werden. 

In der Nacht – es sollte seine letzte werden – sprang Kin auf mein Bett. Ganz zärtlich drückte er sich an mich. So zärtlich und liebebedürftig war er noch niemals zuvor gewesen. Ich musste ihn streicheln und er genoss die Berührungen. Er hatte zwar in der letzten Zeit mit Vorliebe Katzenfutter gefressen, aber das Schnurren hatte er immer noch nicht gelernt. Schließlich war er ein Hund. Aber fast konnte ich sein Schnurren spüren.

An diesem Morgen hustete er sehr viel. Ich gab ihm seine Medizin, vielleicht würde es dann besser. Gespannt schaute er zu, wie ich die Tabletten zu Pulver zerrieb, im Wasser auflöste und auf eine Spritze zog. Dann sprang er mir auf den Schoß, hob den Kopf hoch zum Himmel und wartete, dass ich ihm die Lösung zwischen die Zähne ins Maul spritzte. Aber nun auf zum Waldspaziergang. 


Freudig lief er in den Hausflur und wartete. Ich musste noch einmal in mein Zimmer. Als ich die Treppe herunterkam, lag Kin ganz still im Flur. Er lag auf der Seite, die Pfoten weggestreckt. So hatte er noch nie dagelegen! Gewöhnlich lag er auf dem Bauch, den Kopf ganz flach auf dem Boden und schaute frech zu mir auf. Auf der Seite lag er nur, wenn er in seinem Körbchen eingeringelt schlief. Aber nun war sein Körper ausgestreckt und lag flach auf der Seite.

Irgendetwas war jetzt anders: Er atmete nicht. Bewegungslos lag er da! „Nein, das kann nicht wahr sein! Er ist tot!“ Sein Körper war noch warm und das Fell weich und seidig. Aber beim Streicheln kam von ihm nichts mehr zurück. Da lag nur ein warmes, weiches bewegungsloses Etwas. 

Wie kann das sein? Eben noch ein Hund, der freudig auf den Spaziergang wartet. Nur ein Fingerschnippen später: Nichts mehr! Ist das Leben derart flüchtig? Kann es von einem Atemzug zum nächsten zu Ende sein? Der Körper ist noch warm und weich. Aber es ist keine Körperspannung mehr da. Es fühlt sich an, als würde man versuchen, ein warmes Handtuch hochzuheben. Da lag kein Hund mehr, sondern nur ein lebloser Haufen Fleisch mit einem weichen Fell bedeckt. Wie Nietzsches Zarathustra zum Seiltänzer sprach, als der bei seinen Kunststücken abgestürzt war: „Deine Seele wird noch schneller todt sein als dein Leib: fürchte nun Nichts mehr!“

Noch war der Körper warm und weich. Ich trug ihn in seinem Bettchen an den Platz in meinem Zimmer, an dem er so gerne gelegen und mir bei der Arbeit am PC zugeschaut hatte. So hatte er mich immer im Blick, selbst wenn ihm die Augen im Schlaf zufielen. Da lag er nun und schaute mit offenen Augen auf mein Treiben. Ich baute einen kleinen Altar mit Buddha als Begleiter. Möge ihn Amida Buddha mit ins westliche Paradies nehmen. Mit brechender Stimme rezitierte ich für ihn das Herzsutra. Dann spielte ich, soweit ich dazu überhaupt in der Lage war, das Shakuhachistück Shizuo no Kyoku – Hafen der Stille. Das Stück hatten früher die Samurai als Vorbereitung auf ihren Tod gespielt.
Kin hatte die Shakuhachi immer geliebt. Wenn jemand das Instrument spielte, kam er ganz nahe heran und lauschte. Noch im April in Griechenland lag er immer neben dem jeweiligen Spieler und lauschte. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene. Hauptsache die  Shakuhachi sang. Heute schrie und klagte sie eher, als dass sie sang. Aber es schien, als würde Kin wieder atmen und lächeln. Scheinbar hob und senkte sich sein Fell. Die leicht geöffneten Augen blitzten und das Maul schien zu einem Lächeln geöffnet. Aber vermutlich waren es nur die Tränen, die den Blick trübten oder das Flackern der Kerzen erzeugte mit den tanzenden Schatten die Illusion von Leben. So nahmen wir uns ein paar Stunden Zeit für den Abschied.

Langsam war der kleine Körper starr und kalt geworden. Die große Verwandlung hatte schon eingesetzt. Die schwarze Hundenase war ganz trocken und kleine Schaumblasen traten aus. Die halbgeöffneten Augen wurden trüb. Sein Kopf, der vorher leblos herunterhing, war schon starr geworden, die Pfoten ließen sich nicht mehr bewegen.

Wir begannen, im Garten ein kleines Grab für ihn auszuheben. Aber der Boden war durch die lange Trockenheit hart wie Stein. Nach stundenlanger harter Arbeit war das Grab endlich tief genug. Dort wurde der kleine Körper – nun schon ganz kalt und starr – in seiner Decke eingehüllt dem großen Mysterium übergeben. Niemand weiß, was nun in der geheimnisvollen Verwandlung geschieht. Der alte persische Weise Zarathustra – nicht Nietzsches Zarathustra – hatte in seinen Gathas geschrieben, dass die Lebewesen aus sterblichen und unsterblichen Bestandteilen eine Einheit bilden. Die sterblichen Teile, die am schnellsten verschwinden, sind Seele und Geist. Wenn wir aufhören zu atmen oder das Herz still steht, ist der Geist auch schon verflüchtigt. Etwas länger besteht der Körper. Aber auch der geht in die große Verwandlung ein. Bakterien und Würmer zersetzen ihn. Aber er verschwindet nicht so einfach, er wandelt sich. Vielleicht geht Kin ja in die Rose über, die auf seinem Grab gepflanzt wurde. Aber ein Hund ist ein Hund und eine Rose ist eine Rose. Kin wird nie mehr sein. 

Einst war da ein Zusammentreffen und aus dem Nichts entstand ein kleiner Hund, der später zu Kin wurde. Kin lebte, trieb seinen Unfug und war ein treuer Begleiter und Kamerad. Dann kam wieder eine Zeit, in der die Lebensenergie verschwand. Und da war kein Kin mehr. Nur noch ein Haufen toter Materie, die am Anfang noch so ähnlich aussah, wie einst Kin ausgesehen hatte.
Im geheimnisvollen Dunkel des tiefen Grabes geschieht nun die Verwandlung, die niemand stören darf. Aber Kin wird nie wieder sein! Dennoch geht nichts von ihm verloren. Der Körper verwandelt sich und verschwindet, aber die Knochen bleiben für lange Zeit.

Vielleicht wird dermaleinst ein Archäologe auf das Grab stoßen. Dort wurde wohl ein Hund begraben. Seine Knochen sind unverletzt. Scheinbar wurde er liebevoll bestattet. Offenbar waren schon damals Hunde und Menschen Gefährten, die einander in Leben und Tod begleiteten. Eine kleine Platte aus Metall wurde dem Hund mit ins Grab gelegt. Aber niemand kann die merkwürdigen Zeichen drauf deuten. Erst jahrelange Forschung von Philologen ergaben, dass dort der Schriftzug KIN stand. Aber die Bedeutung ist völlig unklar. Daneben noch eine Reihe von Zahlen, die vielleicht magische Bedeutung hatten. Mit ihnen konnte man wohl den Hund beschwören, dass er wieder erschien, wenn er weggelaufen war. Niemand weiß zu der Zeit mehr, dass die Menschen damals Telefone benutzt haben. Aber dass sie liebevoll mit Hunden zusammengelebt haben, scheint völlig gesichert.

Es war einfach nur ein Hund.
Nichts weiter!

Nachtrag:

Kin war so sehr mit dem alten Myoshinan verbunden, dass es nur folgerichtig war, wenn er gegangen ist. Nun, nachdem das alte Myoshinan nicht mehr existiert.

Vielleicht hat er mit seinem Tod meinen Kummer getragen.

Waldbaden in der Rhön


Zärtlich, wie vormals, wehn Lüfte der Jugend mich an;
Und das strebende Herz besänftigen mir die vertrauten
Offnen Bäume, die einst mich in den Armen gewiegt,
Und das heilige Grün, der Zeuge des seligen, tiefen
Lebens der Welt, es erfrischt, wandelt zum Jüngling mich um.

Friedrich Hölderlin – Der Wanderer

Das Leben – eine Reise!

Tsukihi wa hakutai
no kakaku ni shite
yukikau toshi mo
mata tabibito nari.Fune no ue ni
shogai wo ukabe
uma no kuchi wo
toraete oi wo
mukauru mono wa,
hibi tabi ni shite
tabi wo sumika to su.

Sonne-Mond: sind unterwegs seit hunderten Generationen
– auch die ziehenden Jahre sind Reisende.
So auch diejenigen, die ihr Leben in Booten verbringen,
oder die Zügel des Pferdes in der Hand dem Alter entgegen ziehen:
das Reisen ihr einziger Aufenthalt – Tag für Tag.

Mit diesen ergreifend schönen, im Japanischen wunderbar rhythmisierten Worten beginnt die Dichtung „Oku no hosomichi“ – Die Reise auf schmalen Pfaden durch das Hinterland des Haiku – Dichters Bashō. Bashō war nicht nur dieses eine Mal auf Reisen gegangen nachdem er seine „brüchige Hütte am Fluss verlassen hatte. Das ganze Leben ist für ihn eine einzige Reise.

Tsuki hi – Mond und Sonne – sind sowohl der Mond und die Sonne selbst, die in ihren Wandelgang am Himmel ziehen als auch die Monate und Tage. Sie ziehen ihre Bahnen seit ‚Haku-dai‚, hunderten von Generationen. Aber dies ist ein Synonym dafür, dass sie schon immer und auch in Zukunft weiter ihre Beständigkeit nur im steten Reisen haben.
Haku-dai – hundert Generationen ist nicht nur die Zeit, in der Mond und Sonne auf Reisen sind. Auch die Menschen denken, selbst wenn sie sterblich sind, dass sie ihren Besitz von Generation zu Generation weitergeben können. Aber hier sind nur die Zeitabschnitte länger, sie umfassen das Leben mehrerer Generationen. Aber wer hat schon Familien gesehen, die seit 1000 Jahren immer noch ihren Besitz an die nächste Generation weitergeben: Und mit tausendjährigen Reichen haben wir nicht gerade gute Erfahrungen gemacht.

Auch die Menschen sind stets und beständig auf der Reise. Die einen schaukeln auf Booten, die anderen führen das Pferd am Zügel. Beide meinen, sie hätten ihr Leben fest am Zügel, so wie man das Pferd führt. Aber das ist nur eine Illusion. Wir reisen nicht durch das Leben, wir werden „gereist“.

Die Reise führt unaufhaltsam dem Alter und dem Ende zu. Für Bashō ist die Reise eine Lebensform, aber sicher ist es nicht nur die tatsächliche Reise, zu der er aufbricht und die seine letzte Reise werden sollte. Das ganze Leben ist nichts als eine Reise, in der wir langsam dem Alter entgegen ziehen. Ständig verlassen wir unsere brüchigen Hütten, selbst wenn wir meinen, dass wir Paläste bewohnen und ziehen als Reisende durch das Leben. So ist auch der Abbau des alten Teehauses Myoshinan, der brüchigen Hütte mitten in den Kirschbergen Frankens nur eine Etappe auf der Lebensreise.

Nun beginnt ein neuer Abschnitt in der bergigen Landschaft der Rhön.
Immerhin ist auch hier Franken!
Heimat ist überall.
Dort wo das Herz in offener Weite singt wie der Wind in den Kiefern.