Hōrai An – Klause am Götterberg

Im Hotel Resort Feuerberg in Kärnten entsteht derzeit ein echtes japanisches Teehaus für Teezeremonie und Meditation. Dann muss die Teezeremonie nicht mehr in einem Tagungszimmer durchgeführt werden wie bisher.
Schon während der Philosophie Woche am Feuerberg wird es den Tee dann ganz stilgerecht im neuen Teeraum geben. Viktor Fux – Japanraum.com – ist schon fast fertig mit dem Bau. Nun ergab sich die Frage, wie man den Zugang zum Teeraum kennzeichnet. Nun hat Herr Berger, der Besitzer des Hotels nach einer Bezeichnung für das Teehaus gesucht.
Einfach nur: Feuerberg – Teehaus? Das ist zu prosaisch. Ein anständiges Teehaus hat in Japan einen poetischen Namen, der von einem Teemeister vergeben wird.
Das Hotel Feuerberg betrieben von der Familie Berger liegt hoch oben in den Kärntner Bergen, weit oberhalb der Menschheit – jedenfalls von der im Tal drunten. Man hat einen traumhaften Blick bis in die slowenischen Karawanken, im Tal unter reihen sich die Alpenseen wie Perlen aneinander. Eigentlich ist der Feuerberg ein Traumort, in dem man schon durch die Landschaft zur Ruhe und innerem Frieden finden kann. Was passt da nicht besser als Name für einen Teeraum hier oben als Hōrai An 蓬莱 庵.

HŌRAI-AN

HŌRAI-AN


Der Hōrai San, der 蓬莱山, der Hōrai – Berg ist der mythische Götterberg weit im Nordosten, auf dem die Glücksgötter wohnen. Von dort aus schicken sie ihre Gaben auf dem Fluss, der in der idealen Landschaft von Nordost – vom Hōrai San in Richtung Südwesten fließt. Das Schatzschiff, schwer beladen mit ihren Gaben wie Glück, Gesundheit, Weisheit, Kraft, Schönheit etc. kommt vom Hōrai bis in die Welt der Menschen.
Takarabune -  Das Schatzschiff.

Takarabune –
Das Schatzschiff.


In einem Wortspiel wird der Berg SAN zur Einsiedlerklause AN.an Das Schriftzeichen zeigt eine strohbedeckte Hütte. Die Klause ist kein komfortabler Palast, aber ein Rückzugsort, an dem man zur Ruhe kommen kann und sich selbst wieder findet. Unser Teehaus heißt denn auch Myōshin-An. In dieser Klause lebt vielleicht ein Eremit, ein Mensch, der sich in die Berge zurückgezogen hat um zum Ursprung zu finden. Das ist ein Sen-nin 仙人. Das erste Schriftzeichen zeigt einen Menschen und einen Berg 仙. Es ist ein Mensch, der in den Bergen lebt, ein „Berger“. Das Schriftzeichen für Sen-nin in der alten Siegelschrift steht auf dem Schild als Siegel links oben. Darunter finden sich in Siegelschrift die zwei Zeichen „Feuer-Berg“.

Ganz rechts steht in chinesischen Schriftzeichen geschrieben das Datum der voraussichtlichen Einweihung des Teehauses.
Mögen dort viele Menschen viele glückliche Stunden verbringen und dieses Glück mit nach Hause nehmen.

Begegnungen

Es kommen viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen ins Myoshinan.
So ist das Myoshinan ein Ort, an dem sich die Kulturen in friedlicher Atmosphäre bei einer Schale Tee treffen.
Es ist unmöglich, alle Begegnungen aufzuschreiben und im Bild zu reflektieren. Aber auf diesen Seiten soll eine kleine Auswahl von Menschen berichten, die ins Teehaus kommen oder auch von Menschen, die wir auf Reisen oder an anderen Orten getroffen haben.

Begegnung im Myoshinan - Vor der Teezeremonie

Begegnung im Myoshinan
– Vor der Teezeremonie

  • Teezeremonie Februar 2016 mit Harald
  • Eine Schale Tee

    Im März 2016 war Harald mit Freunden im Teehaus. Nach einer Einführung in den Teeweg und einem kleinen Shakuhachi – Konzert als Vorbereitung auf die Stille im Teeraum bereitete Michael den Tee.

    Begegnung im Myoshinan - Vor der Teezeremonie

    Begegnung im Myoshinan
    – Vor der Teezeremonie

    micha-tee

    Chinesisches Festmahl nach der Teezeremonie

    Chinesisches Festmahl nach der Teezeremonie


    Nach der Teezeremonie und langen Diskussionen gab es schließlich ein Festmahl, serviert vom lokalen Chinesen. Dabei wurde noch viel über Zen und Tee diskutiert.

    Frühling – Blütenlose Dörfer

    Heute am Sonntag war es ganz still. Kein geschäftiges Treiben der Bauern. Das ganze Land lag verborgen unter einer dichten Decke von nebligem Dunst. Jetzt wird es Frühling!?

    Friedlicher Morgen!
    Geheimnisvoll liegt das Land
    im Frühlingsnebel.

    Im Harugasumi, dem Frühlingsdunst bereiten sich die Blüten vor, um endlich aufzubrechen und den Frühling zu künden. Aber nein, es wird immer kälter und langsam wandelt sich der Nebel in kalten Regen. Und dann kommt der Schneesturm. Das ganze Land verschwindet im Schnee.

    Blütenlose Dörfer

    Blütenlose Dörfer

    Dunst steigt auf,
    auf den Bäumen schwellen Knospen –
    und da es jetzt, im Frühling, schneit,
    schweben auch in
    blütenlosen Dörfern Blüten nieder.

    Kokinwakashu