Tanzende Drachen

In China und Japan tanzen bei bestimmten Festen die Drachen. Einen ganz besonderen Drachentanz kann man in der japanischen Stadt Nagasaki erleben. Der Drachentanz 龍踊 – Ryuodori – wird auf dem Nagasaki Kunchi von der chinesisch stämmigen Bevölkerung aufgeführt. Das Kunchi, vermutlich abgeleitet von Kun für Neun, weil das Fest im neunten, dem Erntemonat statt findet, ist ein großes Fest am Suwa Schrein in Nagasaki. Bei dem Drachentanz versuchen drei Drachen eine große goldene Kugel zu verschlingen, was ihnen aber nicht gelingt.

Dieser Tanz ist eine folkloristische Darstellung der Vorstellung, dass der Mond mit dem Drachen zusammenhängt. Nach einer Vorstellung taucht der Drache – oder der Mond – aus der Tiefe des Wassers auf und wird langsam immer größer, bis er sich wieder nach unten wendet und verschindet. Der Drache ist also der Mond mit seinen wechselnden Erscheinungen.
Nach einer anderen Vorstellung verschlingt der Drache die große Perle, den Mond, der dadurch verschwindet. Nach einiger Zeit speit der Drache die Perle wieder aus und der Mond erschient erneut.
Auf dem Video kann man sehen, wie der Drache versucht, die (Mond-) Kugel zu erreichen.
Ein fanszinierendes Dokument einer alten Tradition, die heute noch lebendig ist.
Die Drachen tanzen während des Kunchi nicht nur auf dem Gelände des Shinto Schreines, sie ziehen auch durch die ganze Stadt und die Geschäftsviertel.
In diesem Film sieht man den Drachentanz noch ausführlicher. Nach einem kurzen Vorspann formieren sich die Drachentänzer.

Neues Gewand für alten Blog

Mönche auf der Heimkehr vom Bettelgang


Kleider machen Leute schrieb einst Gottfried Keller. Das ist nun zwar schon lange her, aber irgendwie stimmt das ja immer noch. Ein Brioni Anzug zusammen mit einer Cohiba Zigarre macht schon etwas her.
Aber ist das für eine Seite über Tee und Zen denn angemessen? Eines der Kopfbilder zeigt denn auch Mönche beim Bettelgang. Früh am Morgen hatten sie den Daitokuji – Tempel im Norden Kyōto’s verlassen. Lange hört man im ganzen Stadtviertel ihre lauten Rufe: „Hoooooo – Hoooooo!“ Das heißt nicht: „Holla da sind wir! Lasst uns gefälligst nicht umsonst betteln!“ Hō – Japanisch geschrieben 法 – ist das Buddhagesetz, meistens als das Indische Dharma bekannt und einfach nur Japanisch ausgesprochen. Außerdem kann man viel schöner Hoooo rufen als Dharma! Das klingt einfach besser. Die Mönche sind auf dem Weg im Namen Buddhas, um sich in Bescheidenheit zu üben. Ihre Gewänder sind nicht mehr so ganz neu, eher rauh und zerschlissen. Oft kommen sie aus wohlhabenden Familien, so ist dieses Flickengewand eine Übung in Bescheidenheit.

Und nun haben wir doch dem Blog ein neues, hoffentlich repräsentatives Gewand verpasst. Ist das ein Brioni?
Hoooo! Nein, eher sollte man laut rufen: „Kwatsu!“ Das ist der Schrei, den der Zenmeister brüllt, wenn der Mönch etwas Falsches gesagt hat. Naja, aber dennoch, hin und wieder mal ein neues Gewand kann nicht schaden. Wenn man es selber zusammenbastelt, kostet es ja nichts, nur Arbeitszeit. Und im Zen sagt man: „Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen!“ – Wäre schrecklich – wo ich doch so gerne koche!
Und das Kwatsu Geschrei kann ich eh nicht hören. Aber vielleicht hinterläst ja mal jemand eine kleine Anerkennung in Form des „like“ buttons. Das ist dann die moderne Form im Internet, seinen Beifall auszudrücken. Gott sei Dank gibt es ja noch keinen „Kwatsu – Button“!

P.S.: Die Kopfbilder stammen von Aufnahmen, die bei diversen Japanreisen entstanden sind. Die meisten sind von mir selbst, einige aber auch vom Karlheinz. Er wird sie sicher wieder erkennen.
Wenns gefällt, werde ich noch ein paar mehr hinzufügen.

Die Drachen kommen!


Endlich ist es soweit. Nach fast einem Jahr Vorbereitung startet unsere Ausstellung zum Jahr des Drachen am Sonntag den 8.7.2010 in Nürnberger Naturhistorischen Museum in der Norishalle.
Die Vernissage beginnt um 10.30 Uhr mit der Trommelgruppe Koku-ryu (Schwarzer Drache) aus München. Während der Dauer der Ausstellung finden immer wieder Führungen und Sonderveranstaltungen statt. Wer Interesse an einer Führung für Gruppen hat, kann sich entweder an das Museum oder direkt an das Myōshinan wenden. Ich werde die Führungen zusammen mit Jörg Eberle machen, der die Sammlung zusammengetragen hat.

Zu sehen sein werden unter anderem:

  • Kalligrafien und Bilderrollen
  • Kleidung vom chinesischen Kaiserhof
  • Japanische Kleidung mit Drachenmotiven
  • Figuren und diverse Objekte
  • chinesische, Tibetische und Mongolische Teppiche mit Drachenmotiven
  • u.v.m.

Einige Beispiele aus der Sammlung sind ja schon hier im Blog vorgestellt worden.
Dazu kommen noch eine ganze Reihe von Bilder von Drachen in Nürnberg, unter anderem von Albrecht Dürer etc. Natürlich hier nur Fotografien!
(nicht einmal das Germanische Nationalmuseum kann das Original von Dürers Selbstporträit ausstellen!)

Nihon-Matsuri und der Schwarze Drache Koku-Ryu

Gerade ist wieder einmal ein Japanfest vorüber. Es war das dritte Japanfest in Eschenau, das die Bonsaifreunde, das Myoshinan und viele Vereine und Helfer gestaltet haben. Und kein Matsuri in Japan ohne Trommeln!
In diesem Jahr hatten wir die große Freude, eine Gruppe Japanischer Trommler begrüßen zu dürfen. Die Trommelgruppe, die den Namen Scharzer Drache – Kuku Ryu führt, war aus München zu uns gekommen.

Kokuryu Daiko

Kokuryu Daiko


Kokuryu Daiko

Kokuryu Daiko

Die Gruppe ist zwar noch recht neu, aber ihre Darbietung war auf dem höchsten Niveau. Die gesamte Halle dröhnte und begeistert meinte jemand aus dem Publikum: Da spürt man noch die schmanistischen Wurzeln der Trommel!“
In Japan sagte man früher, dass die Ortsgrenzen so weit reichen, wie man den Klang der Trommeln hören kann. Aber man hört sie nicht nur, man spürt sie in jeder Zelle des Körpers. Die Erde dröhnt wie ein Trommelfell und man schwingt mit im Rhythus der Musik.
Nach ihrem kleinen Konzert, immerhin sind die Trommeln zweimal aufgetreten – wenn es nach den Zuhörern gegangen wäre, hätten sie den ganzen Tag spielen können – gab es sogar noch einen Workshop. Eigentlich dachte ich, das kann nicht gehen, weil ja die Neulinge noch keine Erfahrungen mit Trommeln hatten. Aber nach einer kurzen Erklärung über die Körperhaltung und wie man die Schlägel hält ging es schon los. Einer der Trommler schlug die große Trommel, andere zeigten den Rhythmus mit ihren Schlägeln in der Luft. Und schon nach ein parr Augenblicken klang es fast professionell. Sogar schwierigere Rhythmen wurden geübt und gelangen fast auf Anhieb.
Schweißgebadet und freudestrahlend kamen die Teilnehmer vom Spielen zurück: „Das macht so richtig Spass!“

Im nächsten Monat veranstaltet die Gruppe einen Workshop in München. Teilnahme ist auch für Anfänger möglich. Anfragen an das Myōshinan.

Wer weiß, möglicherweise gibt es bald eine Trommelgruppe auch in Oberrüsselbach?!
Interessenten gibt es schon. Wer auch mitmachen möchte, meldet sich bitte.

Chanoyu in Sibirien? !

Jakutsk in Sibirien ist gemeinhin bekannt als die kälteste Stadt der Welt mit Permafrost und eisigen Wintern. Mitten in Jakutsk stehen diese eisigen Gestalten.

Eisfiguren in Jakutsk - Sibirien

Eisfiguren in Jakutsk - Sibirien

Heute habe ich von Svetlana, die Teeschülerin aus Sibirien eine mail bekommen. Es gibt Chanoyu auch in Sibirien. Als Ortschaft! Ja, man kann sogar über das Internet dort ein Hotel buchen: Hotel in Chanoyu (Nein, nicht wirklich, wenn man die Seite anklickt, sieht man die Meldung: 0 Hotel found!) Also ist Chanoyu wirklich ein Kaff!

Also gleich auf Google Earth anschauen:

Jakutsk und Chanoyu

Jakutsk und Chanoyu

Tatsächlich. Oben im Nordwesten liegt Jakutsk und im Südwesten des Kartenausschnittes Chanoyu!

Ist das ein Dorf oder eine Ortschaft mit dem Namen Chanoyu, also eigentlich „Heißes Wasser für Tee“, die alte Bezeichnung für den Teeweg?

Kann mal jemand hin fahren und nachschauen?
Wäre doch wichtig zu wissen, ob das Urasenke Chanoyu oder Omotosenke Chanoyu ist!
Und gibt es in Chanoyu / Sibirien japanische Teehäuser?

PS.: Svetlana wird versuchen herauszufinden, ob „Chanoyu“ auf Yakutisch eine Bedeutung hat. Vielleicht hat es ja doch nichts mit dem Tee zu tun?