Chanoyu in Sibirien? !

Jakutsk in Sibirien ist gemeinhin bekannt als die kälteste Stadt der Welt mit Permafrost und eisigen Wintern. Mitten in Jakutsk stehen diese eisigen Gestalten.

Eisfiguren in Jakutsk - Sibirien

Eisfiguren in Jakutsk - Sibirien

Heute habe ich von Svetlana, die Teeschülerin aus Sibirien eine mail bekommen. Es gibt Chanoyu auch in Sibirien. Als Ortschaft! Ja, man kann sogar über das Internet dort ein Hotel buchen: Hotel in Chanoyu (Nein, nicht wirklich, wenn man die Seite anklickt, sieht man die Meldung: 0 Hotel found!) Also ist Chanoyu wirklich ein Kaff!

Also gleich auf Google Earth anschauen:

Jakutsk und Chanoyu

Jakutsk und Chanoyu

Tatsächlich. Oben im Nordwesten liegt Jakutsk und im Südwesten des Kartenausschnittes Chanoyu!

Ist das ein Dorf oder eine Ortschaft mit dem Namen Chanoyu, also eigentlich „Heißes Wasser für Tee“, die alte Bezeichnung für den Teeweg?

Kann mal jemand hin fahren und nachschauen?
Wäre doch wichtig zu wissen, ob das Urasenke Chanoyu oder Omotosenke Chanoyu ist!
Und gibt es in Chanoyu / Sibirien japanische Teehäuser?

PS.: Svetlana wird versuchen herauszufinden, ob „Chanoyu“ auf Yakutisch eine Bedeutung hat. Vielleicht hat es ja doch nichts mit dem Tee zu tun?

Wudangshan Drachen Kampfkunst

Hier noch ein Film aus den Wudangshan Klöstern über die Drachenform der Kampfkunst.
Der Film – leider nur in Chinesisch, aber trotzdem absolut sehenswert – zeigt am Anfang den Haupttempel mit der 1,80 m großen Sitzfigur des Zhen Wu, des Schutzgottes der Kampfkünste.
Dann fürt ein Meister in der 15. Generation den Drachenkampfstil vor und erläutert einige Details.

Absolut sehenswert!

 

Zhenwu, der „Wahre Krieger“ und die Wudangshan Berge

Schon früher habe ich von Zhenwu, dem „Wahren Krieger“, der als Bai Di, der „Nördliche Kaiser“ am Himmel residiert berichtet.
Bei der Bearbeitung der Beschreibung von Zhenwu für unsere Drachenausstellung bin ich auf Videos bei Youtube gestoßen, die den Wudangshan Taijiquuan – Stil zeigen.
Das Wudangshan Gebirge ist eine „heilige Region des chinesischen Daoismus. In Wickipedia heißt es dazu:

Die Wudang-Berge (chinesisch 武當山 / 武当山 Wǔdāngshān, W.-G. Wu Tang), auch bekannt unter dem Namen „Taihe“ oder „Berg der Mysterien“ (chin. 玄岳 Xuanyue) sind eine Bergregion im Nordwesten der chinesischen Provinz Hubei, nahe der Stadt Shiyan. Das Gebiet umfasst ca. 400 km² und besteht aus 72 Gipfeln, der höchste mit 1612 m ist der Tiānzhù (chinesisch 天柱 ‚Himmelspfeiler‘). Des Weiteren besticht die Landschaft mit 36 bizarren Felsen und 24 Tälern. Mit seinen zahlreichen Bauwerken, Tempeln, Palästen, Klöstern, Brücken, Toren, Höhlen und Einsiedeleien ist Wudangshan ein berühmter heiliger Platz der daoistischen Religion und Anziehungspunkt für Pilger aus aller Welt.

Dort in den Wudangshan Bergen haben sich auch einige Kampfstile ähnlich den buddhistischen Kungfu und Taiji – Stile entwickelt.
Einer der wichtigsten Stile stammt von der Drachentor – Schule. Auf diesem Video gibt es eine beeindruckende Vorführung von Taiji im Wudangshan Stil:

Ebenso hier:

Last not least das Schwert des fliegenden Drachen.

Man kann förmlich den Drachen fliegen sehen! Besonders zu Beginn der Figur  formt der Meister den fliegenden Drachen, der vom Himmel herab steigt und in großen Schleifen nach unten kommt, bis er, endlich angekommen, wie eine Schlange zustößt.

Je mehr ich von dieser Region sehe, deste mehr wächst der Wunsch, einmal dort hin zu fahren und alles mit eigenen Augen zu sehen.
Wer weiß?
Vorzeichen gibt es ja genug. Volker fliegt in den nächsten Tagen nach Hangzhou, wo er für die nächsten zwei Jahre an der Universität arbeiten wird.
Gestern waren wir beim Chinesen essen. Und woher stammt die Familie des Restaurantbesitzers? Aus Hangzhou! Wenn das kein Vorzeichen ist!

 

Kleb dir einen Drachen

Briefmarke Drachen

In China ist eine bunte Briefmarke mit einem Drachen als Sondermarke zum Jahr des Drachen erschienen. Dazu gibt es einen Bericht in der Tagesschau vom 7. Januar 2012.
„Schon seit den frühen Morgenstunden stehen hunderte von Menschen vor den Pekinger Postämtern geduldig an. Denn seit kurzem wird die Drachen-Sondermarke verkauft, die die chinesische Post zum Jahr des Drachen herausgibt. Das Jahr des Drachen beginnt am 23. Januar.

In China gilt der Drache eigentlich als Glücksbringer, doch die bunte Marke zeigt ein furchteinflößendes, klauen-schwingendes Untier. „Das Bild symbolisiert Chinas Aufstieg“, sagt ein 50-jähriger Mann, der gerade einige Marken gekauft hat. „China steigt in der Welt auf wie ein gigantischer Drache.“

Das ist genau die Angst der chinesischen Regierung, dass der chinesische Drache in der Welt als bedrohlich empfunden wird. Außer in China und Japan sind Drachen nun einmal kleine (oder große) Bösewichte. Darum sieht man lieber den knuddeligen Panda Bär als Symbol Chinas.

Aber der Drache ist nun einmal im chinesischen Horoskop das mächtigste und zugleich glücklichste Wesen: es verheißt Neuanfang und Erfolg.

Glück haben auf jeden Fall diejenigen, die eine solche Sondermarke ergattern konnten, denn schon ist der Wert auf dem Schwarzmarkt beträchtlich gestiegen.

Eigentlich toll, aber irgendwie ist mir die japanische Kiefer am Strand von Kesennuma-shi sympathischer!

Zhen-Wu – der „wahre Krieger“

Zhenwu / Bai Di

Zhenwu - der 'wahre Krieger' zugleich Bai Di - der 'Nördliche Kaiser'


Bei der Vorbereitung auf das Drachenjahr haben wir auch die Figur des Zhen-Wu fotografiert und einiges über ihn herausgefunden.

Zhen-Wu, der „wahre Krieger“ war nach einer Legende eine Wiedergeburt des Philosophen Laotse, aber er wurde nicht als Philosoph, sondern als Prinz geboren. Als er das Leid der Menschen sah, zog er sich zur Meditation in eine Höhle in den Wudan-Bergen zurück. Dort saß er jahrelang in Meditation ohne zu essen und zu trinken. Daraufhin wurde er vom mythischen Yadekaiser Yu-Di zu einem Unsterblichen und er fuhr mit einem Drachenwagen, der von neun Drachen gezogen war auf in den Himmel. Dort residiert er im himmlischen Palast als der „Nördliche Kaiser“ Bai Di.

In dem Buch mit Geschichten über Drachen aus China und Japan, das gerade entsteht, wird noch viel mehr über ihn zu lesen sein.
Die vergoldete Holzfigur stammt möglicherweise aus der Ming-Zeit um 1600 bis ca. 1700, der Zeit also, in der Zhen – Wu als „wahrer Krieger“ hohe Verehrung in vielen Daoistischen Tempeln erfuhr. In diesen Tempeln im Wudan Gebirge gibt es viele Daoistische Tempel, die zum Weltkulturerbe erklärt wurden. In einigen dieser Tempel wurde eine besondere Kampfkunst ähnlich wie im Shaolin Tempel entwickelt und wird dort bis heute gelehrt. Zhen-Wu ist der Schutzgott dieser Kampfkünste. Zugleich aber ist er auch als Stern am nördlichen Himmel zu sehen. Mehr dazu später im Buch.