Benedikt, Tee und Hannya Shingyo

Mit Benedikt meine ich jetzt nicht den Benedikt aus Marktl in Bayer, sondern eher den aus Nursia in Italien.
Immerhin hat der uns schon in der Vergangenheit immer mal wieder in einem seiner Klöster Unterschlupf gewährt für Seminare im Teeweg, auch schon in der Nähe von Subiacco, wo er lange Zeit als Einsiedlermönch in einer Höhle gelebt hatte. Zwar nicht ganz persönlich, aber doch in einem der Klöster, denen er seinen Namen und seine Regeln gegeben hat.

Auch dieses mal waren wir wieder beim Benedikt, allerdings im Benediktushof, den Pater Williges Jäger gegründet hat und in dem Zen, Kontemplation und andere Dinge geübt werden. Wir hatten für unser Teeseminar einen schönen Raum mit einer alten Holzsäule in der Mitte. Dort haben wir Tee, Zenmeditation, Rezitationen und sogar ein wenig Shakuhachi geübt.
Viele von den Teilnehmern waren Anfänger, aber eine Teilnehmerin hatte schon früher einmal Seminare bei Michiko Nojiri mitgemacht.
Wir sind uns sogar einmal ganz zufällig in der alten japanischen Hauptstadt Nara begegnet, wo wir in einem „Recycleshop“ herumgestöbert haben, wo es unglaublich billige – aber auch sehr teure – Teegeräte gab.
Wir haben früh morgends mit der Zen Meditation begonnen und dann den ganzen Tag Tee geübt. Das geht anfangs immer noch sehr gut, aber langsam tun dann doch allen die Beine weh. Darum haben wir am Abend Das Hannya Shin Gyo, das Herz-Sutra so geübt, wie man es im Eheiji Tempel, dem Stammsitz von Zenmeister Dōgen tut: rezitiert wird im Gehen, indem man ganz langsam Muster auf dem Boden geht und dabei in einer Art Obertongesang das Sutra singt.

Das tut erstens einmal sehr gut, weil man den Blutkreislauf wieder in Bewegung bringt und weil die Schwingungen des Gesanges bzw. der Rezitation den Atem und den Brustkorp, ach nein, den ganzen Körper wieder lockert.
Scheinabr waren wir nicht schlecht in der Rezitation, denn wie sich später herausgestellt hat, kaem immer wieder Leute und haben draussen and der Tür gelauscht. Wenn wir das gewusst hätten, dann hätten wir doch glatt Eintritt verlangen können.

Es ist immer wieder erstanulich, dass nach knapp fünf Tagen auch die Anfänger in der Lage sind, eine Teezeremonie durchzuführen. Sicher ist manchmal noch etwas Hilfe nötig, aber immerhin!

Vielleicht war das ja für manchen eine Anregung, in den hektischen Zeiten, in denen wir leben, hin und wieder eine Auszeit zu nehmen, zu entschleunigen und wieder in die Stille zu finden.
Es muss ja nicht immer der heilige Benedikt der Gastgeber sein.

Heilsam ist das allemal!

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